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Mietendeckel-Rechner Wer in Berlin weniger Miete zahlen könnte

Hausfront in Berlin – ab 2020 bekommt die Stadt einen Mietendeckel. Quelle: dpa

Hohe Mieten sollen in Berlin abgemindert werden. Wie viel Geld jeder individuell monatlich sparen könnte, lässt sich mit dem Mietendeckel-Rechner berechnen.

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Düsseldorf Die Mietpreise haben sich in Berlin in den letzten 15 Jahren fast verdoppelt: statt durchschnittlich 5,14 Euro zahlen Mieter heute 9,57 Euro pro Quadratmeter. Mit dem neuen Mietendeckel soll das nun in Berlin ein Ende haben. Das Gesetz ist seit dem 23. Februar 2020 in Kraft. 

Hier können Sie mit dem Mietendeckel-Rechner erfahren, wie viel Sie monatlich einsparen könnten.


Berechnen Sie Ihren Mietendeckel mit dem Mietendeckel-Rechner 2020

Mit Hilfe des Mietendeckel-Rechners lässt sich berechnen, ob Sie in Berlin zu viel Miete zahlen. Im Bestfall lässt sich auf diese Weise herausfinden, wie hoch ihre Monatsmiete eigentlich ausfallen müsste und wie viel Geld Sie so monatlich sparen könnten.


Was ist der Mietendeckel?

Der Mietendeckel beschreibt das Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung (MietenWoG Bln) in Berlin. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde zunächst von der rot-rot-grünen Koalition in Berlin – bestehend aus SPD, Grüne und Linke – angestoßen und vom Berliner Abgeordnetenhaus am 30. Januar 2020 beschlossen.

Der Mietendeckel beschreibt eine Mietobergrenze. Wenn die Mietkosten oberhalb dieser Mietobergrenze liegen, soll Mietern so die Möglichkeit gegeben werden, diese zu senken. Außerdem wird damit ein Maßstab geschaffen, um gegen unverhältnismäßige Mieterhöhungen vorgehen zu können.

Wann greift der Mietendeckel und was bedeutet Mietenstopp?

Der Mietendeckel greift aktuell bereits in Berlin. Er wurde vom Abgeordnetenhaus beschlossen und ist am 23. Februar 2020 in Kraft getreten. Durch den Mietenstopp werden die Mieten zunächst auf dem Stand von Juni 2019 eingefroren und dürfen ab 2022 höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Das Gesetz greift auch rückwirkend – Stichtag ist der 18. Juni 2019, da der Berliner Senat an diesem Tag erste Eckpunkte des Mietendeckels beschlossen hatte.

Berlin nimmt mit der Einführung des Mietendeckels eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Es ist das einzige Bundesland, in dem bisher eine Mietobergrenze existiert.

Könnte der Mietendeckel in Berlin ein Vorbild für andere Bundesländer sein?

Prinzipiell könnte der Mietendeckel vor allem für die Stadtstaaten von Interesse sein. In den anderen Ländern dagegen wird der Mietendeckel jedoch wohl schwerer umzusetzen sein, da es in den ländlichen Gegenden ohnehin schon günstigeren Wohnraum gibt.

Warum wurde der Mietendeckel nur in Berlin eingeführt?

Da die Mietkosten in Berlin, so wie in den meisten Großstädten Deutschlands in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind, sind viele Menschen nicht mehr in der finanziellen Lage die Mietpreise in der Hauptstadt zu stemmen. Dieser Entwicklung soll der Mietendeckel in Berlin entgegenwirken, indem eine Mietobergrenze festgelegt wird und aktuelle „Wuchermieten“ verringert werden.

Wieso es bisher die einzige Stadt ist, lässt sich nur vermuten. Doch die Bürgerschaft in Berlin war sehr aktiv, hat regelmäßig gegen die steigenden Mieten demonstriert, sodass die Politik stärker unter Druck stand, hier zu handeln.

Kommt der Mietendeckel 2020 für ganz Deutschland? 

Der Mietendeckel in Berlin ist nicht ganz unumstritten. Dennoch spielen derzeit auch andere Städte mit dem Gedanken einen Mietendeckel einzuführen. Die Chance, dass der Mietendeckel 2020 für ganz Deutschland kommt, gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich, da andere Städte das Geschehen in Berlin zunächst beobachten und das Urteil aus Karlsruhe abwarten.

Die Kritik am Mietendeckel bleibt weiterhin sehr groß. So sprach Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), bei der Einführung von einem schwarzen Tag für den Berliner Wohnungsmarkt: „Allen Warnungen und einer Vielzahl von Gutachten namhafter Experten zum Trotz ist es zu einem historischen Tabubruch in Berlin gekommen. Der Mietendeckel kommt einer Enteignung gleich und ist eine Katastrophe für den Berliner Wohnungsmarkt“, so Schick.

Die Bevölkerung dagegen spricht sich größtenteils für den Mietendeckel aus. So äußern sich sieben von zehn Deutschen positiv über die Mietobergrenze in Berlin.

Ist der Mietendeckel verfassungswidrig?

Viele Vermieter kritisieren, dass der Mietendeckel verfassungswidrig sei. Dies kann aktuell nicht beantwortet werden. Derzeit befasst sich das Bundesverfassungsgericht mit genau dieser Frage. Zuletzt ist ein Eilantrag gegen den Mietendeckel in Karlsruhe abgelehnt worden. CDU und FDP im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus hatten zuletzt angekündigt, ebenfalls nach Karlsruhe vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Sie wollen das Landesgesetz mit einer Normenkontrollklage zu Fall bringen. „Wir begrüßen, dass die CDU/CSU- und die FDP-Bundestagsfraktionen jetzt rasch ein Normenkontrollverfahren starten wollen, denn wir brauchen dringend Rechtssicherheit.“ Dabei geht es um die Frage, ob ein Bundesland überhaupt die Kompetenz hat, einen Mietendeckel einzuführen. „Wir und fast alle anderen Juristen sehen das nicht so“, so Präsident des Immobilienverbandes Schick.

Gilt der Mietendeckel 2020 für alle Wohnungen?

Hier gibt es einige Wohnräume, die von dem Gesetz ausgeschlossen sind. Dazu gehört:

  • Wohnraum, der ab dem 1. Januar 2014 erstmals bezugsfertig wurde (Neubau) oder
  • öffentlich geförderter Wohnraum. Darunter fallen unter anderem Sozialwohnungen, Trägerwohnungen und Wohnheimunterkünfte.
  • Wohnraum, der zuvor dauerhaft unbewohnbar oder unbewohnt war. Dies ist beispielsweise bei neu ausgebauten Dachgeschossen der Fall.

Außerdem dürfen Mieten für Wohnungen, die vor dem Jahr 2014 gebaut wurden, in Berlin nicht weiter steigen. Davon sind allerdings Neubauwohnungen, die ab dem 1. Januar 2014 erstmals bezugsfertig wurden, ausgenommen.


Mit Material von dpa

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