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Mehr als eine Milliarde Euro Scharfe Kritik an Boni für Deutsche-Bank-Manager

Deutsche Bank Quelle: dpa

Bei der Deutschen Bank endet laut vorläufigen Zahlen auch das dritte Geschäftsjahr unter Sanierer Cryan mit einem Minus. Trotzdem sollen Milliarden-Boni ausgeschüttet werden. Politiker aus Union und SPD reagieren empört.

Die angekündigten Bonuszahlungen bei der Deutschen Bank in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro sind bei Union und SPD auf scharfe Kritik gestoßen. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel sagte der "Bild" laut Vorabbericht aus der Montagsausgabe, Millionenboni trotz Verlusten widersprächen jeglichem Gerechtigkeitsempfinden.

Die SPD wolle deshalb in den GroKo-Verhandlungen die steuerliche Absetzbarkeit von Bonuszahlungen begrenzen. "Einerseits Arbeitsplatzabbau, andererseits goldene Nasen in der Führungsetage - das kann man niemandem erklären", sagte Schäfer-Gümbel.

Ähnlich äußerte sich CDU-Sozialexperte Matthias Zimmer: Die Boni für Minus-Banker seien eine eigenwillige Interpretation des Grundsatzes, dass sich Leistung lohnen solle. Durch derartige Praktiken könne die Legitimität einer Wirtschaftsordnung gefährdet werden.

SPD-Chef Martin Schulz sagte der „Bild“-Zeitung: „Überall schließen Bankfilialen, Kunden verlieren ihre Berater, Berater ihre Jobs. Wenn in dieser Situation Boni in Höhe von einer Milliarde Euro ausgeschüttet werden, dann verliert ein Unternehmen nicht nur an Ansehen. Das schadet insgesamt unserer Solidargemeinschaft.“ Diese lebe von Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit.

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge will die Deutsche Bank für 2017 trotz roter Zahlen mehr als eine Milliarde Euro Boni zahlen. Im Vorstand des Geldhauses habe es darüber eine kontroverse Debatte gegeben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen hochrangigen Banker. Am Ende hätten sich die Investmentbanker mit dem Argument durchgesetzt, dass bei erneuten Bonuskürzungen die besten Leute gegangen wären. Die Deutsche Bank ließ den Bericht unkommentiert.

Nach zwei Milliardenverlusten in Folge hatte bei der Deutschen Bank laut vorläufigen Zahlen auch das dritte Geschäftsjahr unter Sanierer John Cryan mit einem Minus geendet.

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