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Onlinebanking Commerzbank baut neues Kundenportal

Exklusiv

Die Commerzbank baut ihr Privatkundengeschäft um und will Ende Januar 2014 ein neues Internetportal für das Onlinebanking eröffnen.

Commerzbank Quelle: AP

Das alte Internetportal gilt bei vielen der rund elf Millionen Privatkunden als sperrig und ist ein misslungener Kompromiss mit dem System der 2008 übernommenen Dresdner Bank.

Privatkundenvorstand Martin Zielke und sein Bereichsvorstand Michael Mandel modernisieren den Internetauftritt daher gründlich. Nutzer des neuen Onlineportals sollen sich den Überblick über ihre Finanzen selbst gestalten und etwa entscheiden können, wo auf dem Bildschirm sie die Ansicht ihres Girokontos, Tages- und Festgelds oder Aktiendepots platzieren.

Ziel ist, dass die Nutzer mit so wenig Klicks wie möglich ihre Salden abrufen und Überweisungen sowie Wertpapierkäufe in Auftrag geben können. Der Umgang mit den ab Februar 2014 geltenden neuen IBAN-Kontonummern soll durch neue Eingabemasken ebenfalls erleichtert werden. Mit einem elektronischen Haushaltsbuch können Sparer zudem ihre täglichen Ausgaben kontrollieren.

Die Baustellen des Commerzbank-Chefs
Stellenabbau auf der FührungsebeneDer Streichung von 5200 Stellen quer durch die Bank und in den Filialen folgt nun der radikale Abbau von Führungspersonal: Personalvorstand Ulrich Sieber muss gehen. Der Aufsichtsrat beschloss am 6. November, ihn zum Jahresende von seinem Posten abzuberufen. Verfehlungen wirft sie dem auch für die interne Abbaubank NCA zuständigen Manager nicht vor. Hintergrund ist ein Streit darüber, wie viel Abfindung ihm zusteht. Sieber will gegen die Entscheidung des Aufsichtsrats juristisch vorgehen. Siebers Vorstandskollege Jochen Klösges entgeht seiner drohenden Abberufung durch einen Wechsel zur Hamburger Reederei Erck Rickmers. Nicht nur die beiden Posten im derzeit neunköpfigen Vorstand der Bank will Blessing abschaffen. Auch auf Ebene der zahlreichen Bereichsvorstände sollen Manager wegfallen. Eine Stufe tiefer hat die Bank bereits zahlreiche Posten von Bereichsvorständen gestrichen und will auch die Ebene der Bereichsleiter ausdünnen. Quelle: dpa
Umbau der PrivatkundensparteSie ist Blessings wohl wichtigstes Projekt. 1.200 Filialen und elf Millionen Kunden hat die Sparte. Martin Blessing und sein Privatkundenvorstand Martin Zielke vergleichen die Herausforderungen im Filialgeschäft gern mit der Situation der Printverlage, die ihr Geschäftsmodell für die digitale mediale Zukunft wappnen müssen. Auch Bankfilialen sehen sich mit Kundenschwund konfrontiert, seit Bankgeschäfte über das Internet von zuhause aus oder mit Mobilgeräten sogar unterwegs erledigt werden können. Die Commerzbank will reagieren, indem sie ihre Filialen onlineaffin macht. Quelle: dpa
Besserer ServiceDie Filialen sollen zwar beibehalten werden, doch deren Service soll unabhängiger von den Öffnungszeiten werden. Kunden sollen Standardprodukte wie Girokonten oder Konsumentenkredite auch online abschließen können, ohne dafür eine Filiale aufsuchen zu müssen. Das gilt auch für Baufinanzierungen. Mit einer Servicehotline will die Commerzbank 24 Stunden täglich und sieben Tage die Woche erreichbar sein. Quelle: dpa
Altlasten der EurohypoNeben den aktuellen Umbauaktionen darf der noch ausstehende Rückbau von Altlasten vor allem aus der untergegangenen Ex-Tochter Eurohypo (jetzt Hypothekenbank Frankfurt) nicht in Vergessenheit geraten. Blessing und seine Mannschaft können Erfolge beim Schrumpfen notleidender gewerblicher Immobilienfinanzierungen verzeichnen. Im Juli verkaufte sie gewerbliche Immobilienkredite von fünf Milliarden Euro, sowie das gesamte operative Geschäft der Eurohypo an die US-Großbank Wells Fargo und den Finanzinvestor Lone Star. Doch damit ist es noch nicht getan. Griechische Staatsanleihen hat die Commerzbank zwar aus ihrer Bilanz verbannt, muss aber noch Finanzierungen anderer europäischer Krisenstaaten loswerden. Quelle: dpa
Sorgenkind SchiffsfinanzierungDie Commerzbank sitzt noch auf einem Berg milliardenschwerer Schiffs- und Staatsfinanzierungen. Die wackligen Schiffskredite stehen noch mit einem Betrag von 17 Milliarden Euro in den Büchern (Stand, 8. August 2013). Das Portfolio an Schiffskrediten soll bis 2016 um 40 Prozent reduziert werden. Um hohe Abschläge bei einem Verkauf zu vermeiden, hat sich die Bank dazu entschlossen, einige Schiffe selbst zu betreiben und hierzu die Hanseatic Ship Asset Management gegründet. Quelle: dpa

Kunden erhalten künftig die Möglichkeit, die in den 1200 Commerzbank-Filialen erhältlichen Finanzprodukte wie Konsum- oder Baukredite online zu kaufen und bei Bedarf einen Berater live dazu zu schalten. Derzeit testen rund 9000 Commerzbank-Mitarbeiter den neuen Internetauftritt von Deutschlands zweitgrößter Bank.

Ausgewählte Kunden werden vor dem Start im kommenden Jahr Testzugänge erhalten. Umgebaut wird bei der Commerzbank nicht nur das Onlinebanking, sondern auch die Filialen, die wie bereits bekannt gegeben mit rund 1800 zu streichenden Stellen einen Großteil des Jobabbaus im gesamten Unternehmen schultern müssen.

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