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Fidor Bank Opfer des Bitcoin-Booms

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Mehr als nur eine Störung

Der Kundenservice der Bank ist jedenfalls völlig überlastet. Wer einen Betreuer ans Telefon bekommen will, braucht viel Zeit und vor allem Glück. Zeitweise ist die Servicenummer sogar vollkommen unerreichbar.

Nick Riegger, bei der Fidorbank für das Marketing verantwortlich, gibt zu, dass die vielen Neueröffnungen die Bank vor große Herausforderungen stellen. „Es kann im wahrsten Sinne des Wortes bei Kontoeröffnungen zu Spitzen kommen“, sagt er. „Gemeinsam mit unserem Partner arbeiten wir daran, die Kapazitäten optimiert planen zu können. Nicht leicht, in Zeiten wie diesen.“

Ob Überlastungen durch die gestiegene Zahl an Bankkunden auch für die weiteren Probleme der Bank mitverantwortlich sind, will diese nicht kommentieren. Mehrere Tage lang funktionierte bei etlichen Kunden das Abheben am Geldautomaten oder das Bezahlen mit der Karte nicht. Eilüberweisungen, die eigentlich innerhalb weniger Stunden auf dem Konto des Empfängers sein sollten, bleiben teilweise tagelang liegen und werden nicht bearbeitet.

Die Kundenfreundlichste Direktbank 2017

Die Kontoauszüge für den November liegen auch Mitte Dezember immer noch nicht vor. „Fidor bewirbt seine Dienstleistung mit einer hohen Agilität. Dann sollen sie es auch liefern“, beschwert sich ein Kunde.

Die große Zahl der Kundenbeschwerden ist nicht nur schlechte Werbung für die Bank. Etliche Bestandskunden spielen bereits mit dem Gedanken, zur Konkurrenz zu wechseln. Manch einer droht sogar mit weiteren Schritten. „Wo leben die denn nur? Ich werde eine Beschwerde bei der Bankaufsicht machen“, schreibt ein Kunde. Die BaFin kommentiert mögliche Beschwerden über die Fidor Bank nicht. Zu einzelnen Kreditinstituten gebe man grundsätzlich keine Stellungnahmen ab.

Die Kunden ärgern sich auch über die Kommunikationspolitik der Bank. Über die Probleme mit der Kartenzahlung wurden sie nicht eigens benachrichtigt, meinen sie. Lediglich auf der Internetseite finde sich ein Hinweis zu den Störungen. „Die Kommunikation seitens der Bank ist schlicht nicht hinnehmbar“, schreibt ein Kunde im Forum und ist mit dieser Meinung nicht alleine.

Der Bitcoin nähert sich langsam der 20.000 US-Dollar-Marke. Wie lange der Kurs noch weiter steigen wird, oder, ob demnächst die Blase platzt, weiß niemand. Bei Fidor dürften sie auf ein Ende des Hypes hoffen, damit bei der Bank endlich wieder Normalität einkehren kann.

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