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New York Notes

Deutsche auf Moody’s Schlachtbank

Angela Hennersdorf
Angela Hennersdorf Redakteurin Unternehmen & Märkte

Die Ratingagentur Moody's traut den Banken nicht: sie senkt die Kreditwürdigkeit von 15 Häusern. Auch für die Deutsche Bank geht es um zwei Stufen runter - ein Schlag ins Gesicht des größten deutschen Finanzinstitutes.

Die Brennpunkte der Deutschen Bank
BerlinDas Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen. Quelle: Reuters
FrankfurtIn der Deutschen-Bank-Zentrale fürchten einige Manager zu viel Einfluss der Investmentbanker. Als Beleg sehen Skeptiker die Besetzung der Top-Position im Risikomanagement durch einen Getreuen von Co-Chef Jain. Quelle: Laif
BonnDer kommende Postbank-Chef Frank Strauß soll Ertragskraft und Effizienz des größten Zukaufs der Ära Ackermann stärken. Dafür muss er vor allem kulturelle Differenzen in den Griff bekommen. Quelle: dpa
LondonDie Zentrale der Investmentsparte der Deutschen Bank sitzt in London und beeindruckt Besucher mit moderner Kunst. Sie will von der Schwäche der Konkurrenz profitieren und weltweit unter die Top 3 vorstoßen. Quelle: Laif
New YorkWegen ihrer zweifelhaften Rolle in der Verbriefung minderwertiger Hypothekenkredite protestieren Hausbesitzer in den USA gegen die Deutsche Bank. Die Schadensersatzforderungen belasten das neue Duo an der Spitze. Quelle: Reuters
PekingDas Geschäft in Asien wird für die Deutsche Bank trotz staatlicher Beschränkungen immer wichtiger. Am größten sind die Wachstumsaussichten in China. Aber auch Indien erweist sich als unausgeschöpftes Finanzreservoir. Quelle: Laif

Es sieht fast so aus, als hätte Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds geahnt, mit welcher Horrornachricht die amerikanische Ratingagentur Moody’s am späten gestrigen Abend um die Ecke biegen würde: Lagarde forderte im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise direkte Bankenhilfe aus den Rettungsfonds EFSF und ESM. Es müsse eine direkte Verbindung zwischen Fonds und Banken geben, sagte sie in Luxemburg nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern. Bisher sind aber direkte Hilfen für die Banken aus den Rettungsfonds gar nicht möglich. Gleichzeitig rief die IWF-Chefin die Europäische Zentralbank dazu auf, mit Hilfe einer „kreativen Geldpolitik“ die Krise einzudämmen. Eine Wiederaufnahme des Ankaufs von Staatsanleihen finanzschwacher Euroländer empfahl Lagarde.

Merkel würde die Deutsche Bank sowieso retten

Nur wenige Stunden später erscheint ihr Hilferuf umso dringender. Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat 15 Großbanken auf die Schlachtbank gelegt. Sie stufte die Kreditwürdigkeit von insgesamt 15 Kreditinstituten mit einem weltweiten Kapitalgeschäft herab – darunter fünf US-Banken, drei französische Institute, drei britische, zwei schweizer und eine kanadische Bank sowie die Deutsche Bank.

Für das deutsche Geldinstitut ging es um zwei Stufen runter von einem guten „Aa3“ auf ein nur noch befriedigendes „A2“. Der Ausblick für die Deutsche Bank ist allerdings stabil. Im Zweifel eines Zahlungsausfalls würde die Bundesregierung das Institut eh retten, so Moody’s Bankenanalyst Greg Bauer.

Die Credit Suisse stufte Moody’s gleich um drei Stufen nach unten - von der zweitbesten Bewertung „Aa1“ auf ein „A1“. Besonders hat traf es auch zwei US-Banken, die in der Finanzkrise stark angeschlagen waren: Die Citigroup und die Bank of America bewertet die Ratingagentur nur noch mit der Note „Baa2“ – damit liegt sie kurz über Ramschniveau. Auch für die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley sieht es schlecht aus: Moody’s senkte ihre Kreditwürdigkeit um zwei Stufen nach unten auf „Baa1“ – drei Stufen vor einem Junk-Status.

Überzeugungsarbeit bei Investoren nötig

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Alle abgestuften Banken seien in besonderer Weise den Risiken und der Volatilität des Kapitalmarkts ausgesetzt, teilte Moody’s Analyst Bauer mit. Moody’s Abrechnung mit den Banken ist ein ernster Schlag ins Gesicht der weltweiten Finanzelite. Eine schlechtere Kreditwürdigkeit kann die Aufnahme von frischem Geld erschweren und verteuern. Seit Februar schon ging das Gerücht der großen Moody’s Bankenschlacht an der Wall Street herum. Nach der umfassenden Analyse der Banken im Februar dieses Jahres arbeitete Moody’s-Analyst Bauer in der New Yorker Zentrale der Agentur an einer Neubewertung der weltweit größten Finanzinstitute. Seitdem haben etwa die Aktien der Investmentbank Morgan Stanley um 25 Prozent verloren.

Nun müssen die weltweiten Bank-Chefs die Investoren davon überzeugen, dass es Moody’s womöglich übertrieben hat. Das wird schwierig – das Vertrauen der Investoren in die Märkte sei sowieso schon verloren, sagte ein Händler an der Wall Street. Der Euro verlor gestern gegenüber dem Dollar 1,3 Prozent und notierte nur noch bei 1,2540 US-Dollar – der größte Verlust seit Mitte Januar dieses Jahres.

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