Finanzsektor Goldman beginnt mit größtem Stellenabbau seit Pandemiebeginn – „Brutale“ Sparmaßnahmen bei HSBC

Insgesamt schnitt Goldman Sachs in diesem Jahr schlechter ab als die Konkurrenz. Quelle: Reuters

Die internationalen Großbanken wollen durch Sparmaßnahmen die Kosten deutlich senken – auch um einen etwaigen Gewinnrückgang abzumildern.

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Die US-Bank Goldman Sachs bereitet den größten Stellenabbau seit Beginn der Coronakrise vor. Informierten Kreisen zufolge will die Wall-Street-Bank ab diesem Monat mehrere hundert Jobs streichen. Damit nehme Goldman den jährlichen Stellenabbauzyklus wieder auf, der während der Pandemie weitgehend ausgesetzt worden war, hieß es. Das Gesamtvolumen der Einschnitte werde jedoch geringer sei als bei früheren Runden.

Analysten rechnen bei Goldman in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang von mehr als 40 Prozent, wie Bloomberg-Daten zeigen. Im Juli hatte die Bank angekündigt, die Einstellung von Mitarbeitern zu verlangsamen und die jährlichen Leistungsbeurteilungen wieder einführen zu wollen. Hintergrund ist das Bestreben, in einem „schwierigen operativen Umfeld“ die Ausgaben einzugrenzen.

Ende des zweiten Quartals hatte die Bank 47.000 Mitarbeiter. Die „New York Times“ hatte am Montag berichtet, dass Goldman einen Stellenabbau vorbereite. Eine Goldman-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Festgehälter wichtiger Teil der Kostenbasis

Derweil warnt der HSBC-Finanzchef Ewen Stevenson, dass die steigende Inflation das Geldhaus zwingen könnte, die Gehälter deutlich zu erhöhen. Zugleich stünden zur Begrenzung der Kosten „brutale“ Sparmaßnahmen ins Haus.

„Wir sehen eine ziemlich breite Kosteninflation“, sagte Stevenson auf einer Finanzdienstleistungskonferenz in New York , die von Barclays veranstaltet wurde. „Die Hälfte unserer Kostenbasis sind Festgehälter. Wir gehen davon aus, dass wir diese im Jahr „23 im Vergleich zu „22 noch einmal deutlich erhöhen müssen.“

Es drohe, dass die HSBC ihr Kostenziel im nächsten Jahr um etwa 500 Millionen Dollar verfehlen könnte, so Stevenson. Während die Bank bestrebt sei, das Kostenwachstum auf zwei Prozent zu deckeln, zögen die bereinigten Kosten um sechs bis sieben Prozent an.

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„Der einzige Weg, dies zu verhindern, besteht meiner Meinung nach darin, intern ziemlich brutal gegen die Kosten vorzugehen“, sagte er. Konzernchef Noel Quinn und er hätten „beide die Tendenz, sich auf die Kostenkontrolle zu konzentrieren und nicht auf das Ertragswachstum“, fügte Stevenson hinzu. „Vieles hängt vom Engagement des CEO ab“, sagte Stevenson. „Er hat intern ziemlich deutlich gemacht, dass er das Zwei-Prozent-Kostenziel erreichen will.“

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