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HSBC Gefährliche Kürzungen bei Europas größter Bank

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Ein Vorbild für andere Banken?

Wie deutsch ist die Deutsche Bank?
Anshu Jain Quelle: dapd
Jürgen Fitschen Quelle: dapd
Rainer Neske Quelle: unbekannt.
Stefan Krause Quelle: dapd
Stephan leithner Quelle: dpa
Stuart Lewis, Chief Risk Officer der Deutsche Bank Quelle: Presse
Henry Ritchotte Quelle: unbekannt.

Doch ist HSBC damit ein Vorbild für andere Banken, allen voran für Deutschlands Nummer eins, deren künftige Doppelspitze, die am 1. Juni antritt, ebenfalls eine neue Konzernstrategie vorlegen dürfte? Die Antwort lautet Nein. Anders als HSBC ist die Deutsche Bank außerhalb ihres Stammlandes vor allem als globale Investmentbank tätig und in dieser Hinsicht eher mit den Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse vergleichbar. Und auch geografisch ist HSBC wegen der Stärke in Asien, wo die Deutsche Bank Defizite aufweist, völlig anders unterwegs.

Gleichwohl zeigt Gulliver aller Welt und auch seinem künftigen Frankfurter Kollegen-Duo Anshu Jain und Jürgen Fitschen, das sich in den kommenden Monaten der behäbigen Tochter Postbank annehmen muss, wie sich mit hartem Personalabbau Bankgewinne steigern lassen.

Seit 2011 sparte HSBC 1,2 Milliarden Dollar ein, nicht zuletzt durch den Abbau von 14.000 Stellen weltweit. Damit hat Gulliver fast die Hälfte der 30.000 Jobs gestrichen, die im Rahmen des Umbaus insgesamt wegfallen sollen. Alles in allem will er die gesamte Belegschaft des Finanzriesen um etwa zehn Prozent reduzieren. Einen Teil steuern allerdings auch Verkäufe von Töchtern bei.

„Wir haben bei der Umsetzung unserer Strategie gute Fortschritte gemacht, das schließt auch die Kostenreduktion ein“, sagt Gulliver trocken. Im ersten Quartal verdiente die Bank vor Steuern 4,3 Milliarden Dollar. Rechnet man Sondereffekte durch die Neubewertung der eigenen Schulden heraus, so stieg der bereinigte Vorsteuergewinn sogar um ein Viertel auf 6,8 Milliarden Dollar – und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Grafik Die fünf größten Banken der Welt nach Marktkapitalisierung

Insgesamt konnte Bank-Chef Gulliver das Verhältnis der Kosten zum Ertrag zum Ende des ersten Quartals von 58,7 Prozent auf 55,5 Prozent verbessern. Eine Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent hält er für realistisch, derzeit liegt sie bei etwa elf Prozent. Damit liegt die HSBC im europäischen Durchschnitt.

Im ersten Vierteljahr 2012 profitierte HSBC allerdings auch von einer Erholung des Investmentbankings – und hier vor allem vom guten Abschneiden des Anleihegeschäfts und des Devisenhandels – sowie starken Zuwächsen in den Schwellenländern Asien und Lateinamerika. Die Börsianer warten indes noch ab. Die HSBC-Aktie notiert fast 16 Prozent schwächer als noch vor einem Jahr.

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