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Kulturwandel Deutsche Bank greift nun hart durch

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Wandel braucht Zeit

Die größten Banken der Euro-Zone
Platz 10CaixaBankLand: Spanien Börsenwert: 24,1 Mrd. Euro Die spanische Investmentgesellschaft mit Sitz in Barcelona, befindet sich unter Kontrolle der Sparkasse "La Caixa". Früher hieß sie Criteria CaixaCorp. Sie ist an einigen der größten spanischen Unternehmen wie z.B. Gas Natural, Repsol YPF und Telefónica beteiligt. Quelle: dpa
Platz 9Crédit AgricoleLand: Frankreich Börsenwert: 29,8 Mrd. Euro Die Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist die drittgrößte Bank in Frankreich und zählt zu den größten Geschäftsbanken in ganz Europa. Quelle: dpa
Platz 7Société GénéraleLand: Frankreich Börsenwert: 37,3 Mrd. Euro Die Société Générale zählt zu den wichtigsten und ältesten Geschäftsbanken in Frankreich. Weltweit arbeiten fast 160.000 Mitarbeiter für die Großbank mit Sitz in Paris. Quelle: REUTERS
Platz 8Deutsche BankLand: Deutschland Börsenwert: 33,8 Mrd. Euro Mit einer Bilanzsumme von 1.611 Milliarden Euro gilt die Deutsche Bank als das größte Kreditinstitut Deutschlands. Insgesamt sind mehr als 98000 Mitarbeiter für die1870 gegründete Bank tätig. im weltweiten Vergleich kommt die Deutsche Bank mit ihrem Börsenwert nur auf Rang 37. Quelle: dpa
Platz 6UniCreditLand: Italien Börsenwert: 39,0 Mrd. Euro Die 1998 gegründete UniCredit S.p.A. zählt zu den größten und wichtigsten Banken Italiens. Auf der ganzen Welt arbeiten rund 148.000 Angestellte für UniCredit. Quelle: Reuters
Platz 5Intesa SanpaoloLand: Italien Börsenwert: 41,2 Mrd. Euro Die Intesa Sanpaolo mit Sitz in Turin ist neben Unicredit das größte italienische Finanzinstitut. Die Bank ist 2006 aus einer Fusion der Sanpaolo IMI S.p.A. und der Banca Intesa entstanden. Quelle: REUTERS
Platz 4Allied Irish BankLand: Irland Börsenwert: 46,6 Mrd. Euro Das Institut gehört zu den größten in Irland und hatte entsprechend unter der Finanzkrise zu leiden. Im Dezember 2010 wurde die irische Regierung Anteilseigner der Bank. Quelle: SNL Financial Quelle: dpa

Wichtiger als Strafe ist die Vorsorge. Mehr als eine Milliarde Euro gibt die Bank für Kontrollsysteme aus. „Das Pendel schlägt teilweise schon zu weit in die andere Richtung aus“, klagt ein Banker. Umstritten ist intern etwa die „Red Flag“-Datenbank: Sie erfasst alle Verstöße gegen die neuen Regeln, etwa verspätete Schulungen. Seinen Effekt verfehlt das digitale Klassenbuch nicht: Die Zahl der Verstöße ist zuletzt um 20 Prozent gefallen.

Auch Zockerei auf eigene Rechnung und Übertölpelung von Kunden sollen passé sein. Als eine Art Pionier des guten Geistes schiebt die Bank da gerne Christoph Bubmann vor, seit 2009 „Chief Client Officer“ im Geschäft mit Privatkunden. Bubmann will nichts beschönigen, er weiß, wie das Image gelitten hat. Aber er hält die Lage nicht für hoffnungslos.

Dabei setzt er vor allem auf die Kunden. Mehrere Millionen befragt die Bank jährlich nach ihrer Zufriedenheit. Jeder der insgesamt fast 11 000 Berater soll dann zeitnah seine Kunden ansprechen, die sich besonders positiv oder negativ geäußert haben. „Die Kunden sind beeindruckt, dass wir uns melden und das Gespräch suchen“, sagt Bubmann. „Die Telefonate helfen uns, den Bedürfnissen besser gerecht zu werden.“ Kunden zuhören und auf sie eingehen sind Grundtugenden, die die Bank vernachlässigt hat.

Banken



Zusätzlich ziehen jährlich Tausende Testkäufer los, um die Beratung zu prüfen. Neue Produkte werden umfassender getestet: auf Verständlichkeit, ein ausgewogenes Verhältnis von Chance und Risiko, rechtliche Unbedenklichkeit und negative Folgen für den Ruf. „Wir betreiben einen sehr hohen Aufwand, um falsche Beratung auszuschließen und Fehler früh zu finden“, sagt Bubmann. Doch kann sich die Bank mehr Moral leisten? „Wenn wir die Leitlinien erklären, reagieren Kunden sehr positiv“, sagt Leithner. Nachteile fürchtet er nicht. Interne Skeptiker sind nicht überzeugt. Die ambitionierten Ziele in einem schrumpfenden Markt ließen es kaum zu, Chancen wegen moralischer Skrupel auszulassen.

Auch die Finanzaufsicht BaFin hat beklagt, dass sich bei der Bank ohne Druck wenig tut. „Veränderungen brauchen Zeit“, sagt Leithner. Bei einem Treffen von 300 deutschen Führungskräften im März in Berlin hätten mehr als 80 Prozent erklärt, dass der Wandel spürbar sei und ihre Arbeit beeinflusse. Sie sollen Botschaften und Verhaltensweisen nun an ihre Leute weitergeben und selbst vorleben.

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