Ratings in Gefahr S&P prüft Bonität von Großbanken

Die US-Ratingagentur stellt die Bonität europäischer Großbanken auf den Prüfstand. Bekommen die Institute keine staatlichen Finanzspritzen droht vielen im April die Herabstufung.

Diese Länder haben die meisten Bankfilialen
SchweizSpätestens seitdem das gefährliche Geschäftsmodell von Zypern, ein überdimensionierter Banksektor, der das Geld ausländischer Sparer anlockt, gescheitert ist, stehen vor allem kleine Staaten mit großen Banken in der Kritik. Auch die Anzahl der Bankfilialen kann ein Indikator dafür sein, welche Rolle die Finanzindustrie in einem Land spielt. Allerdings weisen einige Länder allein aufgrund niedriger Bevölkerungszahlen eine hohe Filialdichte auf. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt jährlich Daten darüber heraus, wie viele Bankfilialen ein Land je 100.000 Einwohner vorweisen kann. Für das Jahr 2011 hat es die Schweiz dabei gerade so in die Top Ten geschafft, mit 51 Filialen je 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Deutschland kommt gerade einmal auf 15 Filialen je 100.000 Einwohner. Quelle: dpa
IslandDas was Zypern in den letzten Wochen durchmachte kennt Island gut. Dem dortigen Bankensystem wurde die Finanzkrise 2008 zum Verhängnis. Von der Pleite der größten isländischen Bank Kaupthing waren auch zahlreiche ausländische Sparer aus Großbritannien und den Niederlanden betroffen. Wie sich einer solche Krise auf das Bankensystem auswirken kann, zeigt ein Blick auf die Zahl der Bankfilialen. Während Island zu Spitzenzeiten 2004 auf 90 Filialen je 100.000 Einwohner kam, sind es mittlerweile nur noch 52. Quelle: dpa
BulgarienAuch Bulgarien liegt was die Bankfilialen angeht weit vorne, 58 Niederlassungen kommen auf 100.000 Einwohner. Allerdings gilt das Land dank niedrigem Defizit als stabil. Zuletzt wurde spekuliert, ob Russlands Sparer ihr Geld jetzt von Zypern nach Bulgarien verlegen. Quelle: dpa
PeruEtwas überraschend ist auch das südamerikanische Peru in der Liste der Länder mit den meisten Bankfilialen sehr prominent vertreten. Auf 58 Filialen je 100.000 Einwohner kommt das Andenland, welches vor allem für seine von den Inkas erbauten Ruinenstadt Machu Picchu bekannt ist. Quelle: dpa
PortugalMit Portugal taucht auf Platz Fünf des Rankings der erste Euro-Krisenstaat auf. 64 Bankfilialen entfallen auf 100.000 Einwohner. Die Krise hat das Land derweil noch längst nicht überstanden, erst in der vergangenen Woche gingen zahllose Portugiesen auf die Straßen, um gegen die dortige Sparpolitik zu demonstrieren. Quelle: dpa
MongoleiAuch wenn das Bild es nicht vermuten lässt, die Mongolei gehört zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Bankfilialen je Einwohner. Auf 100.000 Einwohner kommen 66 Filialen. Das mag allerdings auch daran liegen, dass das asiatische Land zwar viermal so groß ist wie Deutschland, aber insgesamt nur rund 3,18 Millionen Einwohner hat. Damit gilt die Mongolei als einer der am dünnsten besiedelten Staaten der Welt. Quelle: REUTERS
ItalienMit Italien ist ein weiterer südeuropäischer Wackelkandidat in den Top-Fünf vertreten. 66 Bankfilialen je 100.000 Einwohner kann der Staat vorweisen. Zuletzt sorgte vor allem die Bank Monte dei Paschi für Wirbel, die älteste Bank der Welt. Unter anderem sollen sich Manager bereichert haben und Kommissionen kassiert haben. Die Affäre um das Geldinstitut forderte sogar bereits ein Opfer, Kommunikationschef David Rossi beging Selbstmord und hinterließ eine Nachricht. "Ich habe Mist gebaut", war dort zu lesen. Quelle: dpa
