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Neuer DSGV-Chef Schleweis Wer ist der neue Sparkassen-Präsident?

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Abkehr vom politischen Lautsprecher

Trotzdem dürfte der Sparkässler Schleweis deutlich andere Akzente setzen als der politische Lautsprecher Fahrenschon, der vor seinem Amt als Sparkassen-Cheflobbyist Finanzminister in Bayern war und ein entsprechendes politisches Netzwerk mitbrachte. Schleweis muss nun zeigen, dass er die Berliner Fäden ziehen kann, um die Interessen der Sparkassengruppe zu vertreten. In Sparkassenkreisen hatten sich zuvor einige Vertreter für einen externen Kandidaten ausgesprochen. "Der hätte einfach ein besseres Netzwerk", sagte ein Sparkassenvertreter im Vorfeld der Entscheidung. Auch ein guter Draht nach Brüssel könne nicht schaden, hieß es. Vor allem die zunehmende Regulierung der Branche sowie die niedrigen Zinsen belasten die Sparkassen. Vorgänger Fahrenschon inszenierte sich nur zu gerne als oberster Poltergeist gegen die Niedrigzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi. Vergeblich, bis zum Ende. Peter Schneider betont, als DSGV-Vizepräsident sei Schleweis die bundes- und europapolitischen Themen mit Umsicht angegangen.

Statt laut zu Poltern sollte sich Schleweis lieber darum kümmern, für die Sparkassen ein auch bei niedrigen Zinsen funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Kosten sparen ließen sich zum Beispiel bei den üppigen Gehältern der Vorstände. Neben Regulierung und Niedrigzinsen muss Schleweis allerdings vor allem ganz verbandseigene Themen anpacken. Der DSGV ist weiterhin viel zu breit aufgestellt. Während die Konkurrenz von den Volks- und Raiffeisenbanken sich mit der DZ Bank mittlerweile nur noch ein Zentralinstitut leistet, sind im DSGV weiterhin sieben Landesbanken vertreten. Eine größere Fusionswelle ist trotz der notwendigen Privatisierung der HSH Nordbank bisher nicht in Sicht. Gleiches gilt für die acht Landesbausparkassen. Schon Fahrenschon hatte zu Beginn seiner Amtszeit 2012 Fusionen angekündigt, ist damit aber nicht sonderlich weit gekommen.

Ob darauf Schleweis' Hauptaugenmerk liegen wird, ist fraglich. Vielmehr dürfte sich der Heidelberger darauf konzentrieren, regulatorische Angriffe von außen gegen die Sparkassengruppe abzuwehren. Die Aufseher der Europäischen Zentralbank sehen die Sonderrolle der Sparkassen mit ihrem eigenen Haftungsverbund teilweise recht kritisch, zumal das Konstrukt einige Privilegien für die Sparkassen mitbringt. So müssen die Institute beispielsweise Anleihen von Landesbanken in ihren Büchern nicht mit Eigenkapital unterlegen. Die Landesbanken dagegen profitieren ihrerseits, da ihr Rating allein deshalb höher ausfällt, weil sie Mitglied im Haftungsverbund sind.

Schleweis dürfte also künftig häufiger in der belgischen Hauptstadt weilen, um die Sonderstellung der Sparkassen dort zu verteidigen. Genug Fachwissen hat er dafür sicherlich, ob er ein ausreichendes Netzwerk knüpfen kann, wird sich zeigen.

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