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Geldwäsche-Verdacht Vatikan feuert seinen Bank-Chef

Nach nur drei Jahren Amtszeit muss der Chef der Vatikanbank sein Büro räumen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäsche. Die Bank steht wegen Korruption schon länger unter Beobachtung.

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Papst Benedikt XVI. spricht mit Ettore Gotti Tedeschi. Der bisherige Präsident der Vatikanbank IOR wurde im Vorstand einstimmig abgewählt. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen Geldwäsche. Quelle: REUTERS

Für Ettore Gotti Tedeschi war es ein kurzes Gastspiel im Dienste des Heiligen Stuhls. Erst 2009 hatte Papst Benedikt XVI. den ehemaligen McKinsey-Berater zum Präsident der Vatikanbank IOR gemacht. Er sollte die Bank des kleinsten Staates der Welt reformieren und vor allem transparenter machen. Mehrfach war die Bank wegen anrüchiger Geschäfte in die Schlagzeilen geraten. 2010 geriet Tedeschi jedoch selbst ins Visier italienischer Ermittlungsbehörden. Zusammen mit einem anderen Bankmanager soll er bei Firmentransaktionen die Namen der wahren Auftraggeber verschwiegen und damit gegen Geldwäsche-Gesetze verstoßen haben.

"Ich sage besser nichts"

Jetzt feuerte der Vatikan den Banker. Nach einem einstimmigen Misstrauensvotum im Vorstand der Bank muss Tedeschi zurücktreten. Er habe den „grundlegenden Anforderungen“ seines Amtes nicht genügt heißt es in einer Mitteilung des Vatikan. Trotz mehrfacher Ermahnungen habe sich die „Lage noch verschlechtert“. Die Vorstandsmitglieder erfülle der Schritt mit „Trauer“. Nun suche der Vatikan nach einem Nachfolger, der „wieder wirksame und umfangreiche Beziehungen“ zwischen der Bank und der Finanzgemeinschaft aufbauen könne. Diese sollten auf „gegenseitigem Respekt und international akzeptierten Bank-Standards beruhen“, heißt es in der Mitteilung.

Tedeschi, der neben seiner Tätigkeit als Banker auch Professor für Finanzethik an der katholischen Universität von Mailand ist, hatte vor seiner Tätigkeit im Vatikan das Italien-Geschäft der spanischen Bank Santander geleitet. Nach Medienberichten soll der 66-Jährige nach seiner Entlassung am Donnerstagabend gesagt haben: „Ich sage besser nichts, sonst hätte ich nur hässliche Worte zu sagen.“

Nicht der erste Skandal

Er habe mehrere Funktionen von großer Wichtigkeit in seinem Bereich nicht erfüllt, teilte der Vatikan im Zusammenhang mit Tedeschis Entlassung mit. Trotz mehrerer Gespräche habe sich die Situation zuletzt verschlechtert. Quelle: dpa

Die Vatikanbank war bereits vor einigen Jahren wegen zwielichtiger Geschäfte aufgefallen. Im Zusammenhang mit der Pleite der Privatbank Ambrossiano in den Achtziger Jahren waren Verbindungen zur Mafia aufgedeckt worden. Die Vatikanbank, deren Name IOR offiziell für „Institut der religiösen Werke“ steht, erledigt die Bankgeschäfte des Heiligen Stuhls, der Vatikanstadt, sowie mehrerer Diözesen und Orden. Sie ist nicht das einzige Sorgenkind des Papstes.

Brisante Details zu Korruption

Erst 2009 hatte der Papst den Generalsekretär der wirtschaftlichen Verwaltung des Vatikans ausgetauscht. Trotz zahlreicher Einnahmen verbuchte die katholische Kirche damals ein Haushaltsdefizit von acht Millionen Euro. Bei seinen Recherchen förderte der neue Generalsekretär brisante Details zu Korruption im Vatikan ans Licht. Aufträge seien immer an die gleichen Firmen gegangen, obwohl sie bis zu doppelt so hohe Preise verlangten wie Konkurrenten.

2009 berichtete der italienische Journalist Ginalugi Nuzzi in seinem viel beachteten Buch „Die Vatikan AG“ über Schmiergeldzahlungen an Spitzenpolitiker und Geldwäsche. Die Bilanz der Vatikanbank wird  streng geheim gehalten. Experten schätzen das Vermögen der Bank auf fünf Milliarden Euro.

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