LuxemburgDas beschauliche Luxemburg hat einen der größten Finanzplätze der Welt. Die Bilanzsumme der dortigen Finanzindustrie umfasst das 22-fache der Wirtschaftsleistung des Großherzogtums. Neben Banken sind es vor allem Fonds, die sich aufgrund der vorteilhaften Steuerlage dort niedergelassen haben. Das wirkt sich natürlich auf die Zahl der Bankfilialen aus. 88 Filialen je 100.000 Einwohnern stehen den Luxemburgern zur Verfügung. Quelle: dapd
SpanienNur eine Filiale mehr je 100.000 Einwohner hat Spanien, nämlich 89. Damit liegt der südeuropäische Krisenstaat auf Platz 2 des Rankings. Die spanischen Institute ächzen immer noch unter der Immobilienblase und schreiben teilweise hohe Verluste. Bankia schrieb 2012 den größten Verlust der Wirtschaftsgeschichte des Landes, das Institut erwirtschaftete ein Minus von über 19 Milliarden. Quelle: dpa
ZypernMittlerweile weiß jeder um die Bedeutung des Bankensektors auf der Mittelmeerinsel Zypern. Die dortige Finanzindustrie war gut siebenmal so groß wie die Wirtschaftsleistung des Euro-Landes. Das äußert sich auch in der Zahl der Bankfilialen. Mit 104 Filialen je 100.000 Einwohner liegt Zypern unangefochten an der Spitze des Rankings. Interessant wird es sein zu sehen, wie sich die Zahlen künftig entwickeln, da mit der Laiki Bank Zyperns zweitgrößte Bank abgewickelt wird. Quelle: dpa

Zahlreichen europäischen Banken drohen Ende April schlechtere Noten von Standard & Poor's (S&P). Die weltgrößte Ratingagentur kündigte eine großangelegte Überprüfung der Banken dahingehend an, ob und wie stark sie in einer existenziellen Krise noch mit Staatshilfen rechnen könnten. Kurzfristig sei dabei zumeist nur ein nach unten revidierter Ausblick für die Bonitätsnote zu erwarten, wenn die Agentur zu dem Schluss komme, dass die staatliche Unterstützung in einzelnen Ländern deutlich schwinde, erklärte S&P. Viele Banken profitieren bei ihren Bonitätsnoten von der Annahme, dass sie in der Krise gerettet würden, weil sie für die Wirtschaft ihres Landes oder gar für die Weltwirtschaft zu wichtig sind, um unterzugehen.

S&P droht Italien, Irland wird hochgestuft
Für Frankreich zeigt sich S&P etwas zuversichtlicher, obwohl sich am Rating („AA“) und dem stabilen Ausblick nichts änderte. Die Regierung habe Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerung ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, schreibt S&P. Zudem deuteten staatliche Ausgabenkürzungen darauf hin, dass die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft ihr Haushaltsdefizit schrittweise reduzieren werde. Die Staatsverschuldung bleibe aber hoch und werde bis 2017 noch wachsen. Rating (S&P): AAAusblick: stabil Quelle: dpa
Zypern wurde von der Wirtschaftskrise enorm mitgenommen, gerade der aufgeblähte Bankensektor des Inselstaats machte ihm in der Dynamik der Krise schwer zu schaffen. Die Bewertung des Krisenlands wurde von S&P nun um eine Stufe auf „B“ erhöht, Fitch hob den Ausblick für das Rating („B-“) auf positiv an. Bei beiden Agenturen liegt die Kreditnote klar im sogenannten Ramschbereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Die positiven Ausblicke lassen aber Aufstufungen erwarten - vorausgesetzt, das Land erfüllt weiterhin die Auflagen der internationalen Geldgeber, die Zypern seit dem vergangenem Jahr finanziell stützen. Rating (S&P): BAusblick: positiv Quelle: AP/dpa
