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Finanzkrise Rückschlag für die Krisenbank IKB

Schlechte Geschäftszahlen erschweren die Suche des Düsseldorfer Instituts nach einem Käufer.

Logo der IKB Quelle: dpa

Auf dem Höhepunkt des rheinischen Karnevals kommt bei den Mitarbeitern der Krisenbank IKB keine Feierlaune auf. Das einst hochangesehene Düsseldorfer Institut meldete am Rosenmontag einen Verlust von 431 Millionen Euro. Die roten Zahlen beziehen sich auf die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahrs, das im März 2012 endet.

Die ursprünglich auf mittelständische Unternehmenskunden spezialisierte IKB geriet 2007 als eine der ersten deutschen Banken in den Strudel der Finanzkrise. Sie hatte sich an der New Yorker Wall Street US-Immobilieninvestments andrehen lassen, als die dubiosen Verkäufer schon auf den Absturz der maroden Papiere wetteten. Eine milliardenschwere mit Steuergeld finanzierte Rettungsaktion war die Folge.

Wo Investmentbanker gehen müssen
Royal Bank of ScotlandDer Vorstandschef der staatlich kontrollierten britischen Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) tritt ab. Stephen Hester werde seinen Posten zum Ende des Jahres räumen, teilte die Bank mit. „Der Verwaltungsrat ist der Meinung, dass ein ordentlicher Nachfolge-Prozess einem neuen Vorstandschef Zeit geben wird, den Privatisierungsprozess vorzubereiten und die Bank in die kommenden Jahre zu führen“, heißt es in einem Statement der RBS. Hester sei es nicht möglich gewesen, ein solches zeitlich unbegrenztes Bekenntnis abzugeben. Die Royal Bank of Scotland gehört zu rund 80 Prozent dem britischen Steuerzahler. Ihre Reprivatisierung gilt als eines der heißesten Eisen in der britischen Regierungspolitik. Quelle: dpa
Goldman SachsBedrohte Stellen: unbekannt Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen. Quelle: dpa
Morgan StanleyBedrohte Stellen: 1600 Die sechstgrößte US-Bank plant angeblich, in den nächsten Wochen den Geschäftsbereich Investmentbanking um 1600 Stellen zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Prozent der Mitarbeiter in dieser Sparte. Rund 800 Investmentbanker sollen in den USA entlassen werden, aber auch Mitarbeiter außerhalb der Vereinigten Staaten werden gehen müssen. Ähnlich wie bei den Entlassungen der Citigroup sollen Mitarbeiter aus allen Ebenen betroffen sein. Quelle: REUTERS
a Citibank branch in New York Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Nomura Quelle: REUTERS
JP Morgan Quelle: REUTERS

Anschließend musste die staatliche Förderbank KfW ihre Anteile an der IKB an den US-Finanzinvestor Lone Star abtreten. In dessen Händen hat die Bank jedoch keine Zukunft, so dass der Vorstand händeringend nach einem Käufer sucht. Der sollte am besten aus der Branche kommen, denn das auf deutsche Unternehmenskunden ausgerichtete Geschäftsmodell der IKB könnte den Warenkorb einer internationalen Großbank ergänzen.

Die Düsseldorfer Konkurrentin HSBC Trinkaus hat allerdings bereits abgelehnt. Auch aus dem im vergangenen Jahr kolportierten Verkauf an die französische Bank BNP Paribas wurde bisher nichts. Bei der Suche nach einem neuen Geldgeber läuft sie Zeit davon. Staatliche Garantien des Bankenrettungsfonds Soffin für die IKB laufen sukzessive aus. Bis Herbst müsste rund die Hälfte des aktuellen Bürgschaftsrahmens von 6,1 Milliarden Euro zurückgeführt werden.

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Alternative Geldquellen will die IKB daher mit Tages- und Festgeldangeboten für private Kunden anzapfen. Der Abschluss ist online möglich, die Zinsen sind attraktiv und der Einlagensicherungsfonds würde im Fall einer Pleite einspringen, so dass die Angebote für Sparer grundsätzlich durchaus sinnvoll sein können. Das Einlagengeschäft soll demnächst noch verbreitert werden. Dabei ist allerdings nicht klar, inwieweit die Bank das Geld der Kunden in lukratives Neugeschäft steckt oder damit lediglich Finanzlöcher stopft. Im Kreditneugeschäft konnte die IKB jedoch zumindest die Margen steigern.

Um für einen Investor attraktiv zu werden, müssen die Düsseldorfer schrumpfen. 200 Stellen sollen abgebaut werden. Alle wichtigen Geschäftsprozesse werden zudem auf ihre Effizienz überprüft. Wieder auf die Füße kommen will die IKB mit Zinsüberschüssen aus dem Kreditneugeschäft. Operative Gewinne müssen die Düsseldorfer jedoch zunächst in Besserungsabreden und Wertaufholungsrechte von Kapitalgebern stecken. Daher ist laut IKB für mehrere Geschäftsjahre damit zu rechnen, dass unter dem Streich keine oder nur geringe Überschüsse ausgewiesen werden.

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