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New York Notes

Ruhe vor neuem Sturm bei Goldman

Angela Hennersdorf
Angela Hennersdorf Redakteurin Unternehmen & Märkte

Verdächtig still war es in letzter Zeit bei Goldman Sachs. Nun verlässt Finanzchef David Viniar die Wall-Street-Firma. Ungemach droht der US-Bank erneut von Ex-Mitarbeiter Greg Smith, er will in einem Buch abrechnen.

Goldman-Sachs-Chef David Viniar Quelle: dpa

Goldman Sachs bekommt einen neuen Finanzchef. David Viniar, 57, der nach Angaben von Goldman am längsten amtierende Finanzchef einer Wall-Street-Firma, hört Ende Januar nächsten Jahres auf. Seinen Posten übernimmt Kollege Harvey Schwartz. Viniar hatte seinen Posten als CFO bei der Investmentbank 13 Jahre lang inne. Insgesamt war er 32 Jahre für das Wall-Street-Institut tätig. Neben CEO Llyod Blankfein gehört Viniar zu den bekanntesten Köpfen bei der Investmentbank.

Frischer Wind wird dennoch nicht wehen bei Goldman. Viniars Posten übernimmt ein Eigengewächs: Harvey Schwartz arbeitet seit 1997 bei der Bank. Dort stieg der 48-jährige binnen zwei Jahren vom Vize-Präsident zum Managing Director auf. Vor zehn Jahren wurde er zum Partner ernannt. Seit langem habe Viniar mit Schwartz zusammengearbeitet und sich vor allem seinen Rat beim Risikomanagement eingeholt, heißt es bei der Bank. 

Zum Abschied lobte Goldman-Sachs-Chef Blankfein seinen langjährigen Wegbegleiter in den höchsten Tönen: „David repräsentiert das Allerbeste an Goldman Sachs und unserer Kultur.“ Viniar wiederum flötete: „Ich hatte eine wunderbare Karriere bei Goldman Sachs.“ Der noch CFO wird sich allerdings auch nach Januar 2013 nicht ganz von der Bank verabschieden. Er geht in den Verwaltungsrat der Bank. In naher Zukunft wolle Goldman Sachs überdies mehrere unabhängige Mitglieder ernennen, teilte die Bank mit.

Es tut sich also wieder einmal etwas bei dem Investment-Institut. Verdächtig ruhig war es da. Andere Finanzinstitute klauten der US-Großbank die Show in der Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten und übernahmen ihre Rolle als Bösewicht der Finanzbranche: da war der milliardenschwere Spekulationsverlust bei JP Morgan Chase und der Skandal um die Manipulation des Libor-Zinses, in den Goldman offenbar nicht verstrickt ist.

Doch Goldman Sachs droht schon der nächste Sturm: Ex-Mitarbeiter Greg Smith, der im März dieses Jahres per Zeitungsartikel bei der Bank gekündigt hatte, will seine Memoiren veröffentlichen. Smith Buch mit dem Titel „Why I left Goldman Sachs“ soll am 22. Oktober herauskommen, berichten US-Medien.

In einem Meinungsartikel in der New York Times hatte Smith seiner Firma in einem Frontalangriff eine Kultur der „Abzockerei“ vorgeworfen. Goldman-Investmentbanker hätten ihre eigene Kunden als „Vollidioten“ bezeichnet. „Es bereitet mir Übelkeit, wie kaltschnäuzig die Kollegen darüber reden, ihre Kunden abzuzocken“, schrieb er.

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