Standard & Poor's (S&P) hat das lang- und kurzfristige Fremdwährungsrating für die Ukraine gesenkt. Die Bewertung sei von „B-/B“ mit einem negativen Ausblick herabgestuft worden, teilten die US-Bonitätswächter mit. Hintergrund sei die derzeitige politische Instabilität in dem Land. Seit Wochen demonstrieren Regierungsgegner gegen die Regierung. Präsident Viktor Janukowitsch steht unter anderem wegen eines harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in der Kritik. Auslöser war die kurzfristige Ablehnung eines über Jahre hinweg vorbereiteten Abkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Janukowitsch will das Land stattdessen enger an Russland binden. Rating (S&P): „CCC+/C“Ausblick: negativ Quelle: AP
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Irland gute Bonitätsnoten in Aussicht gestellt. Der Ausblick für das Rating bleibt positiv. S&P begründete die positive Haltung mit verbesserten Wachstumsaussichten des Landes. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erwartet die Agentur ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. Bisher war sie nur von 2,0 Prozent ausgegangen. S&P lobt die Reform- und Sparpolitik des Landes. Die Agentur erwartet eine weiterhin starke Auslandsnachfage und eine anhaltende Erholung der Binnenwirtschaft. Die hohen Investitionen aus dem Ausland stützten die Binnenwirtschaft. Gefahren sieht S&P vor allem noch im Bankensektor. Rating (S&P): A+Ausblick: positiv Quelle: dpa
Portugal droht erst einmal keine weitere Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Die Bonitätsnote des Landes stehe nicht mehr unter verschärfter Beobachtung, teilte S&P mit. Portugal dürfte trotz einiger politischer Probleme 2013 das Ziel einer Neuverschuldung von 5,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreicht haben, schreiben die Experten. In diesem Jahr will Portugal dann die neuen Schulden auf vier Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung senken. Dies halten die S&P-Experten für möglich. Derzeit bewertet Standard & Poor's Portugal mit der Note „BB“. Das ist die zweite Stufe des sogenannten Ramsch-Niveaus, das spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Der grundsätzliche Ausblick bleibe negativ. Rating (S&P): BBAusblick: negativ Quelle: dpa
Alenka Bratušek, seit Anfang 2013 Ministerpräsidentin von Slowenien, muss sich nach wie vor mit einer Bankenkrise und den hohen Schulden ihres Landes befassen. Ein Hilfsprogramm ist nach Einschätzung der EU-Kommission aber nicht von Nöten, solange das Bankensystem reformiert und das Reformtempo hoch gehalten wird. Im Rating von Standard & Poor's schneidet der osteuropäische Staat von den kriselnden noch mit am besten ab. Die Agentur bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Sloweniens Kreditwürdigkeit auch künftig stabil bleiben wird. Rating (S&P): A+Ausblick: stabil Quelle: AP
Als Malta 2008 den Euro einführte, war das Land eines der kreditwürdigsten unter den neuen Mitgliedsstaaten. Auch heute gibt es für die Insel noch immer relativ gute Noten. Ratings: BBB+ Ausblick: stabil Quelle: REUTERS
Deutschland behält weiterhin die mit AAA bezeichnete Spitzenbonität. S&P sieht ganz offensichtlich keine Veranlassung, an der Bewertung zu rütteln. Die deutsche Wirtschaft boomt und die weiterhin grassierende Euro-Krise wirkt sich lediglich auf die hiesige politische Debatte aus. Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren genießt die Bundesrepublik jetzt schon die Vorzüge der Bestnote. Rating (S&P): AAAAusblick: stabil Quelle: REUTERS
Nur zwei weitere Staaten des Euroraums können sich mit der besten Kreditwürdigkeit schmücken, namentlich Luxemburg und Finnland. Vielen Drohungen über mögliche Herabstufungen folgten (zum Glück) keine Taten. Moody's hatte beispielsweise noch 2012 unter Verweis auf die Eurokrise und die Gefahren eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Währungsunion eine Herabstufung zumindest als möglich erachtet. Rating (S&P): AAA/AAAAusblick: stabil/stabil Quelle: dpa
