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Kunsthändler gegen Aldi-Erben Als Achenbach schluckt und seine Augen feucht werden

Der Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach nimmt eine überraschende Wendung. Der Angeklagte gesteht teilweise, bereut öffentlich und zeigt starke Gefühle. Die Aldi-Erben erhalten Genugtuung.

Am Dienstag erfolgt in Düsseldorf der Beweisbeschluss in einem Zivilverfahren im Zusammenhang mit der Betrugsaffäre um den Kunstberater Helge Achenbach. Quelle: dpa

Nach einer Stunde kommen die großen Gefühle. Helge Achenbach möchte sich entschuldigen. Er stockt, seine Stimme wirkt brüchig. Im gut gefüllten Verhandlungssaal 101 des Essener Landgerichts erzählt er von seiner „Männerfreundschaft“ mit Berthold Albrecht, dem inzwischen verstorbenen Aldi-Erben.

„Unverzeihlich“ sei es, „dass in mehreren Fällen das von Berthold Albrecht in mich gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt war“. Und dann kommt er auf seine eigene Familie zu sprechen. „Sie hat in den letzten Monaten sehr gelitten“, erklärt Achenbach, der seit rund einem halben Jahren hinter Gittern schmort.

Achenbach schluckt. Um dann nach einer kurzen Pause fortzufahren: „Was ich allein zu verantworten habe.“ Die Stimme des Kunsthändlers bricht, er kämpft mit den Tränen. Das war es für diesen Montag. Die Verhandlung vertagt sich auf Mittwoch, den 17. Dezember.

Kunstberater Achenbach: Millionengeschäfte mit dem Aldi-Erben

Immerhin, erklärt der Vorsitzende Richter Johannes Hidding, müsse auch die Kammer „erstmal verdauen“, was Achenbach zuvor rund zwei Stunden lang alles erzählt hatte. Was Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und viele Zuschauer gehört hatten, war teilweise ein Geständnis, zum Teil aber auch eine Verteidigungsrede.

Achenbach ist es wegen Millionenbetrugs angeklagt. Er war einst der prominenteste und reichste Kunsthändler der Bundesrepublik. Nun geht eine Witwe aus der Aldi-Familie, Babette Albrecht, mit aller Macht gegen ihn vor. Die Folge: Er steht ohne Vermögen da, der Gerichtsvollzieher steht vor seinen Türen, und Achenbach muss sich gegen den Vorwurf des Millionenbetrugs wehren.

Das tat er am Montag, so gut wie es eben ging. Achenbach räumte ein, Rechnungen für Kunstwerke gefälscht zu haben, zeigte sich öffentlich als reuiger Sünder. Aber er wehrte sich auch gegen die Vorwürfe, er habe bei seinen Oldtimer-Verkäufen den Aldi-Erben Berthold Albrecht über den Tisch gezogen.

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