Goldman Sachs, Citigroup, JPMorgan US-Banken machen wieder Rekordgewinne

Neben der Citigroup und JPMorgan hat nun auch Goldman Sachs seine Zahlen für das erste Quartal 2013 vorgelegt. Der Trend geht weiter. Die amerikanischen Banken verdienen wieder - und der DAX profitiert.

Die Zentrale von Goldman Sachs in New York ist hell erleuchtet. Quelle: AP

Mit Goldman Sachs hat eine weitere US-Großbank gleich zu Jahresbeginn mehr Geld eingestrichen. Der Gewinn der Investmentbank stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent auf unterm Strich 2,19 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro), wie das Wall-Street-Haus mitteilte. Je Aktie entspreche dies einem Gewinn von 4,29 Dollar. Die Einnahmen summierten sich von Januar bis März auf 10,09 Milliarden Dollar.

Damit übertraf Goldman Sachs die Erwartungen der Analysten, die mit einem leichten Gewinnrückgang gerechnet hatten. Vorbörslich stieg die Aktie um ein Prozent. „Wir sind zufrieden mit unserer Leistung im Quartal“, erklärte Bankchef Lloyd Blankfein in New York. Zudem drückte Goldman Sachs die Kosten. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 400 auf rund 32.000.

Die Bank profitierte wie bereits ihre breiter aufgestellten Rivalen JPMorgan Chase und Citigroup von den gut laufenden Märkten. So hatte die  US-Großbank Citigroup erst am Montag von einem florierenden Investmentbanking und rückläufigen Ausfällen bei Hauskrediten profitiert. Der Gewinn im ersten Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar, wie das Institut in New York bekanntgab.

Wo Investmentbanker gehen müssen
Royal Bank of ScotlandDer Vorstandschef der staatlich kontrollierten britischen Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) tritt ab. Stephen Hester werde seinen Posten zum Ende des Jahres räumen, teilte die Bank mit. „Der Verwaltungsrat ist der Meinung, dass ein ordentlicher Nachfolge-Prozess einem neuen Vorstandschef Zeit geben wird, den Privatisierungsprozess vorzubereiten und die Bank in die kommenden Jahre zu führen“, heißt es in einem Statement der RBS. Hester sei es nicht möglich gewesen, ein solches zeitlich unbegrenztes Bekenntnis abzugeben. Die Royal Bank of Scotland gehört zu rund 80 Prozent dem britischen Steuerzahler. Ihre Reprivatisierung gilt als eines der heißesten Eisen in der britischen Regierungspolitik. Quelle: dpa
Goldman SachsBedrohte Stellen: unbekannt Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen. Quelle: dpa
Morgan StanleyBedrohte Stellen: 1600 Die sechstgrößte US-Bank plant angeblich, in den nächsten Wochen den Geschäftsbereich Investmentbanking um 1600 Stellen zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Prozent der Mitarbeiter in dieser Sparte. Rund 800 Investmentbanker sollen in den USA entlassen werden, aber auch Mitarbeiter außerhalb der Vereinigten Staaten werden gehen müssen. Ähnlich wie bei den Entlassungen der Citigroup sollen Mitarbeiter aus allen Ebenen betroffen sein. Quelle: REUTERS
a Citibank branch in New York Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Nomura Quelle: REUTERS
JP Morgan Quelle: REUTERS

Die Citigroup übertraf die Erwartungen der Analysten. Im frühen New Yorker Handel stieg die Aktie um 3 Prozent. Das Kapitalmarktgeschäft warf beinahe doppelt so viel Gewinn ab wie im Vorjahr, als die europäische Schuldenkrise die Märkte belastet hatte. 

Weniger Umsatz im Privatkundengeschäft

Dagegen verdiente die Citigroup im Privatkundengeschäft weniger Geld. Die Verluste aus problematischen Geschäftsfeldern, die die Citigroup seit der Finanzkrise abwickelt, schrumpften. Der seit einem halben Jahr amtierende Citigroup-Chef Michael Corbat mahnte allerdings davor, verfrüht in Jubel auszubrechen: „Das Umfeld bleibt herausfordernd und wir sind überzeugt, dass wir im restlichen Jahresverlauf noch einmal auf die Probe gestellt werden.“

Im vergangenen Jahr hatte die Bank mit einem Gewinnrückgang zu kämpfen gehabt und der langjährige Chef Vikram Pandit musste gehen. Kritiker warfen ihm vor, nicht genug auf die Kosten geachtet zu haben. Sein Nachfolger Corbat kündigte kurz nach seinem Amtsantritt an, 11 000 Stellen zu streichen. Corbat kommt nun zugute, dass die US-Wirtschaft besser läuft. Die Schuldner zahlen ihre Raten wieder pünktlicher, dadurch muss die Bank weniger Geld für Kreditausfälle zur Seite legen und kann alte Reserven auflösen. Das polstert den Gewinn. Zudem belastet die europäische Schuldenkrise die Märkte weniger. Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - stiegen um 6 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar.


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