Geschäftsbericht UBS-Spitze streicht höhere Gehälter ein

Die Schweizer UBS gibt wieder deutlich mehr an Boni und Gehältern für ihre Spitzenmanager als in den vergangenen Jahren aus. Ex-Bundesbankchef Axel Weber als UBS-Verwaltungsratspräsident bekam run fünf Millionen Euro.

Die UBS zahlt wieder besser: Fünf Millionen Euro bekam allein Ex-Bundesbanker Weber. Quelle: dpa

Die Rückkehr in die Gewinnzone zahlt sich für die Topmanager der Schweizer Großbank UBS aus. Das Gehalt von Konzernchef Sergio Ermotti stieg um gut ein Fünftel auf 10,7 Millionen Franken, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Alle elf Mitglieder der Konzernleitung zusammen erhalten 82,4 Millionen Franken (umgerechnet 68 Millionen Euro) für 2013. Das sind 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der größte Teil des Gehalts wird in Aktien ausgezahlt, die für eine bestimmte Zeit gesperrt sind. Mit der Erhöhung habe UBS die "Lücken zum marktüblichen Vergütungsniveau geschlossen", erklärte die größte Schweizer Bank. 2012 musste UBS wegen Verstrickungen in den Libor-Skandal eine Geldstrafe von rund 1,4 Milliarden Franken zahlen und hatte rote Zahlen geschrieben. Die Boni waren niedriger ausgefallen. Im letzten Jahr entging die Bank einer saftigen Geldstrafe der EU, weil sie sich der Europäischen Kommission als Kronzeuge zu Verfügung stellte.

Mehr als Ermotti verdiente Andrea Orcel, der Chef des Investmentbanking. Er kann 11,4 Millionen Franken einstreichen. Der im Mai 2012 gewählte Verwaltungsratspräsident Axel Weber erhielt sechs Millionen Franken, das sich aus einem Grundgehalt von zwei Millionen Franken und 200.000 auf vier Jahre gesperrte Aktien zusammensetzt. Auch andere Mitarbeiter der Bank werden bedacht. Insgesamt wuchs der Bonus-Pool um 28 Prozent und war mit 3,2 Milliarden Franken praktisch gleich hoch wie der Gewinn.

Diese Manager sind Europas Spitzenverdiener
Banknoten von 50, 20 und 10 Euro Quelle: dpa
Platz 10 - Dieter Zetsche (Daimler) - 8,64 Millionen EuroZuletzt musste der Daimler-Chef intern ein Sparprogramm verkünden, denn in China und Europa entwickelten sich die Absätze des Autobauers schlechter als erwartet. Sein eigenes Einkommen gehört zu den höchsten unter Europas Konzernlenkern. Quelle: dpa
Platz 9 - Peter Löscher (Siemens) - 8,71 Millionen EuroAuch Siemens-Chef Löscher will im November ein Effizienzprogramm vorstellen, um die Kosten des Dax-Konzerns zu senken. Eine Hiobsbotschaft für die Angestellten. Mit 410.000 Mitarbeitern gehört Siemens zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Quelle: dpa
Platz 8 - Josef Ackermann (Deutsche Bank) - 9,35 Millionen EuroMittlerweile hat der Schweizer den Chefposten geräumt. Doch in seinem letzten Jahr an der Spitze des größten deutschen Finanzinstituts verdiente er prächtig. Quelle: dapd
Platz 7 - Terry Leahy (Tesco) - 9,92 Millionen EuroDer Mann an der Spitze des britischen Handelsriesen ist auch einer der Spitzenverdiener in Europa. Obwohl Tesco rund 30 Prozent des britischen Lebensmittelmarktes kontrolliert, gingen die Umsätze zuletzt zurück. Mit einem Sanierungsplan will Leahy umsteuern. Seine Strategie: Mehr Mitarbeiter, modernisierte Filialen. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 6 - Severin Schwan (Roche) - 10,02 Millionen EuroMit seinem Jahreseinkommen überspringt der Chef des Schweizer Pharmariesen die 10-Millionen-Marke. Sein Unternehmen machte wegen des Konzernumbaus zuletzt 17 Prozent weniger Gewinn. Darum wird nun gestrichen: Im Rahmen des zweiten große Effizienzprogramms in zwei Jahren streicht Roche in den USA 1000 von insgesamt 20.800 Stellen. Quelle: Reuters
Platz 5 - Peter Voser (Royal Dutch Shell) - 10,21 Millionen EuroIn Deutschland gehört Shell zu den Marktführern, aber auch international ist der Ölkonzern derzeit gut aufgestellt. Zuletzt legte sich der britisch-niederländische Konzern offen mit den Umweltschützern von Greenpeace an und wollte ihren Protest unterbinden. Shell-Chef Voser fährt mit seiner offensiven Strategie gut: Kein anderer Öl-Manager in Europa verdient mehr. Quelle: Reuters

Die Diskussionen in der Schweiz über Managergehälter zeigen auch bei UBS Wirkung. Neu gilt, dass der Konzernchef nicht mehr als das Fünffache seines Grundlohnes als Erfolgsprämie erhalten kann. Ermotti bezieht 2,5 Millionen Franken Grundlohn. Bei den anderen Mitgliedern der Konzernleitung gilt das Siebenfache als Obergrenze. Bereits seit dem letzten Jahr ist der Bonus-Pool für die Konzernleitung auf das Zweieinhalbfache des bereinigten Vorsteuergewinns begrenzt. Vor einem Jahr beschlossen die Schweizer in einer Volksabstimmung über die sogenannte "Minder-Initiative" Beschränkungen für Manager-Gehälter. Die Aktionäre der UBS werden im nächsten Jahr zum ersten Mal über die Gehälter der Topmanager abstimmen.

Für offene Rechts- und Regulierungsfälle hatte die Bank Ende des letzten Jahres 1,62 Milliarden Franken zur Seite gelegt nach 1,43 Milliarden im Jahr zuvor. Hinter diesen Nettozahlen stehen hauptsächlich neue Rückstellungen von 1,79 Milliarden Franken und die Verwendung von 1,42 Milliarden Franken aus früher angelegten Reserven. Seit Juni 2013 führt die Bank interne Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Devisenskandal durch. Dort geht es um die Vorwürfe, Devisenhändler hätten das sogenannte Londoner Devisen-Fixing manipuliert. UBS ist neben Barclays, Deutsche Bank, Royal Bank of Scottland und HSBC einer der größten Teilnehmer am Devisenmarkt. Die internen Untersuchungen würden sich auch auf das Edelmetallgeschäft beziehen, schrieb die Bank nun im Geschäftsbericht.

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Die Hongkonger Bankenaufsicht untersucht im Zusammenhang mit Manipulationen des Referenzzinses Hong Kong Interbank Offered Rate (Hibor) Mängel in der internen Kontrolle der Schweizer Großbank. Die UBS habe es unterlassen, Fehlverhalten von Mitarbeitern den Hongkonger Behörden zu melden, teilte die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) am Freitag mit. Das sei nicht akzeptabel. Die UBS entgegnete, dass sie angemessene Schritte unternommen habe, um die Verbesserungsvorschläge der Behörde umzusetzen. Die Bank hat seit 2010 nicht mehr am Hongkonger Zinsfixing teilgenommen. Die Behörde sei in ihrer Untersuchung zu den gleichen Ergebnissen gekommen wie die Bank in ihren internen Nachforschungen. Teil der Ermittlungen der HKMA ist auch die britische Großbank HSBC. Eine Zusammenarbeit von Banken bei den mutmaßlichen Zins-Manipulationen sei aber nicht festgestellt worden, teilte die Behörde mit.

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