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Harte Strafe der Finanzaufsicht Berufsverbot für Banker wegen Schwarzfahrens

Die britische Finanzaufsicht will Skandale mit drakonischen Strafen verhindern. Nun erteilte sie einem ehemaligen Blackrock-Manager sogar Berufsverbot – weil er in der Bahn das falsche Ticket löste.

Fahren ohne Fahrschein? Banker setzen damit ihren Job auf's Spiel. Quelle: REUTERS

Zinsmanipulation, Anlagebetrug, Preisabsprachen – wenn Banker kriminell werden, dann geht es meist um sehr große Summen. Doch auch geringere Vergehen können schlimme Folgen haben. Das musste nun ein ehemaliger Spitzenbanker der Vermögensverwaltung Blackrock schmerzlich erfahren. Jonathan Burrows, ehemaliger Managing Director des US-Unternehmens, ist von der britischen Finanzbehörde mit einem Berufsverbot belegt worden – weil er schwarz gefahren ist.

Seine Handlungen seien kein „adäquates Verhalten einer zugelassenen Person“, wie die FCA im Behördentonfall mitteilte. Daher werde er „von der Ausübung von Funktionen im Zusammenhang mit regulierten Aktivitäten im Bereich Finanzdienstleistungen ausgeschlossen“. Übersetzt: Burrows erhält ein Berufsverbot.

Der Euro verliert sogar gegen den Tögrög
Afghanischer AfghaniAm 07.Oktober 2002 wurde der neue Afghani in Afghanistan eingeführt. Die neue Währung sollte die Währungsvielfalt eindämmen und die Wirtschaft ankurbeln. Für 1.000 alte Afghani bekam man einen neuen ( siehe Bild). Im Jahr 2003 gehörte das Land noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Krieg und politische Unsicherheit lähmten das Land. Trotz der weiterhin komplizierten Lage wird mittlerweile mehr in das Land investiert. Die EU ist einer der wichtigsten Handelspartner Afghanistans. Veränderung zum Euro (12 Monate): + 6 Prozent Quelle: ap
Albanischer LekLek steht im albanischen Sprachgebrauch nicht nur für die Währung, sondern auch allgemein für Geld. Seit 1925 ist der Lek offizielles Zahlungsmittel in Albanien. Wegen der hohen Inflation ist die kleinste Münze im Umlauf die fünf Lek-Münze; kleinere Münzen haben höchsten noch einen Sammlerwert. 1964 fand eine Währungsreform statt bei der eine Null gestrichen wurde, 10 alte Lek also gegen einen neuen eingetauscht werden konnten. Veränderung zum Euro (12 Monate): + 3 Prozent
Armenischer Dram1993 löste der Dram den russischen Rubel ab. Nach dem Zerfall der Sowjetunion fiel Armenien, wie viele andere neu entstandene Republiken, in eine Wirtschaftskrise. Insbesondere der Umstieg von Plan- auf Marktwirtschaft bereitet dem Land Schwierigkeiten und ist noch nicht ganz gelungen. Die Inflation liegt bei etwa fünf Prozent - relativ wenig im Vergleich zu den Nachbarländern. Trotzdem ist Armenien das ärmste Land im Kaukasus. Auf der Vorderseite des 50-Dram-Scheines sieht man den armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan. Veränderung zum Euro (12 Monate): + 5 Prozent
Äthiopischer BirrDer äthiopische Birr wird in 100 Santim unterteilt. Die Staatsschulden des ostafrikanischen Landes betrugen 2009 etwa 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Äthiopien gilt in Verbindung mit seinen Vorgängerstaaten als ältester bestehender Staat der Welt. Wegen der Währungsschwäche sind Ein-Santim-Münzen recht selten. (Auf dem Bild: Eine Fünf-Santim-Münze.) Veränderung zum Euro (12 Monate): + 10 Prozent
Bangladeschischer TakaDas "Land der Bengalen" ist der am dichtesten bewohnte Flächenstaat der Welt und grenzt im Westen an Indien. Der Staat gehört zu den ärmsten der Welt, obwohl die Wirtschaft des Landes, wie in vielen anderen Schwellenländern, kräftig wächst (2011 lag das Wirtschaftswachstum bei 6,7 Prozent). Die Wirtschaft befindet außerdem im Wandel: die Industrie gewinnt mehr an Bedeutung, während die Landwirtschaft immer mehr in den Hintergrund gerät. Die Inflation lag in den vergangenen Jahren zwischen vier und sechs Prozent. Veränderung zum Euro (12 Monate): + 5 Prozent
Bhutanischer NgultrumDie Wirtschaft im Westen des Königreichs Bhutan - östlich von Indien - profitiert von der Hauptstadt Tiumphu und von entstehenden Wasserkraftprojekten. Der Osten dagegen ist wirtschaftlich deutlich schwächer. Die wirtschaftlichen Interessen haben gegenüber Umweltschutz das Nachsehen, weshalb das Land über eine fast einzigartige Naturbelassenheit verfügt. Wer unter 16 Euro im Monat verdient, lebt unter der offiziell festgesetzten Armutsgrenze - 2007 waren dies mehr als 20 Prozent der Bevölkerung. Veränderung zum Euro (12 Monate): - 8 Prozent
Bolivianischer BolivianoOberstes Ziel der Politik ist die Armutsbekämpfung. Das Land ist auch das ärmste in ganz Südamerika. Das Wirtschaftswachstum, das stark von den Öl- und Gasexporten abhängig ist, erreichte 2008 6,8 Prozent. Wegen der rückläufigen Entwicklung der Energiepreise wird die Wirtschaft in Zukunft wohl weniger stark wachsen. Nachdem die Inflation im Jahr 2008 auf über elf Prozent stieg, konnte die Inflation im Jahr darauf auf unter ein Prozent gedrückt werden. Veränderung zum Euro (12 Monate): + 14 Prozent

Nach diversen Skandalen versucht die FCA, das Vertrauen in die Branche wiederherzustellen und erhöht die Anforderungen an Einzelpersonen. „Zugelassene Personen müssen jederzeit ehrlich und integer handeln, und wo sie es nicht tun, werden wir handeln“, erklärte Tracey McDermott, FCA-Direktorin für Finanzdelikte.

Dabei war Burrows nicht einmal ohne Ticket unterwegs. Am 19. November 2013 hatte ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe am Londoner Bahnhof Cannon Street seinen Fahrschein kontrolliert. Doch die London Travel Card (maximaler Fahrpreis 7,20 Pfund) war für seine Fahrt nicht gültig, stattdessen hätte der Banker ein Ticket für 21,50  Pfund lösen müssen. Die Differenz von 14,30 Pfund kostet ihn nun seine Berufszulassung.

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Obwohl der Schaden durch Burrows tatsächlich noch etwas höher ausgefallen sein dürfte. Denn gegenüber der FCA legte der Banker ein umfangreiches Geständnis ab. Ja, er habe mehrfach nicht den korrekten Fahrpreis entrichtet. Und ja, er habe gewusst, dass er damit gegen das Gesetz verstößt. Milde ließ die Behörde trotzdem nicht walten. Dabei hatte Burrows sich bereits für seine Schwarzfahrervergangenheit entschuldigt. In einer Mitteilung erklärte er, dass sein Verhalten „töricht“ gewesen sei. Er bedauere seine Entscheidung nach einer „20-jährigen Karriere in der City, die ohne Makel war“.

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