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Geschäftszahlen Die Deutsche Bank will braver werden

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Deutsche Bank will Vorbild sein

Wie deutsch ist die Deutsche Bank?
Anshu Jain Quelle: dapd
Jürgen Fitschen Quelle: dapd
Rainer Neske Quelle: unbekannt.
Stefan Krause Quelle: dapd
Stephan leithner Quelle: dpa
Stuart Lewis, Chief Risk Officer der Deutsche Bank Quelle: Presse
Henry Ritchotte Quelle: unbekannt.

Zusätzlich zur Präsentation der Geschäftszahlen für das zweite Quartal verkündeten die Chefs überraschend auch Eckpunkte für ihre veränderte Strategie. Konkretere Informationen sollen allerdings im September folgen. Mit den jetzt erfolgten Ankündigungen will das Management wohl auch zunächst erreichen, dass die Deutsche Bank aus den von der Zinsaffäre und dem schwächelnden Investmentbanking geprägten schlechten Schlagzeilen herauskommt. Dafür bedient sich das Institut wolkiger Vokabeln.

Von einem „Kulturwandel“ in der Finanzindustrie ist die Rede, bei dem das Haus in der vordersten Reihe stehen solle. Die Deutsche Bank will als Vorbild dienen für einen geläuterten Bankensektor. Einzelne Banker sollen nicht mehr so viel verdienen, dass dies im Missverhältnis zu den Vergütungen anderer Mitarbeiter sowie den Dividenden und Kursgewinnen der Aktionäre steht.

Offensichtlich sind solche Verzerrungen in der Vergangenheit der Fall gewesen, sonst müsste die Bank das künftig nicht ändern. Die Botschaft ist klar: Das sonst gern mit seinem Gewinnerimage kokettierende Großinstitut, dessen abgezockte und hemdsärmelige Händler getreu dem Firmencredo „Leistung aus Leidenschaft“ ablieferten und für sprudelnde Geldquellen sorgten, will braver und zahmer werden.

Den abstrakten Absichtserklärungen müssen aber erst konkrete Ziele und Maßnahmen folgen. Jain selbst sagte: „Die Zeit vager Versprechungen eines kulturellen Wandels in der Finanzindustrie ist lang vorbei.“

Banken



Konkreter sind dagegen schon die Einschnitte, die die Chefetage bei den Mitarbeitern plant. 1900 Stellen will die Deutsche Bank abbauen, 1500 davon im Investmentbanking. Jain schont seine treuen Truppen aus den Londoner Zeiten also nicht.

Die Maßnahmen zielen vor allem auf die Leute an den Finanzplätzen in der New Yorker Wall Street und der Londoner City ab, Mitarbeiter an deutschen Standorten sind von dem Abbauprogramm kaum betroffen. Damit sollen 350 Millionen Euro gespart werden und zum Sparziel von insgesamt drei Milliarden Euro beigetragen werden.

Den Löwenanteil der Effizienzsteigerungen soll die Integration der Postbank bringen, die mit den Kontoeinlagen ihrer 14 Millionen Sparer einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Geschäfts der Deutschen Bank leistet.

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