Kanadierin Labarge geht Wechsel im Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Suzanne Labarge tritt von ihrem Posten als Aufsichtsrätin der deutschen Bank zurück - ihren Platz nimmt die New Yorker Juristin Louise Parent ein.

Die größten Risiken und Probleme der Deutschen Bank
Libor-Skandal Über Jahre versuchten internationale Großbanken den Referenzzins zu manipulieren, um höhere Gewinne zu erzielen. Daran waren auch Beschäftigte des Dax-Konzerns beteiligt. Mehrere Investmentbanker der Deutschen Bank mussten gehen. Das Institut schließt nach internen Untersuchungen aber aus, dass das höhere Management an Manipulationen beteiligt war. In die Kritik geraten war auch Jain, der seit Jahren das Investmentbanking verantwortet. Die drei Konkurrenten Barclays, Royal Bank of Scotland und UBS mussten bereits hohe Strafen zahlen. Das droht auch der Deutschen Bank. Quelle: dpa
Kirch-ProzessIm Dauerclinch um die Pleite des Medienimperiums des inzwischen gestorbenen Leo Kirch wurde die Bank vom Münchner Oberlandesgericht grundsätzlich zu Schadensersatz verurteilt. Die Höhe steht noch nicht fest. Die Bank wehrt sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen den Schuldspruch, bildete in diesem Fall aber auch erstmals Rückstellungen. Die Kirch-Seite macht die Bank für die Pleite der Medienunternehmens 2002 verantwortlich und fordert gut zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Einen Vergleich lehnte die Deutsche Bank bislang ab. Im April sah sich das Institut zu einer außerordentlichen Hauptversammlung gezwungen, weil Kläger aus dem Kirch-Lager erfolgreich Beschlüsse des letzten regulären Aktionärstreffens im Mai 2012 angefochten hatten. Quelle: dapd
USADas Land ist einer wichtigsten Märkte für die Deutsche Bank. Die Politik dort will nun die Kapitalregeln für Auslandsbanken verschärfen. Das würde die Deutsche Bank besonders zu spüren bekommen. Zudem kämpft das Institut wegen Geschäften aus den Zeiten vor der Finanzkrise 2007/08 mit zahlreichen Klagen. Oft geht es um Hypothekengeschäfte. Quelle: AP
AbbausparteDer Bereich wird auch als „Bad Bank“ der Deutschen Bank bezeichnet. In der Sparte hat sie alle Geschäfte und Anlagen geparkt, von denen sie sich trennen möchte. Dazu gehören auch einige verlustreiche Ladenhüter wie das einst von der Bank finanzierte Kasino Cosmopolitan in Las Vegas und der US-Hafenbetreiber Maher, die schon seit Jahren auf einen Verkauf warten. Der eigentlich schon vereinbarte Verkauf der Frankfurter BHF-Bank an die Finanzgruppe RHJ stockt seit Monaten, weil die Finanzaufsicht kein grünes Licht gab. Quelle: Presse
VermögensverwaltungGern hätte das Institut im vergangenen Jahr einen Großteil dieses Geschäfts verkauft. Die Verhandlungen verliefen aber im Sande, da die Gebote zu niedrig waren. Nun will die Bank die Sparte selbst weiterentwickeln. Doch die Konkurrenz wird größer. Immer mehr Institute buhlen um reiche Kunden in aller Welt, da dieses Geschäft als vergleichsweise stabil gilt. Die Deutsche Bank findet sich international in der Vermögensverwaltung bislang nur auf einem der hinteren Plätze. Quelle: REUTERS

Im Aufsichtsrat der Deutschen Bank kommt es zu einem Wechsel - eine Frau geht, eine andere kommt. Die Kanadierin Suzanne Labarge verlässt zum 30. Juni den Aufsichtsrat der Bank. Sie habe bereits bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie wohl nicht für die volle Amtszeit zur Verfügung stehen werde, teilte eine Sprecherin der Bank am Samstag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Ihr Amt habe die eigentlich bis 2018 gewählte Kanadierin nun zum Monatsende niedergelegt. Wie die Zeitung schreibt, widersprach der Konzern Gerüchten, sie scheide im Zwist aus.

Labarge war in verschiedenen Positionen bei der Royal Bank of Canada tätig, unter anderem von 1999 bis 2004 als Stellvertretende Vorsitzende. Seit 2008 saß sie im Aufsichtsrat der Deutschen Bank.

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Als Nachfolgerin im Aufsichtsrat habe der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats Louise M. Parent vorgeschlagen, teilte das Unternehmen weiter mit. Die New Yorker Juristin könne die Nachfolge von Labarge frühestens zum 1. Juli antreten, wenn beim Registergericht alle Formalien erledigt seien. Parent war zuletzt für das Kreditkartenunternehmen American Express tätig.

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