HSBC Mehr Gewinn dank Hongkong-Geschäft

Weil in Hongkong die Geschäfte gut liefen, konnte die britische Großbank HSBC ihren Vorsteuergewinn im ersten halben Jahr steigern. Außerdem will das Geldinstitut seine Brasilien-Sparte verkaufen - ein Milliardendeal.

Diese Prominenten haben ein Konto in der Schweiz
Logo der Schweizer HSBC-Bank Quelle: REUTERS
Unter den Kunden der Schweizer HSBC-Tochter befindet sich laut den Recherchen auch Gennadi Timtschenko. Er ist ein russisch-finnischer Oligarch im Ölhandel und ein Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Timtschenko wohnt in Genf. Sein Vermögen soll sich auf rund 14 Milliarden US-Dollar belaufen und er steht laut „Süddeutscher Zeitung“ auf der US-Sanktionsliste. Quelle: Handelsblatt Online
Der italienische Sport- und Industriemanager wurde bekannt als Teamchef des Formel-1-Rennstalls von Renault. Mehr als 73 Millionen Dollar soll Briatore bei der HSBC geparkt haben. In den enthüllten Dokumenten taucht sein Name im Zusammenhang mit neun Kundenkonten auf. Unter anderem gehöre ihm ein Nummernkonto, das 2005 geschlossen wurde, heißt es in den Berichten. Bei mindestens sechs Konten sei er als Inhaber aufgeführt – damit steht er in Verbindung mit 38 Bankkonten. Quelle: dpa
Der Banker war Inhaber der griechischen Proton Bank. Lavrentis Lavrentiadis (rechts) saß bereits in Haft wegen Verdachts auf Mord und Geldwäsche. Sein Name steht in Zusammenhang mit sieben HSBC-Kundenkonten, davon zwei Nummernkonten. Quelle: Handelsblatt Online
Der US-amerikanischer Schauspieler Christian Slater hat bereits an der Seite von Tom Cruise und Brad Pitt gearbeitet. 1996 ist er mit Jon Travolta im Action-Film „Broken Arrow“ zu sehen. Er ist vorbestraft wegen Körperverletzung und Alkohol am Steuer. Der Schauspieler wird in Verbindung gebracht mit einem HSBC-Konto namens „Captain Kirk”. Es wurde 1996 eröffnet und bereits ein Jahr später wieder geschlossen. Die enthüllten Dokumente geben allerdings keinen Aufschluss über Slaters genaue Rolle in Verbindung mit dem Konto. Quelle: Handelsblatt Online
Der spanische Formel-1-Pilot Fernando Alonso ist seit 2002 Kunde der HSBC. Er hat vier Jahre in der Schweiz gelebt. Seiner Kundendatei lassen sich vier Bankkonten zuordnen, die in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt 42,3 Millionen Dollar Wert waren. Sein Manager erklärt, dass Alonso in mehreren Ländern steuerlich registriert sei – aber überall immer korrekte Angaben mache. Auch Kollege Heikki Kovalainen zählt zu den Kunden der HSBC. Quelle: REUTERS
Li Xiaolin ist eine chinesische Geschäftsfrau und Vorsitzende der China Power Investment Corporation. Die Multimillionärin ist die Tochter des chinesischen Ex-Premiers Li Peng und ist seit 2001 Kundin bei der Schweizer HSBC-Tochter. Mit ihrem Mann unterhielt sie 2006/2007 fünf Bankkonten mit einem Wert von insgesamt 2,48 Millionen Dollar. Die Konten liefen unter dem Namen der „Metralco Overseas S.A.“, einer in Panama registrierten Firma. Die Firma wurde 2012 aufgelöst. Quelle: Handelsblatt Online

Die britische Großbank HSBC hat ihren Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr dank ihres Hongkong-Geschäfts um zehn Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar gesteigert. Das Institut teilte zudem mit, seine Brasilien-Sparte an die Banco Bradesco für 5,2 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Die britische Großbank HSBC zieht sich damit aus einem der wichtigsten Zukunftsmärkte zurück. Bis Juni 2016 soll die Transaktion abgeschlossen sein, wie Europas größte Bank am Montag mitteilte. Die enorme Spekulationsfreude der Chinesen sorgte unterdessen für einen überraschend kräftigen Gewinnanstieg des Konzerns im ersten Halbjahr. Das Ergebnis vor Steuern legte bis Ende Juni um zehn Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten im Schnitt mit 12,5 Milliarden Dollar gerechnet. HSBC habe vom Kaufrausch privater Anleger an der Börse in Hongkong zu Beginn des Jahres profitiert, teilte die Bank mit.

Unter dem Strich verdiente das Institut 9,6 Milliarden US-Dollar, 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die britische Bank am Montag in London mitteilte. Neben höheren Steuern schlugen neue Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen wie den Skandal um manipulierte Devisenkurse zu Buche.

Allerdings könnten die Turbulenzen an den chinesischen Märkten der letzten Wochen den Ausblick für das restliche Geschäftsjahr eintrüben. Die Bank habe von dem Auftrieb profitiert, bevor sich der Markt gedreht habe, sagte Ian Gordon von Investec Securities in London. "Ich würde das Ergebnis nicht auf das dritte Quartal und darüber hinaus hochrechnen."

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