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Gewerkschaft Verdi droht Commerzbank mit Streik

Die Commerzbank könnte mal wieder in einen Konflikt mit ihren Mitarbeitern geraten.  Quelle: REUTERS

Der Commerzbank droht ein neuer Streit mit ihren Arbeitnehmervertretern. Verdi verlangt Tarifverträge bei Töchtern des Instituts – und will notfalls streiken lassen.

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Die Gewerkschaft Verdi verlangt von der Commerzbank, mit ihr über die Einführung von Tarifverträgen bei acht Töchtern des Instituts zu verhandeln und droht andernfalls mit Streiks. „Bietet die Bank uns bis zum 30. Juni weiter keinen Gesprächstermin dazu an, rufen wir die Mitarbeiter dieser Töchter zu Streiks auf“, sagte Verdi-Funktionär und Commerzbank-Aufsichtsrat Stefan Wittmann der WirtschaftsWoche. Der Gewerkschaft geht es um sieben unter ComTS firmierende Gesellschaften, die Verwaltungsaufgaben erledigen, und um ein Callcenter. Für die insgesamt 2600 Mitarbeiter will Verdi höhere Löhne und verbindliche Arbeitszeiten festschreiben.

Teils verdienten Angestellte der ComTS-Töchter nur 10 Euro in der Stunde, kämen auf gerade einmal 1.100 Euro Nettolohn im Monat und müssten ihr Gehalt laut Wittmann mit staatlichen Hilfszahlungen aufstocken lassen. Zudem bemängelte der Verdi-Funktionär, dass „die Kolleginnen und Kollegen oft auf Abruf zur Verfügung“ stehen müssten. „Das lässt keine verlässliche Lebensplanung zu“, sagte er. „Wir appellieren an die Commerzbank, dass die oft zitierte Sozialpartnerschaft zwischen Bank und Angestellten für alle Mitarbeiter gelten muss“. Wittmann hat seine Zitate per Mail freigegeben. 

Eine Commerzbank-Sprecherin betonte, bei den acht Gesellschaften gebe es trotz der nicht vorhandenen Tarifverträge „gute Arbeitsbedingungen, die flexibel auf die Situation und Bedürfnisse dieser Gesellschaften vor Ort ausgerichtet sind“. Die ComTS-Töchter hätten mit den örtlichen Betriebsräten ein transparentes Gehaltssystem verhandelt und Ende 2020 eingeführt. „Die Bezahlung aller Mitarbeiter der ComTS-Gesellschaften liegt klar über dem Mindestlohn“, sagte die Sprecherin. Außerdem gebe es bei den ComTS-Töchtern zum 1. Juli dieses Jahres eine Gehaltserhöhung von zwei Prozent, in dem Callcenter sogar von zweieinhalb Prozent, die wiederum zum 1. September wirksam werde.

Mehr zum Thema: Die Commerzbank hat ihr Führungschaos beendet und vier neue Aufsichtsräte gefunden. Die erneute Eskapade belegt, wie der Bund als Großaktionär bei dem Institut durchregiert. Die Chronik einer Machtübernahme.

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