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Fahrdienstvermittler Softbank steigt zum Discount-Preis bei Uber ein

Ein selbstfahrendes Auto von Ford und Uber Quelle: REUTERS

Mit einer enormen Bewertung von fast 70 Milliarden Dollar galt der Fahrdienstvermittler Uber lange Zeit als das am höchsten gehandelte Start-up der Welt. Damit ist es nun offenbar vorbei.

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Skandale haben Ubers rasanten Aufstieg ins Stocken gebracht, nun ist laut US-Medien auch der Firmenwert des Fahrdienstvermittlers drastisch gesunken. Dem japanischen Telekomkonzern Softbank sei es gelungen, sich zu Discount-Preisen einen großen Aktienanteil zu sichern, berichteten das Wirtschaftsblatt „Wall Street Journal“ und der Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf Insider.

Bei dem Deal werde Uber auf insgesamt 48 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro) taxiert und damit rund 30 Prozent niedriger als zuletzt bewertet. Zuletzt hatte Uber es noch auf fast 70 Milliarden Dollar gebracht. Im Rahmen eines Aktienverkaufs hatten Investoren und Mitarbeiter nun die seltene Möglichkeit, sich von Beteiligungen an der bislang noch nicht an der Börse gelisteten Firma zu trennen.

Stimmen die Berichte, so dürfte der Rivale Didi Chuxing jetzt mehr wert sein als Uber. Die Chinesen sollen bei ihrer letzten Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 56 Milliarden Dollar frisches Geld bei Investoren besorgt haben. Damit wäre Uber die Krone als teuerstes Start-up der Welt los. Bereits im August hatten einige große Fondsgesellschaften ihre Uber-Anteile deutlich abgewertet.

Die größten Beteiligungen des japanischen Tech-Konzerns
WirecardBesiegelt: Der japanische Konzern Softbank steigt bei Wirecard ein. Softbank erhält Wandelschuldverschreibungen über 900 Millionen Euro, die in gut 6,92 Millionen Aktien von Wirecard gewandelt werden können. Das entspricht rund 5,6 Prozent des derzeitigen Wirecard-Grundkapitals. Die Laufzeit der Wandelanleihe beträgt fünf Jahre. Der Hintergrund: Als Telekommunikationsunternehmen gestartet, versteht sich Softbank heute als Technologiekonzern. Vorstandschef Masayoshi Son will mit Softbank eine Informationsrevolution starten - und agiert mittlerweile als Risikoinvestor indem er sich die Expertise über andere Unternehmen und Start-ups einkauft. Mit dem Softbank Vision Fonds haben die Japaner in diesem Jahr den weltweit größten Private Equity-Fonds aufgelegt, der in junge Wachstumsunternehmen investiert. 100 Milliarden Dollar ist er schwer - neben dem Staatsfonds Saudi Arabiens schießt auch Tech-Gigant Apple Gelder zum Fonds bei. Nun wächst das Reich des Tech-Beteiligungsriesen weiter. Ein Überblick. Quelle: dpa
WeWorkWeWork vermietet Arbeitsplätze in hippen Büros an Selbstständige und Gründer. Statt Einzelgängern wird aus ihnen in den Büros wieder eine Gemeinschaft. Über den Vision Fund investierte Softbank schon 2017 mehr als vier Milliarden Dollar in das Konzept des US-Start-ups. Zuletzt dürfte die Beteiligung aber wenig Freude bereitet haben. Bei WeWork läuft es gerade offenbar nicht rund, der für September 2019 geplante Börsengang wurde verschoben. Aktueller Softbank-Anteil und Marktwert unbekannt(Quelle für Beteiligungen: Bloomberg) Quelle: REUTERS
SlackMehr als 250 Millionen Dollar investierte Softbank im Jahr 2017 in den Büro-Nachrichtendienst Slack. Damals wurde das Unternehmen nach Informationen des Finanznachrichtendienstes CNBC mit gut 5 Milliarden Dollar bewertet. Im Sommer ging es an die Börse – und ist nun 14,3 Milliarden wert. Softbank hält laut Börsenprospekt gut sieben Prozent der Anteile an Slack. Softbank ist für für 250 Millionen Dollar beteiligt. Quelle: REUTERS
UberDer Fahrdienstvermittler Uber sorgt weltweit für Schlagzeilen - und hat damit auch das Interesse von Softbank geweckt. Softbank-Anteil bei Uber: 13 Prozentaktueller Marktwert: 7,65 Mrd. Dollar Quelle: AP
Auto1460 Millionen Euro ließ sich Softbank 2018 den Einstieg beim deutschen Einhorn Auto1 Group kosten. Das Berliner Start-up wird nach Daten von CB Insights mit rund 3,5 Milliarden Dollar bewertet – und gehört zu den wertvollsten Start-ups Europas. Die Plattform wirkaufendeinauto.de, sowie der Geschäftskunden-Marktplatz für Gebrauchtwagen Auto1 und das Online-Kaufhaus Autohero gehören zu den Marken des Unternehmens. Softbank ist mit 460 Millionen Euro beteiligt. Quelle: dpa
PaytmDer indische Zahldienstleister Paytm hat bislang mehr als zwei Milliarden Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören Berkshire Hathaway von Investorenlegende Warren Buffett, Chinas E-Commerce-Gigant Alibaba – und Softbank. Mit gut 1,8 Milliarden Dollar schoss Softbank den größten Teil des Geldes bei. Noch macht Paytm mit seinem Geschäft Verluste. Ein Börsengang könnte innerhalb der nächsten zwei Jahre anstehen. Softbank ist für 445 Millionen Dollar beteiligt. Quelle: dpa
NexwayKundenabos verwalten und abrechnen, Daten der Onlinshopper auswerten – diese Dienste bietet der deutsche Software-Spezialist Nexway seinen Kunden an. Er ist eines von nur zwei deutschen Unternehmen, an denen sich Softbank beteiligt hat – und gehört zu den kleineren Investitionen: Die knapp fünf Prozent an Nexway sind aktuell 650000 Euro wert. Softbank hält 4,7 Prozent im Wert von 650000 Euro. Quelle: dpa

