Jürgen Fitschen Deutsche-Bank-Chef wird neuer Bankenpräsident

Der 64-Jährige Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen wurde zum neuen Präsident des Bundesverband deutscher Banken (BdB) ernannt. Er übernimmt den Posten zum 15. April 2013.

Der Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bank AG, Jürgen Fitschen Quelle: dpa

Der BdB-Vorstand wählte Fitschen zum Nachfolger des amtierenden Verbandspräsidenten Andreas Schmitz. Der Vorstandssprecher der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus hatte die Präsidentschaft im März 2009 mitten in der Finanzkrise übernommen. Fitschen, der die Deutsche Bank seit Juni gemeinsam mit Anshu Jain führt, ist für drei Jahre gewählt. Als Themen für die nahe Zukunft sieht der Verband die Kapitalregeln „Basel III“, die Debatte um Trennbanken und die EZB-Bankenaufsicht.

Die Brennpunkte der Deutschen Bank
BerlinDas Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen. Quelle: Reuters
FrankfurtIn der Deutschen-Bank-Zentrale fürchten einige Manager zu viel Einfluss der Investmentbanker. Als Beleg sehen Skeptiker die Besetzung der Top-Position im Risikomanagement durch einen Getreuen von Co-Chef Jain. Quelle: Laif
BonnDer kommende Postbank-Chef Frank Strauß soll Ertragskraft und Effizienz des größten Zukaufs der Ära Ackermann stärken. Dafür muss er vor allem kulturelle Differenzen in den Griff bekommen. Quelle: dpa
LondonDie Zentrale der Investmentsparte der Deutschen Bank sitzt in London und beeindruckt Besucher mit moderner Kunst. Sie will von der Schwäche der Konkurrenz profitieren und weltweit unter die Top 3 vorstoßen. Quelle: Laif
New YorkWegen ihrer zweifelhaften Rolle in der Verbriefung minderwertiger Hypothekenkredite protestieren Hausbesitzer in den USA gegen die Deutsche Bank. Die Schadensersatzforderungen belasten das neue Duo an der Spitze. Quelle: Reuters
PekingDas Geschäft in Asien wird für die Deutsche Bank trotz staatlicher Beschränkungen immer wichtiger. Am größten sind die Wachstumsaussichten in China. Aber auch Indien erweist sich als unausgeschöpftes Finanzreservoir. Quelle: Laif

Fitschen galt seit längerem als Favorit für den Job. Der 64-Jährige ist stark im politischen Berlin verdrahtet. Er war jahrelang Deutschland-Chef der Deutschen Bank, bevor er im Juni zusammen mit Anshu Jain an die Spitze des Geldhauses rückte. Jain ist im Vorstand des Welt-Bankenverbandes IIF vertreten. Damit ist die Rollenverteilung der beiden klar: Während sich Fitschen stärker auf die politische Arbeit in Deutschland konzentriert, kümmert sich der gebürtige Inder Jain mehr um die internationale Lobby-Tätigkeit.

Alter Hase als neues Gesicht der Branche

Fitschens große Vision ist es, die Banken zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen. „Kulturwandel“ nennen sie das Projekt Vertrauensgewinn in den Frankfurter Zwillingstürmen. Zugleich will Deutschlands größte Bank weiter auf der internationalen Bühne mitspielen und gut verdienen. Der bodenständige Niedersachse Fitschen weiß, dass das ein Balanceakt ist. Um Ausgleich kann sich der 64-Jährige nun auch beim Thema Regulierung bemühen. Er habe das Gefühl, „dass es zurzeit ein bisschen wenig Bereitschaft gibt, die richtige Balance zu finden“, gab Fitschen kürzlich zu Protokoll. Als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) hat er ab Mitte April 2013 als Cheflobbyist der deutschen Finanzbranche die Gelegenheit, das zu ändern.

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Fitschen gilt als „Politiker“ im Duo mit dem Investmentbanker Anshu Jain, mit dem er gemeinsam in diesem Juni an die Spitze der Deutschen Bank rückte. Der Ackermann-Nachfolger ist in Wirtschaft und Politik bestens vernetzt und genießt als langjähriger Firmenkundenchef das Vertrauen der Unternehmen im In- und Ausland. Seit 1987 arbeitet der Wirtschaftswissenschaftler für die Deutsche Bank. Fast 40 Jahre alt war der am 1. September 1948 in Harsefeld bei Stade geborene Fitschen, als er von der Citibank zur größten deutschen Privatbank wechselte. Es folgten Stationen in Thailand, Japan, Singapur und London. 2001 rückte der Manager erstmals in den Vorstand des Dax-Konzerns auf, 2009 zog der Vater von zwei Kindern erneut in das Top-Führungsgremium der Deutschen Bank ein.

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