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Kirch-Prozess Friede Springer kommt umsonst

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Theater in mehreren Akten

Friede Spinger auf dem Weg zu ihrem Kurzauftritt am Münchner Gericht Quelle: REUTERS

Denn ihre Aussage, so erklärt Richter Kotschy, muss leider ausfallen. Um 9.40 Uhr habe ein Anwalt der Deutschen Bank ihm einen Antrag überreicht, mit dem er und seine Beisitzer wegen Befangenheit abgelehnt werden sollen. Über den muss nun in den kommenden Wochen entschieden werden. Der Richter bedauert, dass Springer eigens aus Hamburg anreisen musste. Allzu böse scheint sie ob des ungeplant kurzen Aufenthalts nicht zu sein. Auf die Erstattung ihrer Auslagen verzichtet sie. Nach knapp zehn Minuten ist die Sitzung schon wieder zu Ende.

Ermittlungen gegen Ackermann

Wie es dazu gekommen ist, erklären die Anwälte der Deutschen Bank unmittelbar im Anschluss. Am Freitag habe einer von ihnen Einsicht in die Prozessakten genommen. Und in diesen deutliche Indizien dafür gefunden, dass das Gericht sich unzulässigerweise bereits im März eine feste Meinung gebildet habe und deshalb nicht mehr objektiv sei. So habe Richter Kotschy den als Zeugen geladenen Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er als früherer Bundestagsabgeordneter nicht aussagen muss. Eine Seitenzahl sei mit einem kleinen Buchstaben als Zusatz versehen worden, damit sie unbemerkt entfernt werden könne. Vor allem habe der Richter in einem weit über das übliche Maß mit der Staatsanwaltschaft korrespondiert, um strafrechtliche Ermittlungen gegen Deutsche-Bank-Manager zu befördern. So ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen ihrer Aussagen im Prozess seit kurzem gegen frühere und aktive Topmanager des Instituts, auch gegen Bankchef Josef ! Ackermann.

Der Vorhang fällt
Für die Anwälte der Deutschen Bank ist klar: Mit diesen Richtern geht es nicht weiter.

Für die Kirch-Anwälte ist die Sache ebenfalls klar: Der Antrag der Deutschen Bank ist eine der letzten Finten in einer längst aussichtslosen Lage. Sie hätten früher oder später damit gerechnet und selbstverständlich keine Zweifel daran, dass sich die Richter jederzeit vorbildlich verhalten hätten.

Interessiert belauschen Vertreter jeder Seite, was die Prozessgegner den versammelten Journalisten denn so erzählen. Der gegenseitige Abscheu ist deutlich spürbar. Ein Kirch-Anwalt geht einen Deutsche-Bank-Vertreter verbal an, der droht ihm direkt mit einer Anzeige wegen Beleidigung.

Dann ist die Bühne leer. Vorerst.

Fortsetzung folgt.

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