Konjunktur Britische Notenbank rät Geldhäusern zu Aufstockung der Kapitalpolster

Für einen Konjunkturabschwung reichten die aktuellen Kapitalquoten nicht aus, warnt die Bank of England. Das Risiko einer Stagflation in Großbritannien ist laut Experten hoch.

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Der wirtschaftliche Ausblick für Großbritannien habe sich „substantiell eingetrübt“. Quelle: Bloomberg

Angesichts trüber Konjunkturaussichten mahnt die Notenbank in London Geldhäuser zum Aufstocken ihrer Kapitalpolster. Der wirtschaftliche Ausblick für Großbritannien und die gesamte Welt habe sich substanziell eingetrübt, erklärte die Bank of England (BoE) in ihrem am Dienstag vorgelegten Finanzstabilitätsbericht.

Die weiteren Entwicklungen rund um den Ukraine-Konflikt spielten dabei eine entscheidende Rolle. Es sei zu erwarten, dass sich die derzeit noch starken Kapitalquoten der Banken in den kommenden Quartalen verringern.

Zugleich bestätigten die Mitglieder des Finanzpolitischen Ausschusses (FPC), dass der sogenannte inländische antizyklische Kapitalpuffer (CCYB) für Banken ab Juli 2023 auf zwei Prozent verdoppelt wird. Dabei hält sich der FPC für die Zukunft je nach Konjunkturlage Spielraum nach oben und unten offen. Der Puffer soll dafür sorgen, dass Banken in wirtschaftlich guten Zeiten zusätzliches Kapital zurücklegen, um beispielsweise ihre Widerstandskraft bei einem Konjunkturabschwung zu erhöhen.

Experten sehen in Großbritannien das Risiko einer anhaltend hohen Inflation bei einer gleichzeitigen Rezession – einer sogenannten Stagflation. Ausgelöst werde sie durch hohe Energiepreise und anhaltende Brexit-Probleme. Um den Preisdruck abzumildern, hat die Bank of England ihren Leitzins jüngst zum fünften Mal binnen sieben Monaten angehoben. Er liegt jetzt bei 1,25 Prozent.

Damit soll die Teuerungsrate mittelfristig und nachhaltig zur Zielmarke der Währungshüter von zwei Prozent zurückkehren. Allerdings rechnet die Notenbank vorerst mit weiter steigenden Preisen: Für Oktober etwa erwartet sie eine Inflationsrate von elf Prozent.

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