Flaute im Investmentbanking Gewinneinbruch bei der HVB

Die Hypovereinsbank muss Gewinneinbrüche hinnehmen. Die Quartalszahlen der Bank fielen verhältnismäßig schlecht aus, ein Grund dafür ist die geringe Nachfrage der Unternehmen nach Krediten und Derivaten.

Die Hypovereinsbank legt heute ihre Quartalszahlen vor. Quelle: dpa

Maue Geschäfte im Investmentbanking machen der HypoVereinsbank (HVB) zu schaffen. Weil Unternehmen weniger Absicherungsgeschäfte und strukturierte Finanzierungen abschlossen, sank der Vorsteuergewinn im dritten Quartal um ein Drittel auf 229 Millionen Euro, wie die Tochter der italienischen Großbank UniCredit am Mittwoch mitteilte. Das Ergebnis des Online-Brokers DAB, den die Münchener im vierten Quartal an die französische Bank BNP Paribas abgeben wollen, ist dabei bereits herausgerechnet.

Die HVB schnitt von Juli bis Ende September zwar etwas besser ab als im zweiten Quartal, die geringe Nachfrage der Unternehmen nach Krediten und Derivaten setzt ihr aber weiter zu. Da die Zinsen auf absehbare Zeit nahe Null bleiben werden und wichtige Währungen in den ersten neun Monaten kaum schwankten, sahen gerade kleinere Firmen weniger Bedarf, Währungs- und Zinsrisiken abzusichern. Die geringe Volatilität an den Kapitalmärkten, das schwache Wirtschaftswachstum, die niedrigen Zinsen und die verhaltene Kundennachfrage seien große Herausforderungen, räumte HVB-Chef Theodor Weimer ein. "Wir werden in diesem Umfeld unseren Fokus auf Profitabilität und Risikomanagement beibehalten."

Weimers im März ausgegebenes Ziel, 2014 einen Vorsteuergewinn nur leicht unter dem Vorjahreswert von 1,5 Milliarden Euro zu erzielen, wird die HVB aber aller Voraussicht nach verfehlen. Nach neun Monaten kam sie vor Steuern lediglich auf einen Gewinn von 728 Millionen Euro, unter dem Strich waren es 448 Millionen Euro. Anders als in den vergangenen beiden Jahren, als die Münchner mehr Gewinn machten als ihre Konkurrenten Deutsche Bank und Commerzbank zusammen, ist die HVB damit nicht mehr der dominierende Ertragsbringer der UniCredit-Gruppe. Dank der Erholung des italienischen Marktes und guter Geschäfte in Osteuropa fuhr das Mailänder Geldhaus von Januar bis Ende September einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro ein.

