Immobilientochter Commerzbank leitet Ende der "Bad Bank" ein

Die Commerzbank will ihre Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter, die konzerneigene "Bad Bank", bis 2016 abwickeln. Seit der Finanzkrise ist sie ein milliardenschwerer Klotz am Bein der Commerzbank.

Das Logo der Commerzbank in Frankfurt. Quelle: REUTERS

Die Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter der Commerzbank ist womöglich schon 2016 endgültig Geschichte. Dann könnte die konzerneigene "Bad Bank", in der die frühere Eurohypo zusammen mit maroden Schiffskrediten lagert, eingeklappt werden, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Die bis dahin noch verbliebenen Immobilien-Portfolios des einst größten deutschen Immobilienfinanzierer mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt würden dann in die Mittelstandsbank integriert. Die rund 600 Mitarbeiter sollen in einer separaten Servicegesellschaft landen, wo ihnen Abfindungsangebote gemacht werden könnten. Die Commerzbank hat bereits damit begonnen, die Staatsanleihen schrittweise in die Finanzreserven des Konzerns (Treasury) umzubuchen.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

"Man kommt mit dem Abbau der Bestände in der Bad Bank schneller voran als gedacht", sagte einer der Insider. "Da kann man den Rest bald wieder in die Kernbank integrieren." Endgültig entschieden sei aber nichts, die Gespräche seien gerade erst angelaufen. Im Aufsichtsrat sei das Thema noch nicht behandelt worden, berichtete ein anderer Insider. Die Commerzbank wollte sich zu "laufenden Gremiengesprächen" nicht äußern. Über die bevorstehende Auflösung der "Bad Bank" hatte zuvor auch das "Handelsblatt" berichtet.

Die milliardenschweren Bestände der Eurohypo, inzwischen umbenannt in Hypothekenbank Frankfurt, sind seit der Finanzkrise ein Klotz am Bein der Commerzbank. Grund waren hohe Verluste in Südeuropa. 2012 hatte Vorstandschef Martin Blessing beschlossen, die defizitäre Tochter abzuwickeln, nachdem sich der von der EU geforderte Verkauf als unmöglich erwiesen hatte. Seither lagen die Eurohypo-Bestände in der "Bad Bank" NCA (Non-core Assets), wo die Mitarbeiter an ihrer Abwicklung arbeiteten.

Zuletzt ließen sich große Hypotheken-Portfolios wieder recht gut verkaufen, etwa in Spanien und Großbritannien. Das Portfolio an gewerblichen Immobilienfinanzierungen hatte Ende September noch ein Volumen von 23 Milliarden Euro, die Staatsanleihen von 53 Milliarden. Hinzu kommen 13 Milliarden Euro Schiffskredite.

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Die schnellen Fortschritte in der "Bad Bank" verleihen der Commerzbank von Quartal zu Quartal mehr Rückenwind. Die Bank hofft, auch im kommenden Jahr noch einiges abstoßen zu können. 2016 sollen die Immobilien- und Schiffsfinanzierungen dann auf zusammen etwa 20 Milliarden Euro abgeschmolzen sein - ein Bruchteil der Bilanzsumme der Bank. Offen ist noch, wohin die Schiffskredite gehen sollen, wenn sie bis dahin nicht abverkauft sind.

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