WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Förderbank-Chef Schröder KfW rechnet mit deutlich weniger Gewinn

Im vergangenen Jahr hat die KfW 2,4 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Ulrich Schröder, der Chef der staatlichen Förderbank, bremst für 2013 die Erwartungen. Er wirbt aber für das Grundprinzip der KfW.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
KfW-Chef Ulrich Schröder: „Die Gewinnsituation der KfW normalisiert sich wieder“. Quelle: dapd

Frankfurt Die staatliche Förderbank KfW rechnet in diesem Jahr mit deutlich weniger Gewinn als sie noch im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaften konnte. „Die Gewinnsituation der KfW normalisiert sich wieder. Wir erwarten ein Konzernergebnis, das eine Milliarde Euro übertrifft. Also nicht mehr die 2,4 Milliarden Euro wie im Vorjahr“, sagte Vorstandschef Ulrich Schröder im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagausgabe).

Ungewöhnlich günstige Konstellationen, unter anderem beim Zinsertrag, hätten in der Vergangenheit zu diesen hohen Gewinnen geführt. „Vom Potenzial her sind Gewinne zwischen einer Milliarde und 1,2 Milliarden in Zukunft realistisch. Vor der Krise waren wir bei rund 800 Millionen“, ergänzte Schröder.

Derzeit prüfe die Bank - die in diesem November ihren 65. Geburtstag feiert - mit dem Jahresabschluss 2013 bilanztechnisch auf eine „verbarwertete Zinsverbilligung“ umzustellen, die zu einer deutlichen Belastung im Zahlenwerk führen könnte. Wenn die KfW heute einen Förderkredit gibt, der vom Zins her verbilligt ist, dann stellt die Bank diese Belastung nur für das Jahr 2013 in der Gewinn- und Verlustrechnung dar. Der Kredit läuft aber sechs, sieben oder acht Jahre.

Also weiß die Bank schon heute, dass die Zinsverbilligung auch im nächsten Jahr anfällt. „Wir prüfen deshalb, ob wir erwartete Belastungen abdiskontieren und diese im Jahr der Kreditzusage buchen. Das wird unser Eigenkapital einmalig belasten, gibt uns aber Flexibilität in der Zukunft“, erklärte Schröder.

Der KfW-Chef misst dem Euro-Rettungsfonds ESM eine ähnliche Bedeutung bei wie dem Marshall-Plan, der den Aufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg finanzierte. „Wenn Sie so wollen, geht der Euro-Rettungsfonds ESM in diese Richtung“, sagte Schröder auf die Frage, ob Europa heute einen neuen Marshall-Plan brauche.


„Das Grundprinzip kann man wunderbar übernehmen“

Der ESM vergibt Mittel, die rückzahlbar sind und mit Auflagen verbunden werden. Dabei geht es nicht nur um Konditionen, die die Haushaltspolitik betreffen, sondern auch um Auflagen, die die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften fördern sollen. „Das ist im Prinzip der richtige Ansatz. Darüber hinaus brauchen die vielen guten Mittelständler in Europa dringend Kredit“, ergänzte der Vorstandschef der bundeseigenen Förderbank.

Anlässlich des 65. Geburtstages der KfW verwies Schröder auf Gespräche mit vielen Ländern, die das Geschäftsmodell der KfW übernehmen wollten. „Das war schon einmal nach dem Fall der Mauer so. Damals haben wir in Osteuropa, zum Beispiel in Ungarn und Kroatien geholfen, Förderbanken aufzubauen. Und jetzt gibt es auch wieder in etlichen Ländern Bestrebungen, so etwas Ähnliches wie die KfW aufzubauen - in Großbritannien, in Portugal, in Griechenland“, erklärte Schröder.

Das Geschäftsmodell lasse sich aber nicht einfach als Blaupause kopieren. „Aber das Grundprinzip - Vergabe von Krediten statt von Zuschüssen - kann man wunderbar übernehmen. Genau wie das Prinzip, dass wir Förderdarlehen nicht direkt, sondern über Banken und Sparkassen vergeben“, sagte der KfW-Chef. Andere Dinge wie die Refinanzierung ließen sich auf andere Länder dagegen nicht so leicht übertragen. Die KfW profitiere an den Kapitalmärkten vom Top-Rating des Bundes. Deshalb könne sie sich zu niedrigen Zinsen Geld beschaffen.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%