Bereits im Februar 2013 mussten die Niederlande um ihre Bonitätsnote fürchten: Die Ratingagentur Fitch hatte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit auf "negativ" gesenkt. Als erste Ratingagentur ließ Standard & Poor's Taten folgen und senkte die Bonität von der Top-Note AAA auf AA+. Die Aussichten für die Konjunktur des Eurozonen-Staates seien nicht mehr so gut wie zuletzt, hieß es damals. Zudem hinke das Land bei der Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) pro Kopf hinter vergleichbaren Nationen her. Auch nach aktuellem Stand liegt der Nachbarstaat Deutschlands bei der zweithöchsten Bewertung. Ratings (S&P): AA+Ausblick: stabil Quelle: REUTERS
Spanien macht nach Ansicht der Rating-Agentur Fitch gute Fortschritte im Kampf gegen die Schuldenkrise und muss deshalb nicht mehr so stark um seine Kreditwürdigkeit bangen. Einen durchweg Positiven Blick auf die Zukunft können sich die Iberer allerdings noch nicht erlauben. Seit Oktober 2012 schleppt das Land bereits die "BBB-"-Bewertung mit sich herum. Baldige Besserung ist nicht in Sicht, die Bonitäts-Experten schätzen den Ausblick für das Rating des Landes als "stabil" ein. Die bisherigen Erfolge in den Bemühungen, die Krise zu bekämpfen, finden trotzdem Anerkennung. "Die Behörden haben bei der Reform des Arbeitsmarktes, der Rentensystem, des Haushaltes und des Finanzsektors erhebliche Fortschritte gemacht", sagten die Experten. Zwar werde das Tempo der Reformen vermutlich in den kommenden beiden Jahren sinken, weil der externe Druck abnehmen werde und 2015 Parlamentswahlen anstünden. Die bisherigen Anstrengungen sollten die Wirtschaft jedoch auf eine solidere Basis stellen, erklärte Fitch weiter. Rating (S&P): BBB-Ausblick: stabil Quelle: dapd
Standard & Poor's (S&P) hat das Rating von Österreich (AA+) erneut bestätigt, drohte aber bereits im Oktober mit einer Herabstufung: "Wir könnten ein Downgrading erwägen, wenn die neue Regierung - entgegen unserer Erwartungen - den Konsolidierungspfad verlässt und dadurch eine Netto-Verschuldung von über 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eintritt", so S&P. Der Ausblick für Österreich ist dennoch alles in allem stabil. Rating (S&P): AA+Ausblick: stabil Quelle: Reuters
"BBB" ist die Note, die S&P an Italien vergibt. Der Ausblick für das Rating ist „negativ“. S&P droht also der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone weiter mit einer Herabstufung. Die aktuelle Note liegt lediglich zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau. Einige Beobachter hatten im Falle Italiens zumindest mit der Anhebung des Ausblicks gerechnet. S&P begründete den negativen Ausblick indes mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes. Mit Blick auf die Reformpolitik des neuen italienischen Premierministers Matteo Renzi äußert sich S&P zurückhaltend. Die bisher von der Regierung geäußerten Absichten seien ermutigend. Man müsse jedoch abwarten was von dem Programm umgesetzt werde und in welchem Zeitraum dies geschehe. Die Ratingagentur Moody's bewertet die Bonität von Italien wie Moody's (Baa2) und Fitch bewertet eine Note besser („BBB“). Rating (S&P): BBBAusblick: negativ Quelle: AP
Griechenland und seine internationalen Gläubiger haben am fünften November neue intensive Verhandlungen über die Sparpolitik der Regierung begonnen. Darin ging es vor allem um ein Loch im Haushaltsentwurf für 2014. Die Inspektoren der „Troika“ aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds ermahnten die Regierung zu einer rigideren Haushaltspolitik. Für Griechenland steht einiges auf dem Spiel: Von den Gesprächen hängt die Freigabe der nächsten Kredittranche von einer Milliarde Euro ab. Der Haushaltsentwurf der Regierung enthält eine finanzielle Lücke von 500 Millionen Euro. Die Gläubiger befürchten indes, dass das Loch fünfmal größer ausfallen könnte. Ähnlich pessimistisch betrachten die Experten der Ratingagentur die griechische Bonität. Rating (S&P): B-Ausblick: stabil Quelle: dpa
