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Georg Fahrenschon "Wir werden die Sparkassen-Filialen nicht aufgeben"

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, über die Zukunft der Filialen und seine Pläne beim Online-Banking.

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), im Interview mit WirtschaftsWoche. Quelle: dapd

Herr Fahrenschon, Sparkassen verdienen ihr Geld damit, dass sie Geld langfristig zu höheren Zinsen verleihen als sie für die Einlagen der Kunden zahlen. Die Zinsen sind seit 2009 allerdings stark gefallen. Wie bedrohlich ist das für die Sparkassen?

Das aktuelle Zinsniveau ist in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Und zwar nicht nur für die Sparkassen, sondern für alle Kreditinstitute und die gesamte Gesellschaft. Bei länger andauernder Niedrigstzinsphase sinkt der Anreiz, fürs Alter vorzusorgen. Eine Volkswirtschaft, die wie Deutschland vor einem demographischen Wandel steht, braucht aber eine Sparquote von mindestens zehn Prozent, um den Wohlstand im Alter zu halten. Der nähern wir uns von oben mittlerweile gefährlich nah an. Die Europäische Zentralbank setzt mit ihrer Zinspolitik auch völlig verkehrte Signale gegenüber den Euro-Staaten.  Wenn sie durch das niedrige Zinsniveau  neue Schulden aufnehmen können und dafür kaum etwas bezahlen müssen,  entsteht ja kein Reformdruck. Es ist deshalb wichtig, dass die EZB bald den Einstieg in den Ausstieg aus dem Niedrigzinsniveau schafft.

Das sind die besten Banken der Welt
Banken in 136 Ländern hat das US-Magazin „Global Finance“ für seine Rangliste der besten Banken 2012 unter die Lupe genommen. In die Wertung flossen dabei objektive Kriterien wie das Wachstum des verwalteten Vermögens oder die Profitabilität ebenso ein wie subjektive Einschätzungen von Bankberatern oder Analysten. Schließlich wurden in zwölf Kategorien Gewinner gekürt. Dies seien nicht immer die größten, aber sicher die besten Banken, betont das Magazin. Beste Sub-Depotbank: CitibankIn der Kategorie beste Sub-Depotbank wurde die Citibank ausgezeichnet. Die US-Großbank verfüge vermögensrechtlich über das größte Depot-Netzwerk der Welt und decke damit 61 Märkte sowie 98,5 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Als Sub-Depotbanken bezeichnet man Depotbanken, die von anderen Finanzinstituten in Ländern beauftragt werden, in denen diese selbst nicht tätig sind. Quelle: rtr
Bester Devisenhändler: Deutsche BankDie Deutsche Bank ist Dauer-Sieger in der Kategorie bester Devisenhändler. Das größte deutsche Finanzinstitut habe den größten, vielseitigsten und profitabelsten Devisenbereich aller Banken, heißt es bei „Global Finance“. Es ist nicht die einzige Kategorie, in der die Deutsche Bank gewonnen hat. Quelle: dapd
Bester Handelsfinanzierer: CitibankCitigroup-Chef Vikram Pandit kann sich auch in der Kategorie bester Handelsfinanzierer über einen Erfolg freuen. Citibank biete ihren Service in Sachen Handelsfinanzierung in 86 Ländern an und ermögliche es Unternehmen damit, in einer globalisierten Wirtschaftswelt und sich verschiebenden Handelsströmen stets über Geld zu verfügen. Quelle: dapd
Cash Management: CitibankUnd noch in einer dritten Kategorie siegt die Citibank. Auch beim Cash Management sieht „Global Finance“ die US-Großbank ganz vorne. Die entsprechende Sparte der Bank verfüge über eine beeindruckende Kundenliste, heißt es in der Begründung. Es umfasse multinationale Firmen ebenso wie Finanzinstitute, Regierungen und Notenbanken. Quelle: REUTERS
Beste Investmentbank: Goldman SachsDie bekannteste Investmentbank der Welt ist laut „Global Finance“ auch die beste. Vorstandschef Lloyd Blankfein und Goldman Sachs hätten im Jahr 2011 durch kreative Lösungen bei der Kapitalbeschaffung Marktanteile hinzugewonnen. Auf öffentlichen Aktienmärkten habe die Bank für ihre Kunden 54 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Keine andere Investmentbank komme an Goldman heran. Außerdem habe Goldman Sachs im zweiten Quartal 2012 trotz eines Rückgangs des Ergebnisses die Erwartungen der Analysten übertroffen. Quelle: dapd
Beste Depotbank: Bank of New York MellonLaut „Global Finance“ ist die BNY Mellon mit einer verwalteten Vermögenssumme von mehr als 27 Billionen Dollar die größte Depotbank der Welt. Die Bank habe die Prozessrisiken gemindert. Trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal sei BNY Mellon die beste Depotbank der Welt. In einer Depotbank werden Sondervermögen wie Wertpapiere von Investmentfonds unabhängig verwahrt. Quelle: rtr
Beste Vermögensverwaltung: BlackrockDer US-Finanzdienstleister Blackrock gewinnt in der Kategorie beste Vermögensverwaltung. Blackrock sei mit 3,6 Billionen Dollar verwalteten Vermögens der größte Dienstleister der Welt in diesem Bereich. Das Geschäft mit der Beratung von Regierungen, Zentralbanken und Unternehmen in Sachen Risikomanagement floriere seit der Finanzkrise. Quelle: rtr

Für viele Sparkassen ist ein so niedriges Zinsniveau auf Dauer auch existenzbedrohend.  Die Einnahmen in anderen Bereichen lassen sich nicht so  einfach erhöhen. Sie müssen mehr als früher auf ihre Kosten schauen. Einer der teuersten Faktoren sind die Filialen. Mit der Commerzbank und der HVB haben zwei ihrer privaten Wettbewerber bereits Einsparungen im Filialnetz angekündigt. Gehen die Sparkassen denselben Weg?

Wir haben 15.200 Geschäftsstellen, die Commerzbank noch 1.200. Daran können Sie bereits völlig unterschiedliche Geschäftsphilosophien erkennen. Wir sehen die Zukunft nicht darin, Kunden in eine menschenleere Technikhalle zu schicken, in der dann Bankgeschäfte nur noch online gemacht werden. Wir wollen vor Ort unseren Kunden nahe sein.

Die zehn kleinsten Sparkassen in Deutschland

Das Filialnetz bleibt also so wie es ist?

Das Filialnetz ist die Stärke der Sparkassen. Es ist Ausdruck unserer Verwurzelung in den unterschiedlichen Regionen. Aber natürlich verändern sich Kundenbedürfnisse und dem passen wir auch unser Filialnetz an. Schauen Sie sich die Ostsächsische Schweiz an. Dort gibt es schon seit zehn Jahren einen Sparkassenbus, der durch die Region fährt und die entlegenen Orte mit kreditwirtschaftlichen Leistungen versorgt. Seit Mitte letzten Jahres haben wir so etwas auch in der Region um Köln. Vor allem setzen wir auf das Thema Online als Verlängerung der Geschäftsstelle. Die Kunden nutzen jeden zweiten Tag die Sparkassen-App. Daraus darf man nicht den Schluss ziehen, dass man die Filialen nicht mehr braucht. Die Geschäftsstelle ist der Ort, wo Nähe zwischen Kunde und Berater entsteht. Das werden wir nicht aufgeben. Deshalb wird es immer wieder Veränderungen bei den Geschäftsstellen, aber kein Filialsterben auf breiter Front geben.

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