Franken-Freigabe Schweizer Schock trifft immer mehr Banken

Nicht nur Schweizer Banken sind vom abrupten Ende der Franken-Deckelung betroffen. Immer mehr Institute in ganz Europa warnen vor Auswirkungen auf ihre Gewinne – zuletzt die dänische Saxo Bank.

Ein Schweizer Franken und eine Euromünze Quelle: REUTERS

Die Liste der europäischen Banken, die von dem abrupten Ende der Franken-Deckelung betroffen sind, wird immer länger. Mittlerweile haben auch die Schweizer Credit Suisse und die dänische Saxo Bank gewarnt, dass ihre Gewinne beeinträchtigt werden könnten

Credit Suisse, die zweitgrößte Schweizer Bank, signalisierte am Montag, die Wechselkursveränderungen könnten den Gewinn belasten, abhängig von den Gegenmaßnahmen des Managements. Bislang hätte sich die Volatilität nicht wesentlich auf die Kapitalquoten ausgewirkt, hieß es aus Zürich.

Wirtschaftliche Beziehungen der Schweiz zu Deutschland und der EU

Nach Einschätzung von Andreas Venditti, Analyst bei Vontobel Securities in Zürich, „werden die Ergebnisse der Schweizer Banken deutlich niedriger ausfallen“. Die Auswirkungen würden davon abhängen, wie schnell die Firmen reagieren können und wie tiefgreifend ihre Maßnahmen sein werden, ergänzte er. „Die ganze Sache ist noch nicht vorbei“.

Statements zur Franken-Freigabe der Schweizer Notenbank

Die Saxo Bank in Kopenhagen erklärte, sie werde wahrscheinlich Verluste verzeichnen, da einige Kunden nicht über ausreichende Sicherheiten verfügten, um ihre Verluste aus dem Franken-Handel abzudecken. Selbst wenn die Verluste uneinbringlich wären, sei die Saxo Bank aber in der Lage, ihre Kapitalanforderungen zu erfüllen, hieß es weiter.


Britischer Broker musste aufgeben

In den Stunden, nachdem die Schweizerische Nationalbank überraschend den seit drei Jahren bestehenden Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken aufgegeben hatte, war der Franken um bis zu 41 Prozent gegenüber dem Euro nach oben geschossen und hatte auch gegenüber anderen Währungen deutlich zugelegt. Bei vielen Schweizer Banken fallen die Kosten in Franken an und liegen höher als die Erträge aus Fremdwährungen.

Julius Bär, der drittgrößte Schweizer Vermögensverwalter, erklärte, man wolle angemessene Maßnahmen ergreifen, um die Profitabilität trotz des stärkeren Franken zu erhalten. Die Bank erlitt nach eigenen Angaben in den zwei Handelstagen nach der SNB-Maßnahme keine Verluste.

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Die größte Schweizer Bank, die UBS Group, hat bislang keinen Kommentar zu den Auswirkungen der Wechselkursausschläge abgegeben. Citigroup, Deutsche Bank und Barclays haben nach Angaben aus informierten Kreisen zusammen rund 400 Millionen Dollar durch den SNB-Schritt verloren.

In Großbritannien hat die Finanzaufsicht unterrichteten Kreisen zufolge rund 90 Broker angeschrieben und Informationen über mögliche Auswirkungen der Franken-Bewegung angefordert. Die IG Group teilte am Dienstag mit, sie erwarte aus dem plötzlichen Franken-Anstieg Verluste von nicht mehr als 30 Millionen Pfund, nachdem einige Hundert Kunden getroffen worden seien. Der britische Devisenbroker Alpari musste hingegen aufgeben, nachdem er keinen Käufer fand, der die Verluste aufgefangen hätte.

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