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Kapitalanforderungen Deutsche Bank muss ihre Bilanz schrumpfen

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Schrumpfkur bedeutet Verlust der Marktanteile

Die größten Risiken und Probleme der Deutschen Bank
Libor-Skandal Über Jahre versuchten internationale Großbanken den Referenzzins zu manipulieren, um höhere Gewinne zu erzielen. Daran waren auch Beschäftigte des Dax-Konzerns beteiligt. Mehrere Investmentbanker der Deutschen Bank mussten gehen. Das Institut schließt nach internen Untersuchungen aber aus, dass das höhere Management an Manipulationen beteiligt war. In die Kritik geraten war auch Jain, der seit Jahren das Investmentbanking verantwortet. Die drei Konkurrenten Barclays, Royal Bank of Scotland und UBS mussten bereits hohe Strafen zahlen. Das droht auch der Deutschen Bank. Quelle: dpa
Kirch-ProzessIm Dauerclinch um die Pleite des Medienimperiums des inzwischen gestorbenen Leo Kirch wurde die Bank vom Münchner Oberlandesgericht grundsätzlich zu Schadensersatz verurteilt. Die Höhe steht noch nicht fest. Die Bank wehrt sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen den Schuldspruch, bildete in diesem Fall aber auch erstmals Rückstellungen. Die Kirch-Seite macht die Bank für die Pleite der Medienunternehmens 2002 verantwortlich und fordert gut zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Einen Vergleich lehnte die Deutsche Bank bislang ab. Im April sah sich das Institut zu einer außerordentlichen Hauptversammlung gezwungen, weil Kläger aus dem Kirch-Lager erfolgreich Beschlüsse des letzten regulären Aktionärstreffens im Mai 2012 angefochten hatten. Quelle: dapd
USADas Land ist einer wichtigsten Märkte für die Deutsche Bank. Die Politik dort will nun die Kapitalregeln für Auslandsbanken verschärfen. Das würde die Deutsche Bank besonders zu spüren bekommen. Zudem kämpft das Institut wegen Geschäften aus den Zeiten vor der Finanzkrise 2007/08 mit zahlreichen Klagen. Oft geht es um Hypothekengeschäfte. Quelle: AP
AbbausparteDer Bereich wird auch als „Bad Bank“ der Deutschen Bank bezeichnet. In der Sparte hat sie alle Geschäfte und Anlagen geparkt, von denen sie sich trennen möchte. Dazu gehören auch einige verlustreiche Ladenhüter wie das einst von der Bank finanzierte Kasino Cosmopolitan in Las Vegas und der US-Hafenbetreiber Maher, die schon seit Jahren auf einen Verkauf warten. Der eigentlich schon vereinbarte Verkauf der Frankfurter BHF-Bank an die Finanzgruppe RHJ stockt seit Monaten, weil die Finanzaufsicht kein grünes Licht gab. Quelle: Presse
VermögensverwaltungGern hätte das Institut im vergangenen Jahr einen Großteil dieses Geschäfts verkauft. Die Verhandlungen verliefen aber im Sande, da die Gebote zu niedrig waren. Nun will die Bank die Sparte selbst weiterentwickeln. Doch die Konkurrenz wird größer. Immer mehr Institute buhlen um reiche Kunden in aller Welt, da dieses Geschäft als vergleichsweise stabil gilt. Die Deutsche Bank findet sich international in der Vermögensverwaltung bislang nur auf einem der hinteren Plätze. Quelle: REUTERS

"Ihre Liquidität um die Hälfte zu reduzieren, wird der Deutschen Bank bei der Rendite nicht besonders weh tun", sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler. "Das Kreditbuch zu straffen, wird aber natürlich einen negativen Ergebniseffekt haben." Auch sein Kollege Chris Wheeler von Mediobanca fragt sich, wie die Bank den Abbau ergebnisneutral über die Bühne bekommen will. "Diese Schrumpfkur ohne den Verlust von Marktanteilen oder Gewinnen hinzukriegen, wird sehr sehr herausfordernd."

Die Finanzaufsicht BaFin schaut ebenfalls genau hin wegen möglicher Auswirkungen auf die Kreditversorgung. Die Behörde habe kein Interesse an Bilanzverkürzungen, die negative realwirtschaftliche Auswirkungen hätten, sagte Raimund Röseler, oberster BaFin-Bankenaufseher. "Grund zur Sorge besteht aktuell jedoch nicht." Es gebe keine Anzeichen für eine Kreditknappheit infolge des Schrumpfkurses vieler Banken. Weltweit haben die Geldhäuser im Zuge der Finanzkrise mehrere Hundert Milliarden an Vermögenswerten abgebaut.

Die Aktie der Deutschen Bank war am Montag mit einem Plus von 1,6 Prozent einer der größten Kursgewinner im Dax. Viele Investoren befürchten, das Geldhaus sei nach wie vor zu schwach kapitalisiert. Dazu hatte auch der Vizechef der US-Aufsichtsbehörde FDIC, Thomas Hoenig, beigetragen, der die Bank als "schrecklich unterkapitalisiert" gescholten hat.

Das Frankfurter Institut hatte lange bei den gewichteten Eigenkapitalquoten nach dem neuen Regelpaket "Basel III" hinter der Konkurrenz hergehinkt, ehe Jain die Lücke mit der Kapitalerhöhung im April schloss. Bei der Leverage Ratio, die das Risiko der hinter den Bilanzposten stehenden Geschäfte außer Acht lässt, hat sie aber immer noch Nachholbedarf. Einer Morgan-Stanley-Studie zufolge liegt die Deutsche Bank unter 18 Großbanken auf dem zweitletzten Platz.

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Vorstandschef Jain sieht die Leverage Ratio kritisch: "Ich verstehe den Ruf nach einfachen Lösungen, aber die Welt ist komplex", hatte er im Mai gesagt. Kritiker warnen davor, dass sie Banken dazu verleite, auf der Jagd nach Rendite mehr Risiken einzugehen. Europäische Bankenaufseher sehen sie als zusätzliche Obergrenze, die die Banken daran hindern soll, ihre Bilanzsumme über Gebühr aufzublähen. Ihre Befürworter halten die Kennziffer für weniger manipulationsanfällig als die anderen Eigenkapitalquoten, bei denen die Institute viel Freiheit haben, die Bilanzrisiken zu bewerten.

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