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Investmentbank Goldman-Sachs-Erbe mischt sich ein

In die Kritik an der Investmentbank Goldman Sachs stimmen immer mehr Köpfe der Finanzwelt ein. Unter anderem auch Henry Goldman III, der Urenkel von Gründer Marcus Goldman.

Goldman Sachs ist mächtig im Gerede Quelle: REUTERS

Offenbar hat die Branche darauf gewartet, die Unternehmenskultur der Investmentbanken in Frage zu stellen. Das öffentliche Kündigungsschreiben des Londoner Goldman-Sachs-Banker Greg Smith schlägt immer höhere Wellen.

Wo Investmentbanker gehen müssen
Royal Bank of ScotlandDer Vorstandschef der staatlich kontrollierten britischen Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) tritt ab. Stephen Hester werde seinen Posten zum Ende des Jahres räumen, teilte die Bank mit. „Der Verwaltungsrat ist der Meinung, dass ein ordentlicher Nachfolge-Prozess einem neuen Vorstandschef Zeit geben wird, den Privatisierungsprozess vorzubereiten und die Bank in die kommenden Jahre zu führen“, heißt es in einem Statement der RBS. Hester sei es nicht möglich gewesen, ein solches zeitlich unbegrenztes Bekenntnis abzugeben. Die Royal Bank of Scotland gehört zu rund 80 Prozent dem britischen Steuerzahler. Ihre Reprivatisierung gilt als eines der heißesten Eisen in der britischen Regierungspolitik. Quelle: dpa
Goldman SachsBedrohte Stellen: unbekannt Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen. Quelle: dpa
Morgan StanleyBedrohte Stellen: 1600 Die sechstgrößte US-Bank plant angeblich, in den nächsten Wochen den Geschäftsbereich Investmentbanking um 1600 Stellen zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Prozent der Mitarbeiter in dieser Sparte. Rund 800 Investmentbanker sollen in den USA entlassen werden, aber auch Mitarbeiter außerhalb der Vereinigten Staaten werden gehen müssen. Ähnlich wie bei den Entlassungen der Citigroup sollen Mitarbeiter aus allen Ebenen betroffen sein. Quelle: REUTERS
a Citibank branch in New York Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Nomura Quelle: REUTERS
JP Morgan Quelle: REUTERS

Offenbar hat die Branche darauf gewartet, die Unternehmenskultur der Investmentbanken in Frage zu stellen. Das öffentliche Kündigungsschreiben des Londoner Goldman-Sachs-Banker Greg Smith schlägt immer höhere Wellen.Nun hat sich auch der Urenkel des Gründers Marcus Goldman zu Wort gemeldet. Henry Goldman III. sagte gegenüber dem US-Blog "Business Insider", dass er mit der Kritik von Greg Smith übereinstimme. "Ich denke, das war ein Treffer ins Schwarze", wird Goldman zitiert. Die Kultur habe sich in dem Unternehmen zum schlechten verändert, seitdem seine Familie die direkte Kontrolle über die Investmentbank abgegeben habe. Allerdings sei Smiths Artikel sicherlich auch eine Reflektion der Wall Street an sich.

Auch der ehemalige Chef der American International Group (AIG), Maurice Greenberg, mischt sich ein. Laut Medienberichten mit Bloomberg TV sagt Greenberg, dass er davon ausgehe, dass Goldman aufgrund der schlechten Unternehmenskultur weniger auf die Kunden eingegangen sei. Keine Investmentbanker würden die Firma führen sondern Händler, so Greenberg. Greenberg, heute 87 Jahre alt, war bis 2005 Chef von AIG, musste aufgrund von Skandalen aber abtreten.

Bereits am Mittwoch hatte der ehemalige Fed-Chef Paul Volcker, mit 84 ebenfalls deutlich über 80 Jahre alt, das Kündigungsschreiben in der New York Times als ein "radikales, starkes" Stück bezeichnet. "Ich glaube, dass das Geschäft zu einer Reihe von Interessenskonflikten führt", sagte er bei einer Konferenz in Washington.

Mit Zurückhaltung hat sich der derzeitige JP-Morgan-Chef Jamie Dimon geäußert. Er riet seinen Mitarbeitern zu Zurückhaltung. Niemand dürfe aus mutmaßlichen Problemen eines Rivalen Profit schlagen, erklärte Dimon in einer firmeninternen Mitteilung, aus der die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. "Das ist nicht unsere Art, Geschäfte zu machen." Er forderte seine Mitarbeiter auf, sich auf die Einhaltung der eigenen Standards zu konzentrieren.

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