Auch für das Rating von Belgien ging es zuletzt runter. S&P begründete die Entscheidung mit dem gestiegenen Druck der Finanzmärkte auf Belgien. Dieser würde auch das Finanzsystem belasten. Finanzinstitute könnten mehr Unterstützung durch den belgischen Staat benötigen. Dies könnte den bereits hohen Schuldenstand von Belgien von rund 97 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2011 über die Marke von 100 Prozent treiben, fürchtet zuletzt S&P. Diese Ungewissheit drückt sich in der Bestimmung des Ausblick-Werts aus. Rating (S&P): AAAusblick: negativ Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Seit dem 1. Januar 2014 ist Lettland das 18. Mitglied des Euro-Währungsraums. Der Start in die Währungsunion wurde von Begeisterung im eigenen Land auf der einen, und äußerer Skepsis und Zurückhaltung auf der anderen Seite begleitet. Auch die Ratingagenturen sind noch nicht gewillt, dem Baltenstaat eine positive Bonitätsnote zu vergeben. Anlass dürfte insbesondere der künstlich aufgeblähte Bankensektor sein, der dem zypriotischen ähnelt. Riesige Summen ausländischer Vermögen sollen dort lagern. Die Reformbemühungen der Verantwortlichen in diesem Bereich schlagen sich aber im Ausblick für die Kreditwürdigkeit wieder. Rating (S&P): BBB+Ausblick: positiv Quelle: dpa
In der Slowakei hat zuletzt die Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm ein innenpolitisches Beben ausgelöst. Die slowakische Ministerpräsidentin Iveta Radicova hatte die Abstimmung mit einer Vertrauensfrage verknüpft und war gescheitert. Die Kreditwürdigkeit des Landes bekommt von den Agenturen vergleichsweise gute Noten, auch wenn S&P sein Rating zuletzt nach unten korrigiert hat. Der neue Regierungschef Robert Fico (hier mit Frankreichs Präsident Fracois Hollande) arbeitet weiter am wirtschaftlichen Aufschwung des Landes. Rating (S&P): AAusblick: stabil Quelle: REUTERS

Von den hundert größten Banken weltweit käme nur ein Viertel ohne die Aussicht auf Staatshilfen bei S&P auf die gleiche Bewertung wie bisher. Eine Mehrheit wird dadurch eine oder zwei Stufen besser klassifiziert. Mittelfristig könnten die Ratings deswegen um ein bis zwei Stufen herabgesetzt werden, je nachdem, wie eine Bank auf die neue Situation reagiere, erklärte die US-Agentur. Acht Großbanken in den USA hat S&P wegen des veränderten politischen Willens bereits einen schlechteren Rating-Ausblick verpasst, nun sind die Europäer an der Reihe.

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Hintergrund sind die Bestrebungen der Europäischen Union, in einer nächsten Bankenkrise nicht mehr gleich den Steuerzahler zur Kasse zu bitten, sondern zunächst die Gläubiger und im Extremfall wohlhabende Sparer für die Rettung einer Bank zahlen zu lassen. Die entsprechende Direktive soll vom EU-Parlament im April verabschiedet werden. In Kraft treten dürften die maßgeblichen Bestimmungen aber erst 2016.

Im Fokus von S&P stehen bei der Neubewertung systemrelevante Banken, bei denen ein solches Szenario für realistisch gehalten werde. Staatsbanken oder vom Staat dominierte Institute seien von den Änderungen aber nicht betroffen - es sei denn, der Staat würde sich dort in der Krise als Eigentümer zurückziehen.

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