Kartenbetrüger Geldautomaten werden immer sicherer

Eine gute Nachricht: Geldautomaten werden kaum noch manipuliert. Nur noch 138 der 56.000 Geldautomaten wurden 2014 angegriffen. Doch besonders eine Stadt hat große Probleme.

Welche Zahlungsmittel Europäer bevorzugen
Das Geschäft mit dem Versenden von Geld über Smartphone-Apps lockt jetzt auch etablierte Banken an. Die Deutsche Kreditbank (DKB) kooperiert dafür mit dem Startup Cringle. Pro Monat kann ein Nutzer bis zu 100 Euro über die Cringle-App verschicken, abgewickelt wird die Zahlung per Lastschrift von der DKB. Pro Transaktion werden 20 Cent fällig, zum Start wurde die Gebühr auf 10 Cent gekappt. Das neue Angebot trifft bereits auf Wettbewerb im Markt. So bietet der Online-Bezahldienst PayPal seit Juli das Versenden von Geld über seine Smartphone-App in Deutschland an. Für Kunden, die ihren PayPal-Account mit einem deutschen Bankkonto verknüpft haben, ist das Angebot kostenlos, bei Kreditkarten wird eine Gebühr fällig. In vielen europäischen Ländern tun sich moderne Bezahlsysteme jedoch noch so schwer... Quelle: dpa
ÖsterreichOhne Bargeld geht in Österreich gar nichts. 86 Prozent bezahlen an der Kasse in bar, 12 Prozent mit EC-Karte. Eine Kreditkarte kommt nur in einem Prozent der Fälle zum Einsatz. Auf sonstige Alternativen wie Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder Ähnliches entfällt insgesamt nochmal ein Prozent. Quelle: Deutsche Bundesbank; Europäische Kommission; Deloitte (Stand: 2014) Quelle: dpa
PolenIn Polen werden 80 Prozent der Bezahlvorgänge an der Kasse bar beglichen. Eine EC-Karte nutzen –ähnlich wie in Österreich – 13 Prozent der Bevölkerung. Immerhin werden auch drei Prozent der Bezahlvorgänge durch Kreditkarten abgewickelt. Auf die alternativen Zahlungsmittel entfallen vier Prozent. Quelle: dpa
DeutschlandAuch die Deutschen haben ihr Geld beim bezahlen lieber in fester Form in der Hand – in 79 Prozent der Fälle wird bar bezahlt. Zwölf Prozent der Käufe werden mit der EC-Karte beglichen, weitere sechs Prozent per mit Lastschrifteinzug, Scheck und anderen alternativen Zahlungsmethoden. Quelle: dpa
ItalienZwar ist Bargeld mit 69 Prozent noch immer das beliebteste Zahlungsmittel in Italien, aber auf Platz zwei kommen auch schon alternative Zahlungsmittel mit 17 Prozent. So sind Schecks, Kundenkarten, PayPal und andere Alternativen zusammen genommen bei den Italienern beliebter als die EC-Karte mit neun Prozent und die Kreditkarte mit sechs Prozent. Quelle: dpa
Sagrada Familia Quelle: AP
London Tower Bridge Quelle: dpa

56.000 Geldautomaten gibt es in Deutschland: Nur ein Bruchteil davon wird manipuliert - außer in Berlin. Dort verdoppelte sich die Zahl der Angriff auf 70, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. Die Berliner Polizei verzeichnet außerdem eine erhöhte Anzahl an Sprengungen. Bundesweit wurden 138 Geldautomaten manipuliert, um so Kartendaten und Geheimzahlen auszuspähen. Die Zahlen sind im Vergleich zu 2010 deutlich gesunken, damals wurden 1765 solcher Daten-Abschöpf-Versuche gemeldet.

Auf Rang zwei liegt Baden-Württemberg mit 20 Angriffen nach 65 noch ein Jahr zuvor. In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl sogar von 105 auf 18, in Hessen von 25 auf 12. Dabei sind deutsche Kunden nicht nur im Inland von möglichen Manipulationen betroffen, sondern auch im Ausland. Die Sicherheit dort ist allerdings gut: 2014 wurden an 345 ausländischen Automaten Daten deutscher Kunden abgegriffen, weniger als 2013. Besonders häufig werden deutsche Kunden in Frankreich, der Türkei und Italien angegriffen.

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Der Gesamtschaden lag bei 2,8 Millionen Euro, deutlich weniger als noch 2013. Damals waren es 11,3 Millionen Euro. "Das Geschäft ist für Täter nicht mehr lukrativ", sagt Margit Schneider, Leiterin des Sicherheitsmanagements bei Euro Kartensysteme zufrieden der "Welt am Sonntag".

Die Täter sind allerdings weiterhin gut organisiert. Sie manipulieren die Einzugsschlitze, um an Informationen auf dem Magnetstreifen zu kommen, sie befestigen Tastaturattrappen und Kameras, um die PIN auszuspionieren. Dann werden Dubletten mit den Daten beschrieben und eingesetzt, wie das Blatt berichtet.

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