Manipulation am Devisenmarkt Goldman Sachs gerät ins Visier der Ermittler

Nach Citigroup, JP Morgan und Barclays ermitteln die Behörden nun auch gegen Goldman Sachs wegen möglicher Manipulation von Devisenkursen. Händler der Banken sollen sich abgesprochen haben. Der Skandal weitet sich aus.

Händler von Goldman Sachs: Gegen die Bank laufen Ermittlungen im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen. Quelle: AP

Gegen Goldman Sachs sind Untersuchungen wegen möglicher Manipulationen von Devisenkursen im Gange. Das meldete das Unternehmen am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung aus New York. Die Liste von Finanzprodukten und damit verbundenen Aktivitäten, die Gegenstand der Untersuchungen sind, sei um Devisen und Rohstoffe ergänzt worden; auch Optionshandel sowie technische Systeme und Kontrollen seien auf die Liste aufgenommen worden, so die Mitteilung.

Die Ermittler untersuchten beim Unternehmen die „Handelsaktivitäten und die Kommunikation im Zusammenhang mit der Festsetzung von Benchmarksätzen“, so Goldman Sachs. Die Firma „kooperiert mit allen solchen regulatorischen Untersuchungen und Prüfungen“, hieß es weiter.

Mindestens acht Banken, darunter Citigroup und JP Morgan, haben erklärt, dass sie Ziel behördlicher Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Devisenmarkt seien und dass sie mit den Behörden kooperierten. Citigroup, JP Morgan und Barclays haben im Zusammenhang mit der Untersuchung einige ihrer hochrangigsten Devisenhändler suspendiert oder beurlaubt. Keinem wurde bislang jedoch Fehlverhalten vorgeworfen.

Die US-Notenbank Federal Reserve überprüfe rechtliche und regulatorische Ausnahmen, die es Banken wie Goldman Sachs erlaubt haben, Rohstoffe wie Öl, Kohle und Metalle zu handeln und zu besitzen, sagte eine informierte Person im Oktober.

Bloomberg News berichtete im Juni, dass Devisenhändler aus der Branche erklärt hatten, sie hätten mittels Chats Informationen über ihre Positionen ausgetauscht, ihre eigenen Transaktionen vor den Aufträgen ihrer Kunden ausgeführt und versucht, die WM/Reuters-Sätze zu manipulieren, indem sie Transaktionen vor dem und während des 60-Sekunden-Fensters durchführten, in dem die Benchmarks festgelegt werden.

Die WM/Reuters-Sätze legen fest, wieviel Pensionsfonds und Vermögensverwalter für ihre Devisen zahlen, und sie werden von Indexanbietern wie FTSE Group oder MSCI verwendet, um die täglichen Werte ihrer Indizes zu berechnen, die mehrere Währungen umfassen. Auch kleine Bewegungen können den Wert von Anlagegeldern, unter anderem auf Pensions- oder Sparkonten, die weltweite Indizes nachbilden, verändern.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%