Ein Grund für die Skepsis der Anleger dürften Ubers etliche Skandale sein. Die Vorwürfe gegen die wegen ihrer aggressiven Unternehmenskultur ohnehin umstrittene Firma reichen von Sexismus und Diskriminierung über Technologie-Diebstahl bis zu Spionage-Affären. Mitte 2017 musste Ubers in die Kritik geratener Chef Travis Kalanick unter dem Druck von Investoren zurücktreten. Seitdem tobt ein Machtkampf im Verwaltungsrat, wo Kalanick noch immer Einfluss hat. Ob er selbst nun auch Aktien verkauft hat, blieb zunächst unklar.

Softbank hatte bereits im November eine grundsätzliche Einigung über einen Einstieg bei Uber erzielt. Insgesamt wurde bei dem Aktienverkauf laut „Wall Street Journal“ ein rund 20-prozentiger Uber-Anteil angeboten. Softbank habe etwa 15 Prozent abbekommen, weitere drei Prozent würden innerhalb eines von den Japanern angeführten Bieterkonsortiums verteilt. Softbank wird so zu einem der größten Aktionäre und soll zwei Sitze im Verwaltungsrat erhalten.

Sprecher von Uber und Softbank bestätigten den Einstieg zwar, machten aber keine Angaben zur Bewertung. Neben dem Aktienkauf soll Softbank weitere 1,25 Milliarden Dollar zu einer weitaus höheren Bewertung von rund 68 Milliarden Dollar direkt in Uber investieren. Damit komme man Altanlegern entgegen, die Bedenken haben, dass ihre Anteile durch die niedrigen Preise für Softbank und Co. entwertet würden. Man freue sich, mit den neuen Investoren zusammenzuarbeiten und wolle die Transaktion Anfang 2018 abschließen, teilte Uber mit.

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