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EY Bankenbarometer Deutsche Banken unter Druck

Während europäische Banken zuversichtlicher in die Zukunft blicken, bleiben deutsche Institute pessimistisch und planen einen weiteren Stellenabbau. Gut möglich, dass die Branche weiter schrumpft.

Das sind die einflussreichsten Banker der Welt
Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen BankAchleitner, 56, kämpft an vorderster Front gegen Aufseher, die den Handel von Europas größten Banken begrenzen wollen. Quelle: dpa
Lloyd Blankfein, Vorstandschef der Goldman Sachs GroupBlankfein, 58, sagt, Fusionen und Übernahmen sowie das Wachstum der Konjunktur haben darunter gelitten, dass Führungspersonen Risiken meiden. Quelle: REUTERS
Ana Patricia Botin, Vorstandschefin bei Santander Botin, 52, ist das älteste Kind von Santander-Chairman Emilio Botin und führt das britische Geschäft der Bank. Sie könnte eines Tages den ganzen Konzern leiten. Quelle: REUTERS
Jamie Dimon, Vorstandschef von JPMorgan Chase & Co. Dimon (rechts im Bild), 57, hat Widerstand von Aktionären überlebt, die seine Doppel-Rolle als Vorstandschef und Chairman in Frage stellten. Er steigerte den Gewinn im zweiten Quartal um 31 Prozent. Quelle: AP
Isabelle Ealet, Co-Chefin für Wertpapiere bei Goldman SachsEalet, 50, ist das höchstgestellte weibliche Mitglied der Führungsriege bei der US-Bank. Ihr Bereich steht hinter einem Großteil der Erlöse. Quelle: Presse
Sergio Ermotti, Konzernchef der UBS AG Ermotti, 53, schmückt sich mit der Aussage, dass seine Bank Beziehungen zur Hälfte der Milliardäre weltweit unterhält. Die Vermögensverwaltung glänzt, während die Bank ihr Investmentbanking verkleinert. Quelle: REUTERS
Jiang Jianqing, Chairman der Industrial & Commercial Bank of ChinaJiang, 60, hat mit einem Anstieg an faulen Krediten und der Aufsicht zu kämpfen. Dennoch erzielte er ihm vergangenen Jahr bei Gewinnwachstum und Eigenkapitalrendite Werte von über 10 Prozent. Quelle: REUTERS

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Banken ist schlecht. Obwohl die Länder der Euro-Zone aus der Schuldenkrise schleichen, sind die Banken in Frankfurt deutlich pessimistischer als ihre Kollegen in London, Zürich oder Madrid. Nur gut jede dritte deutsche Bank erwartet, dass sich ihre Geschäftslage 2014 verbessern wird. Die Mehrheit der Institute geht davon aus, dass die Lage unverändert bleibt. Ganz anders die europäischen Banken. Hier gehen fast zwei Drittel der Häuser von einer Besserung in den kommenden Monaten aus. Das ergab das diesjährige Bankenbarometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (bisher Ernst & Young). Für die halbjährlich erscheinende Studie wurden 41 deutsche und weitere 143 europäische Banken befragt.

Auf den ersten Blick scheint der deutsche Pessimismus verwunderlich, erwarten doch 58 Prozent der Befragten, dass sich die Wirtschaftslage hierzulande im nächsten halben Jahr verbessern wird. Im Vorjahr waren lediglich vier Prozent so zuversichtlich gewesen. "Die Stimmung in den deutschen Häusern ist schon lange nicht mehr sehr euphorisch", sagt Dirk Müller-Tronnier, Leiter Banken und Kapitalmärkte bei EY. Vor allem das Thema Regulierung dämpfe weiterhin die Laune, da zusätzliche Regularien nicht nur mit mehr Arbeit, sondern vor allem mit Mehrkosten verbunden sind.

Entsprechend kritisch wird der Stresstest gesehen, den die Europäische Zentralbank (EZB) und die europäische Bankenaufsicht EBA im Mai gemeinsam durchführen. "Die Banken halten den Test nicht nur für überflüssig, er kommt aus ihrer Sicht auch zu spät", sagt Müller-Tronnier.

Das sind die größten Banken Europas

So gilt die Vorbereitung auf Basel III denn sowohl in Deutschland als auch bei europäischen Banken als Priorität Nummer eins für die kommenden Monate. Als etwas weniger wichtig werden Themen wie das Risikomanagement und das Einhalten von Kapitalmarktvorschriften bewertet. Interessanterweise sehen ausgerechnet deutsche Banken ihr Reputationsrisiko kaum als Thema an.

Lediglich 28 Prozent der Befragten erachten das Thema als wichtig, europaweit ist es immerhin fast die Hälfte. Angesichts des angekratzten Image einiger Institute ist das verwunderlich.

Konzentrieren wollen sich die Banken stattdessen auf das Geschäft mit Privatkunden und Mittelständlern. Dort erwartet die Mehrheit in den kommenden Monaten positive Entwicklungen. Das Problem: Gerade in diesen beiden Geschäftszweigen ist der Wettbewerb sehr hoch.

Es sei zwar naheliegend, so die EY-Experten, dass sich die Geldinstitute um ihr Kundengeschäft kümmerten. Zuletzt machte die Commerzbank mit einer breit angelegten Werbekampagne Furore, mittels 50 Euro Startguthaben aufs Girokonto sollen Kunden angelockt werden. 200.000 Neukunden waren es laut Privatkundenvorstand Martin Zielke in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres.

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