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Quartalsbericht Deutsche Bank halbiert den Gewinn

Die Deutsche Bank verzeichnet einen Gewinneinbruch. Im Vergleich zum Vorjahr halbierte sich der Gewinn nach Steuern annähernd auf gut 650 Millionen Euro. Mit Spannung werden die Äußerungen von Jain und Fitschen erwartet.

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Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben ihre erste Quartalszahlen vermeldet. Quelle: dapd

Frankfurt Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal einen Gewinn nach Steuern von 661 Millionen Euro erzielt. Damit hat sich der Gewinn annährend halbiert. Im Vorjahresquartal waren es noch 1,2 Milliarden Euro. Das größte deutsche Finanzinstitut erwirtschaftete im abgelaufenen Vierteljahr Erlöse von acht Milliarden Euro.

Im Investment-Banking brach der Gewinn noch drastischer ein. Das Vorsteuerergebnis fiel im Jahresvergleich um 63 Prozent auf 357 Millionen Euro ein, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Wie bei den Rivalen in den USA und der Schweiz bremst die Schuldenkrise das einst so lukrative Kapitalmarktgeschäft. Besserung erwarten die beiden neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen so schnell nicht. „Die Europäische Staatsschuldenkrise belastet weiterhin das Investorenvertrauen und die Kundenaktivitäten über alle Geschäftsbereiche hinweg“, erklärten sie.

Einen weiteren Stellenabbau im Investmentbanking gab Deutschlands größtes Geldhaus zunächst nicht bekannt. In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, in der Sparte stünden rund 1000 der zuletzt noch gut 10.000 Stellen auf der Kippe.

Die vorläufigen Eckdaten für das zweite Quartal hatte die Deutsche Bank bereits vor einer Woche vorgelegt. Der Gewinn vor Steuern hatte die Bank mit rund einer Milliarden Euro angegeben. Analysten hatten dagegen im Schnitt einen deutlich höheren Vorsteuergewinn erwartet, nämlich 1,4 Milliarden Euro. Wegen des großen Abstands zu den Schätzungen der Experten hatte sich die Deutsche Bank für eine vorgezogene Veröffentlichung entschieden.

Überraschend kündigte das größte deutsche Geldhaus gestern Nachmittag an, dass Jürgen Fitschen und Anshu Jain die Präsentation der Geschäftszahlen für das zweite Quartal nutzen werden, um mit den Analysten heute die neue strategische Ausrichtung der Bank zu diskutieren. Bisher hatte es geheißen, die Strategie werde erst im September vorgestellt.

Banken



Für die Analysten wird neben dem künftigen geschäftlichen Kurs die Verwicklung der Deutschen Bank in die Manipulationen des Referenzzinses Libor im Zentrum stehen. Hier laufen interne Untersuchungen und eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Ursprünglich hatte die Deutsche Bank nur den üblichen „Conference Call“ von Finanzvorstand Stefan Krause angesetzt.

Auch die Konkurrenten der Deutschen Bank in den USA hatten im zweiten Quartal Schwächen gezeigt. Grund war vor allem der Einbruch im Kapitalmarktgeschäft. So brach der Gewinn der zweitgrößten US-Investmentbank Morgan Stanley um 50 Prozent ein. Auch bei den übrigen Instituten machte sich die Zurückhaltung der Kunden wegen der unsicheren Situation in Zeiten der Schuldenkrise in Europa extrem negativ bemerkbar.

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