Die wertvollsten Bank-Marken der Welt
Platz 15: Die staatsgeführte Bank of China ist nicht nur das zweitgrößte, sondern auch das älteste Geldinstitut der Volksrepublik. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Bank of China in Sachen Markenwert um zwei Plätze steigern. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,86 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse stammen vom Brand Finance Banking 500 - einer Erhebung, die das amerikanische Beratungsunternehmen Brandfinance mit dem Fachblatt "Te Banker" erarbeitet hat. Quelle: REUTERS
Platz 14: Das größte Kreditinstitut der Bundesrepublik, die Deutsche Bank, konnte 2011 trotz der europäischen Banken-Krise respektable Ergebnisse vorlegen. Die Universalbank konnte ihre Vorjahres-Platzierung erneut verteidigen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 13: Die Banco Itaú ist die größte Bank in Brasilien und ganz Lateinamerika. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Fusion der beiden Banken Banco Itaú und der Unibanco. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Geldhaus zwei Plätze eingebüßt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 12: Die drittgrößte Bank Großbritanniens ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze fünf Plätze nach unten gerutscht. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind 2011 auch an Barclays nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch übertrifft das international agierende Finanzunternehmen in Sachen Markenwert alle anderen britischen Bankhäuser, abgesehen von HBSC. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,6 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 11: Gemessen an der Bilanzsumme ist die Industrial & Commercial Bank of China ( ICBC) die größte Bank Chinas. Dennoch musste das Haus in Sachen Markenwert einen kleinen Verlust hinnehmen - im Vergleich zum Vorjahr fiel das Unternehmen drei Plätze nach unten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 10: Die China Construction Bank (CCB) gehört zu den vier größten Banken der Volksrepublik. In Sachen Markenwert hat es das Geldhaus nicht nur geschafft, den Konkurrenten ICBC zu überrunden, sondern auch die Spitzenposition unter den chinesischen Banken einzunehmen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,5 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 9: Die Banco Bradesco gehört zu den vier größten Banken Brasiliens. Im Vergleich zum Vorjahr büßte das Geldinstitut drei Plätze in Sachen Markenwert ein, ist unter den brasilianischen Konkurrenten aber immer noch Spitzenreiter. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,7 Milliarden US-Dollar. Quelle: Presse
Platz 8: BNP Paribas ist nicht nur eine der führenden Banken Frankreichs sondern auch ganz Europas - auch in Sachen Markenwert. Das Geldinstitut konnte im Vergleich zum Vorjahr sogar vier Plätze zulegen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 16,8 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 7: Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner überdurchschnittlich wohlhabenden Kunden und einer Verlangsamung des Kostenanstiegs im vierten Quartal einen höheren Gewinn als erwartet erzielt. Auch der Markenwert viel weit besser aus als im Vorjahr - das Unternehmen hat sich ganze fünf Ränge nach vorne gekämpft. Damit gelang dem Unternehmen der größte Sprung nach oben – mit einem Plus von 2,7 Milliarden. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 6: Ebenfalls über eine Sprung nach oben darf sich die US-Großbank Citigroup freuen. Der weltweit größte Finanzdienstleister für Privatkunden legte beim Markenwert im Vergleich zum Vorjahr (Platz 9) drei Plätze zu. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,6 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 5: Die US-Bank JPMorgan Chase hatte im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Dabei zehrte das Wall-Street-Institut vor allem von den guten Geschäften zu Jahresbeginn. In der zweiten Jahreshälfte hinterließen die Schuldenkrise und die sich abkühlende Weltwirtschaft ihre Spuren in der Bilanz des Branchenprimus. In Sachen Markenwert konnte das Geldinstitut Vorjahresplatzierung halten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 19 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 4: Die spanische Großbank Santander legt wegen der Flaute am spanischen Immobilienmarkt 3,2 Milliarden Euro zurück und musste dafür 2011 im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinnrückgang von 35 Prozent in Kauf nehmen. Immerhin in Sachen Markenwert blieb mit Platz 4 bei Santander alles beim Alten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 20 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 3: Die Nummer zwei der amerikanischen Banken ist im vierten Quartal in die Gewinnzone zurück gekehrt. Die Bank of America verdiente im Schlussquartal rund zwei Milliarden Euro. Die Spitzenposition in Sachen Markenwert büßte das Geldinstitut jedoch ein. Im Vergleich zum Vorjahr rutschte die Bank of America zwei Ränge nach unten. Die wegen Zwangsvollstreckungs-Maßnahmen im Heimmarkt sehr umstrittene Bank stürzte mit einem Minus von 11,1 Milliarden beim Markenwert am tiefsten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 22,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 2: Das viertgrößte US-Institut, Wells Fargo, hat 2011 einen Rekordgewinn von 15,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) eingefahren, eine Steigerung von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Markenwert konnte die US-Großbank sich auf Platz 2 behaupten und ist damit Spitzenreiter unter den US-amerikanischen Konkurrenten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 23,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 1: Kapitalmarktturbulenzen, höhere Vorsorge für Kreditausfälle und höhere Kosten haben das Geschäft der britischen Großbank HSBC 2011 belastet. Dennoch schaffte die europaweit größte Bank in Sachen Markenwert einen Sprung um zwei Ränge nach vorne und hat damit die Bank of America von der Spitzenposition verdrängt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 27,6 Milliarden US-Dollar. (Quelle: eine Erhebung des amerikanischen Beratungsunternehmens Brandfinance in Zusammenarbeit mit dem Fachblatt "The Banker") Quelle: REUTERS

Deutlich besser als alle großen Konkurrenten steht die HVB jedoch weiter mit ihrer harten Kernkapitalquote da, die sich Ende September auf 21,2 Prozent belief. Die Leverage Ratio - das Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme - lag bei 6,4 Prozent und damit ebenfalls deutlich über den Anforderungen der Aufsichtsbehörden.

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