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Ex-Bayern LB-Vorstand Achteinhalb Jahre Haft für Gribkowsky

Das Landgericht München hat den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky am Mittwoch zu acht Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

 BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky Quelle: dpa

Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung: Das Landgericht München hat den Ex-Risikochef der BayernLB achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Kammer sah am Mittwoch nach acht Prozess-Monaten die Vorwürfe gegen Gerhard Gribkowsky als erwiesen an.

Der frühere Top-Banker hat demnach 2006 im Zuge des umstrittenen Verkaufs der Formel-1-Anteile der BayernLB an den britischen Investor CVC in die eigene Tasche gewirtschaftet und die erhaltenen 32,5 Millionen Euro nicht versteuert. Ausgegangen sei die Bestechung vom schillernden Chef der Rennsportserie, Bernie Ecclestone. Dem Briten droht nach dem Geständnis Gribkowskys nun selbst eine Anklage.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt seit langem gegen den 81-Jährigen. Wie sie nun weiter vorgeht, wollte die Behörde nach dem Urteil zunächst nicht sagen. Ecclestone hält sich derweil für unschuldig: „Es war keine Bestechung“, sagte er in einem Reuters-Interview. Es sollte keine weiteren Untersuchungen gegen ihn geben. Sie seien aber realistisch, auch von Seiten der britischen Steuerbehörden, so Ecclestone. Eine Verhaftung fürchtet er offenbar nicht. Er betonte, auch beim nächsten Rennen auf deutschem Boden - im Juli in Hockenheim - dabei sein zu wollen. Richter Peter Noll führte in seiner Urteilsbegründung aus, es habe vor dem BayernLB/CVC-Deal eine geheime Absprache zwischen beiden Protagonisten gegeben.

Einen glaubhaften Grund für die Zahlung an Gribkowsky habe Ecclestone im Prozess nicht geben können. Der Brite, dem bei seiner Aussage im vergangenen November freies Geleit zugesagt worden war, hatte als Zeuge betont, Gribkowsky habe ihm immer wieder auf freundliche Art und Weise gedroht. Die Geldströme an ihn seien verschleiert worden. „Das spricht eine deutliche Sprache“, so der Richter.

Hohe Strafe, aber weit von der Höchststrafe entfernt

Gribkowsky hatte lange geschwiegen, am 45. Verhandlungstag dann aber doch ein umfassendes Geständnis abgelegt. In seinen letzten Worten entschuldigte er sich: „Heute würde ich gerne die Zeit zurückdrehen.“ Er müsse nun mit den Konsequenzen leben. „Am Ende des Tages habe ich „Ja' gesagt.“ Ecclestone zweifelt unterdessen die Ehrlichkeit des Verurteilten an: „Ich denke, Herr Gribkowsky hat ihnen gesagt, was er dachte, das er ihnen sagen musste.“

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter der Höchststrafe von 15 Jahren und den von der Staatsanwaltschaft geforderten zehneinhalb Jahren. Die Verteidigung hatte auf eine konkrete Forderung verzichtet, aber kritisiert, dass nur gegen Gribkowsky und bisher nicht gegen Ecclestone vorgegangen werde.

Die Krise der BayernLB

Richter Noll betonte, Gribkowsky sei bislang nicht vorbestraft gewesen. Seine späte Aussage sei zudem offen und ehrlich gewesen. „Wir gehen nicht von einem taktischen Geständnis aus.“

Auch die lange Untersuchungshaft, die Herzprobleme und die ansonsten sehr ordentliche Arbeit des 54-Jährigen bei der BayernLB seien strafmildernd berücksichtigt worden. Noll bezeichnete Ecclestone als „treibende Kraft“ hinter den Zahlungen. Gribkowsky muss trotzdem weiter im Gefängnis bleiben - die Reststrafe liegt noch bei sieben Jahren.

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