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New York Notes

31 Millionen Dollar fürs Verpfeifen

Angela Hennersdorf
Angela Hennersdorf Redakteurin Unternehmen & Märkte

Eine amerikanische Bankerin verpfeift und verklagt ihren Arbeitgeber. Sie kassiert von der Citigroup 31 Millionen Dollar Belohnung – whistleblowing lohnt sich. Aber ändert sich etwas bei den Banken?

Wo Investmentbanker gehen müssen
Royal Bank of ScotlandDer Vorstandschef der staatlich kontrollierten britischen Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) tritt ab. Stephen Hester werde seinen Posten zum Ende des Jahres räumen, teilte die Bank mit. „Der Verwaltungsrat ist der Meinung, dass ein ordentlicher Nachfolge-Prozess einem neuen Vorstandschef Zeit geben wird, den Privatisierungsprozess vorzubereiten und die Bank in die kommenden Jahre zu führen“, heißt es in einem Statement der RBS. Hester sei es nicht möglich gewesen, ein solches zeitlich unbegrenztes Bekenntnis abzugeben. Die Royal Bank of Scotland gehört zu rund 80 Prozent dem britischen Steuerzahler. Ihre Reprivatisierung gilt als eines der heißesten Eisen in der britischen Regierungspolitik. Quelle: dpa
Goldman SachsBedrohte Stellen: unbekannt Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen. Quelle: dpa
Morgan StanleyBedrohte Stellen: 1600 Die sechstgrößte US-Bank plant angeblich, in den nächsten Wochen den Geschäftsbereich Investmentbanking um 1600 Stellen zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Prozent der Mitarbeiter in dieser Sparte. Rund 800 Investmentbanker sollen in den USA entlassen werden, aber auch Mitarbeiter außerhalb der Vereinigten Staaten werden gehen müssen. Ähnlich wie bei den Entlassungen der Citigroup sollen Mitarbeiter aus allen Ebenen betroffen sein. Quelle: REUTERS
a Citibank branch in New York Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Nomura Quelle: REUTERS
JP Morgan Quelle: REUTERS

Die Wall Street bekommt in diesen Tagen so richtig eins auf die Mütze: Der Chef der Technologiebörse Nasdaq, Robert Greifeld, entschuldigt sich bei den Anlegern für den verpatzten technischen Börsenstart von Facebook und will ihnen eine Entschädigung zahlen (für die er gleich wieder kritisiert wird).

Probleme hat auch die US-Großbank Morgan Stanley, Konsortialführerin beim Facebook-Börsengang. Sie muss sich bei der US-Börsenaufsicht für die Ungereimtheiten beim IPO des sozialen Netzwerkes rechtfertigen. Einen ziemlich unangenehmen Termin hat JP-Morgan-Chef Jamie Dimon in der kommenden Woche vor sich: Der Top-Banker hat in Washington anzutanzen und darf den Politikern erklären, wie in seiner Bank in sechs Wochen mal eben zwei Milliarden Dollar Verlust aufgelaufen sind.

Chefs interessieren sich nicht für Fehler
Schlimmer geht’s nimmer? Von wegen: noch peinlicher geht’s bei der Citigroup ab. Eine Angestellte verpfiff das Finanzinstitut wegen systematischer Verstöße gegen das U.S.-Hypothekenrecht und verklagte ihren Arbeitgeber.
Sherry Hunt, 55 Jahre alt, war bei der Bank dafür verantwortlich, das Geldhaus vor Betrug und faulen Investments zu schützen. Ihre Aufgabe war es, Kredite zu durchleuchten. Sie sollte faule Kredite herausfischen und ihre Chefs auf diese hinweisen. Doch Hunts Berichte interessierten ihre Chefs reichlich wenig. Seit 2006 wies die Bankerin immer wieder auf die faulen Dinger hin. Sogar nach der Finanzkrise – die Bank war mit einem zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrag von der US-Regierung gerettet worden – ging das so weiter.

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