Neuer Job für Elke König Bafin-Chefin soll EU-Behörde für Bankenabwicklung führen

Sie galt von Anfang als Favoritin - nun ist Bafin-Chefin Elke König fast am Ziel: Sie soll die EU-Behörde für Bankenabwicklung führen.

Elke König Quelle: dpa

Elke König (60), Chefin der deutschen Finanzaufsicht Bafin, soll die künftige EU-Behörde zur Abwicklung von Krisenbanken leiten. Die EU-Kommission schlug die studierte Ökönomin am Freitag in Brüssel offiziell für den Topposten vor. Sie setzte sich damit gegen den belgischen Notenbankchef Luc Coene und den früheren Präsidenten der Europäischen Investitionsbank, Philippe Maystadt, durch.

Alle drei hatten auf einer Auswahlliste der EU-Behörde gestanden. Als Vize-Chef der neuen EU-Einrichtung ist der Finne Timo Löyttyniemi nominiert. Das Europaparlament und der EU-Ministerrat - dort sind die Mitgliedstaaten vertreten - müssen die Personalvorschläge noch billigen. Eine Anhörung Königs in der europäischen Volksvertretung ist für Montag geplant.

Wo es noch Zinsen gibt
Wer derzeit für ein Jahr lang Geld auf einem Tagesgeldkonto parkt, bekommt durchschnittlich nur 0,54 Prozent Zinsen. Wer also 10.000 Euro auf der hohen Kante hat, hat nach einem Jahr lediglich 54 Euro mehr. (Stand: 12. Mai 2014) Quelle: AP
Die besten Anbieter von Tagesgeldkonten sind derzeit die Renault Bank direkt Tagesgeld mit 1,31 Prozent p.a. und MoneyYou Tagesgeld (1,31 Prozent p.a.). Viel mehr als 1,3 Prozent Prozent Jahreszins sind derzeit aber - unabhängig vom Anbieter - nicht drin. Quelle: Tagesgeldvergleich.net Quelle: Screenshot
Beim Festgeld ist die Verzinsung gut doppelt so hoch. Wer 10.000 für drei Jahre festlegt, bekommt schon zwischen 2,1 und 3,3 Prozent Zinsen. Für ein einjähriges Festgeld bekommen Sparer in Deutschland allerdings maximal 1,7 Prozent Zinsen. Besonders hohe Zinsen bieten Tochtergesellschaften ausländischer Banken. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Im Dezember 2013 hat die Saving­Global GmbH die Onlineplattform Welt­sparen.de gestartet, über die deutsche Sparer Festgeldkonten im Ausland eröffnen können. Die First Investment Bank in Sofia bietet derzeit 2,9 Prozent Zinsen für einjährige Festgeld-Anlagen an, bei einer Laufzeit von 36 Monaten winken 3,3 Prozent. Das Geld wird in Euro angelegt, es gibt also kein Währungsrisiko. Quelle: Screenshot
Künftig sollen auch andere ausländische Banken über die Plattform deutschen Kunden Festgeldkonten anbieten. So soll neben einer italienischen und einer portugiesischen Direktbank auch ein Institut aus Norwegen dazu stoßen, das 2,2 Prozent Zinsen für ein einjähriges Festgeld bei einer Mindestanlage von 15.000 Euro anbietet. Allerdings müssen die Kunden in norwegischen Kronen anlegen. Quelle: dpa
Um ein solches Festgeldkonto eröffnen zu können, müssen Sparer bei Welt­sparen.de Kunde werden, in dem sie online und per Postident-Verfahren ein Konto bei der deutschen MHB Bank eröffnen. Die MHB Bank ist Abrechnungsbank für die Festgeldgeschäfte der Saving­Global und legt das Geld der Sparer bei den ausländischen Partnerbanken an. Sobald das Konto eröffnet ist, können Kunden via Online-Plattform den gewünschten Betrag überweisen. Am Ende der Laufzeit überweist die Partnerbank das Geld mit Zinsen auf das Weltsparkonto bei der MHB Bank zurück. Quelle: Screenshot
Die Kontoführung ist für Kunden der MHB Bank kostenlos. Saving-Global und MHB verdienen an einer Vermittlungsgebühr von den ausländischen Partnerbanken. Wie hoch diese Provision ist, lässt sich nur schätzen. So bekommen beispielsweise bulgarische Kunden bei der Fibank für ein einjähriges Festgeld in Höhe von 10.000 Euro 4,15 Prozent Zinsen, Deutsche dagegen 2,9 Prozent. Die Differenz dürfte der Vermittlungsgebühr entsprechen. Quelle: dpa
Was die Sicherheit der Kunden anbelangt, müssen alle Partnerbanken der Saving­Global einen EU-Pass "zur Erbringung von grenzüberschreitenden Dienstleistungen" besitzen und ihr Angebot für deutsche Sparer bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) registrieren. Die Spareinlagen der europäischen Banken sind bis zu 100.000 Euro Guthaben pro Sparer und Bank gesetzlich garantiert. Kann die jeweilige Bank nicht zahlen, muss also der Staat einspringen. Quelle: dpa
Wem das dennoch zu riskant ist, der kann es mit Anleihen großer europäischer Unternehmen versuchen. So lockt beispielsweise ThyssenKrupp mit 2,5 Prozent Rendite für Anleihen, die bis 2019 laufen (Wertpapierkennnummer: A1R041). Quelle: dpa

Die als sachlich und bestimmt geltende König wurde als Wunschkandidatin von der Bundesregierung unterstützt. Sie sei für die Aufgabe „hervorragend geeignet“ und bringe die bestmöglichen Qualifikationen mit, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums in Berlin.

König führt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland seit Anfang 2012. Die Bankenabwicklung ist ein Pfeiler der europäischen Bankenunion. Die Eurostaaten wollen dazu auch einen gemeinsamen Topf mit Bankengeldern aufbauen, der am Ende 55 Milliarden Euro umfassen soll.

Die neue Behörde wird kommenden Jahr in Brüssel aufgebaut werden. Die EU-Regeln für die Abwicklung treten dann im übernächsten Jahr in Kraft. Die neue Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank wird von der Französin Danièle Nouy geleitet.

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