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FinanzaufsichtBaFin-Chef will verstärkt gegen Greenwashing vorgehen

Die Finanzaufsicht sieht Greenwashing als großes Risiko in der Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Zuletzt wurden Vorwürfe gegenüber einer Deutschen Bank-Tochter laut. 05.07.2023 - 10:37 Uhr

„Doppelte Verletzlichkeit im System“: Kunden parken ihr Erspartes kurzfristiger und können es dank der Digitalisierung des Bankgeschäfts auch schneller wieder abziehen, warnt Branson.

Foto: IMAGO/sepp spiegl

Der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Mark Branson, macht im Kampf gegen Etikettenschwindel bei „grünen“ Anlageprodukten Tempo. „Greenwashing zerstört Vertrauen“, sagte Branson am Mittwoch auf einem Bundebank-Symposium in Frankfurt. Es handele sich um eines der größten Risiken bei der Transformationsfinanzierung auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft. „Wir als BaFin gehen entschlossen dagegen vor.“

Die Behörde achte genau darauf, dass kein deutsches Fondsprodukt als nachhaltig gelabelt werde, das dies nicht wirklich verdiene. „In der Praxis sind wir hier noch nicht weit genug“, räumte er ein. „Anlegerinnen und Anleger können immer noch nicht klar und schnell genug erkennen, wie nachhaltig ein Produkt wirklich ist.“

Unter Greenwashing wird in der Finanzwelt eine irreführende Vermarktung klimaschädlicher Technologien als grün oder nachhaltig verstanden. Aufsichtsbehörden weltweit gehen verstärkt dagegen vor. In Deutschland haben Greenwashing-Vorwürfe gegenüber der Deutschen-Bank-Tochter DWS für Schlagzeilen gesorgt. Die DWS weist die Anschuldigungen zurück. ESG-Anlagen im Sinne von Umweltschutz, Sozialstandards und guter Unternehmensführung sind einer der Mega-Trends der Finanzbranche. Sowohl bei Großinvestoren als auch bei Privatanlegern gewinnen sie immer mehr an Bedeutung.

Die Anleger bräuchten weniger, aber dafür verständlichere Informationen, sagte Branson. So müsse klar erkennbar sein, ob in einem Finanzprodukt etwa Werte mit Atom- oder Gasbezug enthalten seien. „Es reicht nicht, wenn dies nur im Anhang versteckt ist“, betonte der BaFin-Chef. „Wir alle wissen: Grün ist nicht gleich grün, es ist viel komplexer.“ Die Kategorien, die es nach der aktuellen Regulierung gebe, ermöglichten keine ausreichend klare Kennzeichnung.

„Es gibt ausreichend Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten und es gibt ausreichend privates Kapital, das mobilisiert werden kann“, sagte der BaFin-Chef. „Aber das Geld landet nicht immer dort, wo es eine effiziente Transformation ermöglicht.“ Um das zu erreichen, brauche es starke Banken und maximale Klarheit. „Hier sind wir schon sehr weit, aber noch nicht weit genug.“

Ein großes Hindernis sei die Definition und Vermarktung nachhaltiger Produkte, das angegangen werden müsse. „Vor uns liegt noch eine kurvenreiche Strecke und wir müssen beschleunigen.“ Mit Blick auf die bekannte Motor-Rennstrecke fügte der BaFin-Chef hinzu: „Fast wie im Nürburgring. Obgleich der ja auch als grüne Hölle bekannt ist.“

rtr
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