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Finanzvertrieb AWD Maschmeyer erstattet Anzeige gegen Schweizer Bank Sarasin

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Anzeige wegen Verletzung des Bankgeheimnisses

Das Logo der Schweizer Privatbank Sarasin an dem Hauptsitz der Bank in Basel Quelle: dapd

Anfang 2012 schob der Bund einen Riegel vor und schloss die Gesetzeslücke; dem Sheridan-Fonds und anderen Dividenden-Jongleuren wurde daraufhin keine Kapitalertragssteuer mehr erstattet.
2012 wurden die Initiatoren dieser Fonds und ihre Anleger von dieser Gesetzesnovelle offenbar kalt erwischt; die Fonds gerieten in Schieflage, die Anleger forderten nun ihre Einlagen zurück und bekamen – wie in solchen Fällen immer der Fall, siehe Prokon, nur einen kleinen Teil davon, weil die Fonds nicht flüssig genug waren, allen Anlegern ihr ganzes Geld auszuzahlen.


So erging es auch Carsten Maschmeyer, dem Premium-Kunden; auch er wurde von den Sarasin-Bankern hingehalten, bekam zunächst nur gut die Hälfte seines Geldes wieder, obwohl ihm urspünglich über 98 Prozent der Einlagen eine Rückzahlungsgarantie versprochen worden sei, das berichtet „Bilanz.“ Und 12 Prozent Rendite. Dass es normalerweise keine 12 Prozent bei so hohen Garantiesummen geben kann, weiß jedes Kind, aber Maschmeyer habe „seinem Freund vertraut“, sagt ein Mitarbeiter.
Als das Geld nicht bei Maschmeyer ankam, drohte der im „Handelsblatt“, er werde seinen ehemaligen Freund und Helfer Eric Sarasin anzeigen, wegen „Falschberatung“; dass die Fonds ein halbseidenes, umstrittenes Geschäftsmodell hatten, habe Maschmeyer nicht gewusst, sagte eine Sprecherin. Er habe seinem Freund Eric Sarasin vertraut. Der jedenfalls konnte Maschmeyer nicht die vollen 40 Millionen, die dieser in den Fonds angelegt hatte, zurückzahlen, sondern zunächst nur rund 21, inzwischen sind es wohl an die 26, die Sarasin zurückzahlen konnte.

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In zunächst noch freundlich-jovialen, später quengeligen und schließlich offen drohenden und wütenden Emails und Briefen, aus denen der „Stern“ genüsslich zitierte, forderte Maschmeyer vom „lieben Eric“ sodann die fehlenden 14 Millionen.
Maschmeyer hat diese Woche bei der Staatsanwaltschaft in Zürich Anzeige gegen das Geldinstitut aus Basel erstattet, allerdings nicht wegen Falschberatung, sondern zunächst wegen Verletzung des Bankgeheimnisses. Das ist in der Schweiz ein schweres Verbrechen. Anzeigen wegen Betrugs und Schadensersatzklagen gegen Sarasin sollen aber auch noch folgen, droht Maschmeyer.
Konkret vermutet Maschmeyer, dass die Briefwechsel und anderes Detailwissen über seine Geschäftsbeziehung, die der „Stern“ ausgebreitet hatte, aus der Bank selbst stammen müssen. Das gilt insbesondere für ein abgedrucktes Dokument aus der Bank, in dem ein Mitarbeiter dem Führungszirkel von einem „sehr unangenehmen“ Gespräch mit Maschmeyer berichtet und auch, dieser habe rechtliche Schritte gegen die Bank angedroht.
Es scheint kein gutes Ende zu nehmen mit der Männerfreundschaft zwischen Eric Sarasin und Carsten Maschmeyer. Inzwischen siezt Sarasin den „sehr geehrten Herrn Dr. Maschmeyer“ wieder.

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