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Norddeutsche Landesbank NordLB startet Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren

Das Gebäude der NordLB in Hannover Quelle: dpa

Die NordLB sitzt immer noch auf einem Milliardenberg riskanter Schiffskredite – und dieser Berg schrumpft nur langsam. Gleichzeitig muss mehr Eigenkapital her. Jetzt könnten externe Investoren ins Spiel kommen.

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Auf der Suche nach frischem Kapital hat die Landesbank NordLB erste Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen. Verschiedene Modelle zur Stärkung der Kapitalquoten würden geprüft – zu den Optionen zähle auch eine mögliche Beteiligung externer Investoren, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle am Donnerstag. Kapitalpolster sind für Geldhäuser wichtig, um Krisen abfedern zu können. Im ersten Halbjahr verbuchte die NordLB einen Gewinn von 54 Millionen Euro – nach 302 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Vergleich mit den Vorjahreszahlen sei wegen eines neuen Rechnungslegungsstandards aber nur eingeschränkt möglich.

Bis zum Jahresende solle zusammen mit den Eigentümern – Haupteigentümer sind die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt – ein umfassendes und tragfähiges Konzept zum Umbauprogramm der Bank vorgelegt werden, kündigte Bürkle an. Die NordLB tausche sich hierzu eng mit der Bankenaufsicht und der EU-Kommission aus, sagte er. Mit Blick auf das erste Halbjahr sprach er von einem „akzeptablen Ergebnis“.

Die Landesbank war im vergangenen Jahr nach Milliardenverlusten 2016 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Doch ihre Eigenkapitaldecke könnte zu dünn sein, wenn die Bankenaufsicht die Anforderungen verschärft. Diskutiert wird unter anderem eine mögliche Kapitalspritze durch die Eigentümer. Dazu hatte sich gerade erst der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen kritisch geäußert. Zum Stichtag 30. Juni lag die harte Kernkapitalquote der Landesbank wie Ende 2017 bei 12,4 Prozent - Ende März allerdings noch bei 12,8 Prozent.

Beim Abbau der faulen Schiffskredite kam der Konzern nur langsam voran. Das Portfolio sank leicht auf 7,7 Milliarden Euro – Ende März waren es 7,9 Milliarden Euro. Bis Ende 2019 sollten es weniger als 5 Milliarden Euro sein. Das schwierige Geschäft mit Schiffskrediten hatte der Landesbank 2016 einen Verlust von 1,96 Milliarden Euro eingebrockt.

Bürkle erwartet, dass im Gesamtjahr 2018 ein „positiver Abschluss“ herausspringt, allerdings hätten der Abbau der faulen Kredite und die Stärkung der Kapitalquoten Vorrang. Dies könne sich „unter Umständen ergebnisbelastend auswirken“. Eine verlässliche Prognose sei daher nicht möglich. Im ersten Halbjahr lagen die Restrukturierungskosten bei 16 Millionen Euro.

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