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Quotendiskussion Warum der Finanzbranche die Frauen fehlen

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Die Aufsicht ist in Frauenhand

Wo Frauen ähnlich verdienen wie Männer - und wo nicht
Frauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Quelle: Fotolia
Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Quelle: dpa
Führungskräfte Quelle: Fotolia
Akademische Berufe Quelle: dapd
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei Quelle: AP

Frauen spielen also in der Finanzbranche sehr wohl eine Rolle. Mit Elke König wacht sogar eine Frau über die Geschicke der gesamten Branche. Seit 2012 ist die Rheinländerin Präsidentin der Finanzaufsicht BaFin. Zuvor saß sie bereits im Vorstand des Rückversicherers Hannover Rück. Zuletzt duellierten sich sogar zwei Frauen um den deutschen Sitz in der europäischen Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB). Neben König war auch Sabine Lautenschläger im Gespräch, die Vizechefin der Bundesbank. Ende vergangener Woche teilte das Finanzministerium mit, dass sie die BaFin-Chefin für das Amt vorschlagen werde.   

Können die großen Privatbanken bald nachziehen? Bei der Deutschen Bank gibt man sich optimistisch. „Die Chancen zur Übernahme von mehr Führungsverantwortung für Frauen sind gut“, sagt Gerlinde Siebert, Managing Director im Bereich Privat- und Geschäftskunden. In den Frankfurter Zwillingstürmen habe das Thema hohe Priorität. Und auch Angela Müller-Valkyser, ebenfalls Managing Director, weiß: „Das Thema ist im Konzern fest verankert“.

Reicht das? Zumindest dürfte auch die Deutsche Bank in Kürze einen Teilerfolg zu verkünden haben. Denn bereits im November letzten Jahres wurde Susanne Klöß zur Generalbevollmächtigten der Postbank ernannt. Sobald die Finanzaufsicht BaFin ihre Zustimmung gibt, dürfte sie in den Vorstand der Deutsche Bank-Tochter aufrücken. Wie aus Konzernkreisen zu hören ist, dürfte das bald soweit sein.  

Eine Quote für die EZB

Auch die EZB steht, was das Thema Frauen angeht, in der Kritik. Sowohl das sechsköpfige Direktorium der Notenbank als auch der EZB-Rat, in dem zusätzlich die Präsidenten der nationalen Notenbanken vertreten sind, sind frauenloses Terrain. Zuletzt hatte das EU-Parlament versucht, diese Barriere zu brechen. Als im vergangenen November der Luxemburger Yves Mersch ins Direktorium einziehen sollte, legten die Parlamentarier Protest ein. Da sie aber kein Veto-Recht hatten, blieb das Gremium in Männerhand. Merschs Reaktion bei einer Befragung durch das Parlament: „Ja, ich muss leider bekennen, ich bin keine Frau“.

Jetzt geht die EZB allerdings selbst in die Offensive. Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen verkündete auf der Deutsche Bank-Veranstaltung am Mittwoch, dass die Führungsriege der EZB das Thema ausführlich diskutiert habe und sich zu einer unverbindlichen Quote durchgerungen habe. Deren Höhe ließ Asmussen aber offen. Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, sagte Asmussen mit dem Verweis auf die konservative Institution Notenbank. „Ich selber habe immer gedacht, qualifizierte Frauen würden von alleine in Top-Positionen gelangen, ohne Quote“, sagte Asmussen. Erst jetzt habe er realisiert, dass dies nicht der Fall sei.   

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