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HSH Nordbank Wie sich die Eigentümer aus der Haftung mogeln wollen

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SOS nach Brüssel

Gute Banken, schlechte Banken
Europas Banken stecken in der Krise – das wussten Marktbeobachter schon vor dem großen Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere. Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Das KBV liegt bei allen Geldhäusern unter 1. Das bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen als von der Fortführung des Geschäfts – oder dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 3. Quartal 2016. Quelle: DPA
Platz 11: RBSNettogewinn: -393 Mio. Euro Eigenkapitalrendite: -3,5 Prozent Eigenkapitalquote: 15 Prozent KBV: 0,39 Quelle: REUTERS
Platz 10: CommerzbankNettogewinn: -288 Mio. Euro Eigenkapitalrendite: -5,0 Prozent Eigenkapitalquote: 11,8 Prozent KBV: 0,25 Quelle: REUTERS
Platz 9: HSBCNettogewinn: -183 Mio. Euro Eigenkapitalrendite: -0,4 Prozent Eigenkapitalquote: 13,9 Prozent KBV: 0,79 Quelle: REUTERS
Platz 8: Credit SuisseNettogewinn: 38 Mio. Euro Eigenkapitalrendite: 0,4 Prozent Eigenkapitalquote: 12 Prozent KBV: 0,60 Quelle: REUTERS
Platz 7: Deutsche BankNettogewinn (Q2/2016): 256 Mio. Euro Eigenkapitalrendite: 1,7 Prozent Eigenkapitalquote: 11,1 Prozent KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,26 Quelle: DPA
UnicreditNettogewinn: 447 Mio. Euro Eigenkapitalrendite: 3,6 Prozent Eigenkapitalquote: 10,8 Prozent KBV: 0,25 Quelle: REUTERS

In Finanzkreisen heißt es, dass Politik und Sparkassen nun nach juristischen Auswegen suchen, mit denen die Institute der Haftung entgehen können. So hätte man geprüft, ob die HSH, die seit 2003 eine Aktiengesellschaft ist, überhaupt noch eine Landesbank im eigentlichen Sinne ist. Ein Argument dagegen könnte auch der Einstieg des Investors JC Flowers 2006 sein.

Allerdings ist dieser Ausweg laut Juristen versperrt. Denn die HSH ist Mitglied des Sparkassenhaftungsverbundes, auch Aufseher sehen die Institute deshalb in der Pflicht. Die einzige Option wäre nun, die Satzung für die Mitgliedschaft im Verbund zu ändern und die HSH nachträglich auszuschließen. Der Sparkassenverband DSGV erklärt dazu, die HSH sei ordentliches Mitglied der Sicherungsreserve und Stützungsfälle würden gemäß deren Satzung behandelt.

Unruhig sind auch die Ministerpräsidenten Olaf Scholz und Torsten Albig, deren Ländern Belastungen in zweistelliger Milliardenhöhe drohen. Die SPD-Politiker machen sich hinter den Kulissen für eine europäische Lösung stark, auch an einer EU-Bad Bank sollen sie Interesse zeigen. Die hatte Andrea Enria, Chef der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), im Januar ins Spiel gebracht. Sie könnte europäischen Instituten notleidende Kredite abnehmen.

Offenbar dreht auch Berlin bei. Nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die HSH Nordbank zunächst als Problem der Länder abgetan hatte, soll es vor einigen Wochen im Kanzleramt ein Krisengespräch gegeben haben. Italienische Bankenvertreter bemerken nicht ohne Genugtuung, dass die deutsche Seite sich nun offener zeigt für Enrias Vorschlag.

HSH-Chef Ermisch dürfte sich davon nicht beeinflussen lassen. Schließlich betont er ja gerne, dass ihm vor allem am Verkauf der Kernbank gelegen ist. Deren Zahlen dürften auch am Donnerstag in seinem Fokus stehen.

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