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Neunmonatszahlen IKB häuft fast eine halbe Milliarde Verlust an

Ausgerechnet am Rosenmontag, an dem im Rheinland Ausnahmezustand herrscht, hat die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihre Neunmonatszahlen präsentiert. Ihr Verlust hat sich fast verdreifacht.

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Weit von der Gewinnzone entfernt: IKB-Chef Hans Jörg Schüttler. Quelle: ap

Düsseldorf Auf eines ist in Städten wie Düsseldorf, Köln oder Bonn ja normalerweise Verlass: Zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag wird, wenn überhaupt, dann bestenfalls auf Sparflamme gearbeitet. Umso unpassender oder sagen wir mal „unrheinisch“ wirkt es da, dass die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihre Neunmonatszahlen ausgerechnet am heutigen Rosenmontag veröffentlicht hat.

Denn während bei der IKB auch am Rosenmontag geschuftet wird, scheinen die Büros der in Bonn residierenden Aufsichtsbehörde Bafin deutlich leerer zu sein als sonst üblich. So deuten wir jedenfalls die Reaktion der Finanzaufsicht auf eine Presseanfrage, die unvorsichtigerweise vormittags am Weiberfastnacht-Donnerstag eingereicht wurde. Ob die Beantwortung auch bis Dienstag noch Zeit habe, hieß es. „In den nächsten Tagen wird es etwas schwierig, die passenden Ansprechpartner hier im Haus zu finden.“

Auch der Bafin dürften die Zahlen jedenfalls nicht gefallen, welche die IKB nun vorgelegt hat: ein Verlust von 431 Millionen Euro von April bis Dezember, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet - fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor, als er sich auf 155 Millionen Euro belief. Bereits im November hatte der Vorstand angekündigt, dass die Bank später als ursprünglich geplant wieder schwarze Zahlen schreiben werde.

Dass die IKB leidet ist offensichtlich. Das Institut, das 2007 als erste deutsche Bank der Finanzkrise zum Opfer fiel und mit zehn Milliarden Euro vom Staat gerettet wurde, plant laut Handelsblatt-Informationen, in den kommenden beiden Jahren rund 200 seiner noch etwa 1130 Arbeitsplätze zu streichen. Vorstand und Betriebsrat sollen bereits Verhandlungen für einen neuen Sozialplan aufgenommen haben. Seit 2007 hat die Bank fast jede vierte Stelle gestrichen, wie eine aktuelle Präsentation zeigt. Der laufende Sozialplan, der den Abbau von 370 Stellen vorsieht, endet erst im März 2012.

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    Allerdings schrumpfte in den letzten Jahren auch das Geschäftsvolumen des Geldhauses beträchtlich, allein schon wegen der Auflagen der Europäischen Union. So hat die Bank ihre Bilanzsumme halbiert. Nun passt sie die Zahl der Stellen an ihre kleineren Dimensionen an.

    Außerdem wirbt die Mittelstandsbank, die seit 2008 dem Finanzinvestor Lone Star gehört, mit auffällig hohen Zinsen von vier Prozent für Festgeld. Das ist ein Indiz dafür, dass sie Schwierigkeiten hat, auf anderen Wegen an Kapital zu kommen.

    Seit einiger Zeit will die Private-Equity-Gesellschaft Lone Star die IKB verkaufen. Doch dieser Verkauf stockt. Die französische BNP Paribas, die lange als Interessent galt, winkte im vergangenen Herbst nach langen Verhandlungen ab, als sich die Staatsschuldenkrise verschärfte.

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