WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Jahreszahlen Kostensenkung beschert HSBC Milliardengewinne

Die Großbank HSBC macht Milliardengewinne - vor allem in Asien. Aber auch ein massives Kostensenkungsprogramm mit dem Abbau von mehr als 40.000 Jobs hat zum Profit beigetragen. Beim Gehalt des Chefs hat die Bank hingegen nicht gespart.

Die Großbank HSBC verdiente 2013 so viel wie kaum eine andere Bank. Besonders in Asien machte dir Bank Profit. Quelle: dpa

Die britische Großbank HSBC hat vergangenes Jahr so viel verdient wie kaum ein anderes Geldhaus auf der Welt. Kosteneinsparungen trieben den Vorsteuergewinn um neun Prozent auf 22,6 Milliarden Dollar nach oben, wie Europas Branchenprimus am Montag mitteilte. Allerdings hatten Experten mit noch deutlich mehr gerechnet, weshalb der Aktienkurs an der Londoner Börse um knapp vier Prozent fiel. Trotz Fortschritten seien nicht alle Ziele erreicht worden, räumte Bankchef Stuart Gulliver ein. Das britische Institut, das stark in Asien vertreten ist, warnte vor größeren Marktschwankungen in Schwellenländern. Diese Staaten kämpfen derzeit gegen die Kapitalflucht vieler Anleger in Richtung USA, da in der weltgrößten Volkswirtschaft die Zinsen langsam wieder steigen.

Unter dem Strich verdiente HSBC im vergangenen Jahr 17,8 Milliarden Dollar. Nur die größte US-Bank JP Morgan kam auf minimal mehr - und zwar auf 17,9 Milliarden Dollar. Hierzulande sind die Institute von solchen Dimensionen weit entfernt: Bei der Deutschen Bank blieb 2013 nach vorläufigen Zahlen lediglich gut eine Milliarde Euro als Profit hängen.

Diese Länder haben die meisten Bankfilialen
SchweizSpätestens seitdem das gefährliche Geschäftsmodell von Zypern, ein überdimensionierter Banksektor, der das Geld ausländischer Sparer anlockt, gescheitert ist, stehen vor allem kleine Staaten mit großen Banken in der Kritik. Auch die Anzahl der Bankfilialen kann ein Indikator dafür sein, welche Rolle die Finanzindustrie in einem Land spielt. Allerdings weisen einige Länder allein aufgrund niedriger Bevölkerungszahlen eine hohe Filialdichte auf. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt jährlich Daten darüber heraus, wie viele Bankfilialen ein Land je 100.000 Einwohner vorweisen kann. Für das Jahr 2011 hat es die Schweiz dabei gerade so in die Top Ten geschafft, mit 51 Filialen je 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Deutschland kommt gerade einmal auf 15 Filialen je 100.000 Einwohner. Quelle: dpa
IslandDas was Zypern in den letzten Wochen durchmachte kennt Island gut. Dem dortigen Bankensystem wurde die Finanzkrise 2008 zum Verhängnis. Von der Pleite der größten isländischen Bank Kaupthing waren auch zahlreiche ausländische Sparer aus Großbritannien und den Niederlanden betroffen. Wie sich einer solche Krise auf das Bankensystem auswirken kann, zeigt ein Blick auf die Zahl der Bankfilialen. Während Island zu Spitzenzeiten 2004 auf 90 Filialen je 100.000 Einwohner kam, sind es mittlerweile nur noch 52. Quelle: dpa
BulgarienAuch Bulgarien liegt was die Bankfilialen angeht weit vorne, 58 Niederlassungen kommen auf 100.000 Einwohner. Allerdings gilt das Land dank niedrigem Defizit als stabil. Zuletzt wurde spekuliert, ob Russlands Sparer ihr Geld jetzt von Zypern nach Bulgarien verlegen. Quelle: dpa
PeruEtwas überraschend ist auch das südamerikanische Peru in der Liste der Länder mit den meisten Bankfilialen sehr prominent vertreten. Auf 58 Filialen je 100.000 Einwohner kommt das Andenland, welches vor allem für seine von den Inkas erbauten Ruinenstadt Machu Picchu bekannt ist. Quelle: dpa
PortugalMit Portugal taucht auf Platz Fünf des Rankings der erste Euro-Krisenstaat auf. 64 Bankfilialen entfallen auf 100.000 Einwohner. Die Krise hat das Land derweil noch längst nicht überstanden, erst in der vergangenen Woche gingen zahllose Portugiesen auf die Straßen, um gegen die dortige Sparpolitik zu demonstrieren. Quelle: dpa
MongoleiAuch wenn das Bild es nicht vermuten lässt, die Mongolei gehört zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Bankfilialen je Einwohner. Auf 100.000 Einwohner kommen 66 Filialen. Das mag allerdings auch daran liegen, dass das asiatische Land zwar viermal so groß ist wie Deutschland, aber insgesamt nur rund 3,18 Millionen Einwohner hat. Damit gilt die Mongolei als einer der am dünnsten besiedelten Staaten der Welt. Quelle: REUTERS
ItalienMit Italien ist ein weiterer südeuropäischer Wackelkandidat in den Top-Fünf vertreten. 66 Bankfilialen je 100.000 Einwohner kann der Staat vorweisen. Zuletzt sorgte vor allem die Bank Monte dei Paschi für Wirbel, die älteste Bank der Welt. Unter anderem sollen sich Manager bereichert haben und Kommissionen kassiert haben. Die Affäre um das Geldinstitut forderte sogar bereits ein Opfer, Kommunikationschef David Rossi beging Selbstmord und hinterließ eine Nachricht. "Ich habe Mist gebaut", war dort zu lesen. Quelle: dpa

HSBC geht davon aus, dass es 2014 wegen der jüngsten Probleme der Schwellenländer zu stärkeren Schwankungen an den Märkten kommen kann. Die langfristigen Perspektiven dieser Staaten seien aber weiter gut. Zuletzt waren etwa in Indien, Brasilien, Südafrika oder der Türkei die Kurse der heimischen Währungen abgestürzt, weil Anleger wegen der strafferen US-Geldpolitik ihr Geld dort abziehen und wieder in die Vereinigten Staaten umschichten. Mehrere Schwellenländer hatten sich mit teils kräftigen Zinserhöhungen gegen den Währungsverfall gestemmt, was aber wiederum das Wachstum abwürgt.

40.000 Jobs gestrichen

HSBC stemmt sich mit massiven Einsparungen gegen mögliche Einbußen im operativen Geschäft. Die Bank betonte, seit 2011 auf Jahresbasis knapp fünf Milliarden Dollar eingespart zu haben. Das geht vor allem auf den Abbau von 40.000 Jobs zurück. Zudem wurden 60 Geschäftsbereiche verkauft oder geschlossen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Der Bonuspool für 2013 wurde um sechs Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar ausgeweitet. Allein 239 Mitarbeiter hätten eine Sonderzahlung von einer Million Pfund (1,7 Millionen Dollar) oder mehr bekommen. Bankchef Gulliver erhielt inklusive Sondervergütung acht Millionen Pfund (13,4 Millionen Dollar).

Einige Konkurrenten wie die britische Bank Barclays hatten zuletzt trotz schwacher Ergebnisse höhere Sondervergütungen ausgeschüttet. Das stößt immer wieder auf Kritik in der Politik, weil falsche finanzielle Anreize als ein Auslöser der weltweiten Finanzkrise gelten. Da die EU die Boni künftig beschränkt, will HSBC die Grundgehälter einiger Top-Banker erhöhen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%