Libor-Skandal Weitere Klage gegen deutsche Banken möglich

Exklusiv

US-Staranwalt Michael Hausfeld, der wegen Manipulation der Libor-Zinsen Sammelklagen gegen rund 20 Geldinstitute – darunter die Deutsche Bank, WestLB, HSBC, UBS und Credit Suisse – eingereicht hat, prüft weitere Schritte, die sich auch gegen deutsche Banken richten könnten.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier Quelle: dpa

„Wir erwägen, in den kommenden drei Monaten eine neue Klage einzureichen“, sagte Hausfeld der WirtschaftsWoche. Grund dafür seien die ständig neuen Details, die Behörden und Untersuchungsausschüsse zutage förderten. „Wir haben Anfragen aus ganz Europa“, so Hausfeld im Hinblick auf mögliche Kläger.

Was den Libor so wichtig macht

Der in London ermittelte Referenzzins Libor gibt an, zu welchem Zinssatz Banken einander durchschnittlich Geld leihen. „Wenn wir nachweisen, dass es eine Verschwörung gegeben hat, müssen wir nicht einmal jede einzelne beteiligte Bank überführen“, erläutert Hausfeld. „Jede einzelne wäre für den gesamten Schaden haftbar.“ Wie weit jedes einzelne Institut in die Manipulationen verstrickt ist, ist derzeit offen.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will Konsequenzen aus der Libor-Affäre ziehen und plant die Regeln zum Schutz vor Marktmissbrauch zu erweitern um eine Beeinflussung von Referenz-Zinssätzen wie Libor und Euribor zu verhindern. Zudem verhandelt die EU-Kommission derzeit mit dem EU-Parlament und den Regierungen der Mitgliedsländer über neue Gesetze gegen Marktmissbrauch, die Mindeststrafen für Vergehen wie Insiderhandel festlegen.

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