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Rolf Elgeti Ein Kunde kauft seine Bank

Rolf Elgeti bei einer Mitgliederversammlung beim Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock 2015. Quelle: dpa

Der Investor und ehemalige Staranalyst Rolf Elgeti will die Oddo Seydler Bank zu einer breit aufgestellten Kapitalmarktbank ausbauen. Auch Bankchef René Parmantier wird Teilhaber.

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Der Immobilieninvestor und ehemalige Staranalyst Rolf Elgeti will die gerade erst gekaufte Oddo Seydler Bank wieder zu einer breit aufgestellten Kapitalmarktbank machen. Das erklärte er gegenüber der WirtschaftsWoche. Zum Dienstleistungsportfolio sollen etwa Kapitalerhöhungen, Anleihen und Schuldscheine gehören. Angesprochen werden sollen vor allem börsennotierte Unternehmen, die maximal zum SDAX gehören. „Diese Kunden werden von den Banken aktuell sehr schlecht bis gar nicht betreut“, sagt Elgeti. Er kennt Oddo Seydler sehr gut. Mit den von ihm geführten Unternehmen ist er seit mehr als zehn Jahren wohl einer der treusten Kunden des Instituts.

Elgeti führte etwa lange die Immobiliengesellschaft TAG. Seiner Erfahrung nach könnten viele Banken Anleihen und Kapitalerhöhungen für kleine Mittelständler häufig nicht platzieren. „Ihre Kundschaft besteht vor allem aus institutionellen Kunden, die solche Produkte nicht kaufen können.“ Er will ein Netzwerk aus vermögenden Privatpersonen und ihren Vermögensverwaltungen aufbauen, die nicht so starre Anlagekriterien hätten wie viele Fonds.

Rolf Elgeti besitzt mit Obotritia Capital bereits eine Bank, die Immobilien finanziert. Bei Bedarf könne hierüber auch den Seydler-Kunden ein Kredit angeboten werden. „Wegen des breiten Angebots wird die Bank in jeder Lage, also unabhängig vom Auf und Ab an der Börse, Geld verdienen können“, meint Oddo-Seydler-Bankchef René Parmantier. In den vergangenen beiden Jahren hatte das Institut Verlust gemacht.

Oddo Seydler hatte phasenweise ein zweifelhaftes Image. Einige von ihr platzierte Mittelstandsanleihen endeten für die Anleger im Totalausfall. Alt-Eigentümer Philippe Oddo, dem auch die Frankfurter Privatbank BHF gehört, hatte nach der Übernahme im Jahr 2014 einiges an Neugeschäft nicht mehr erlaubt. Die Sparten Unternehmensfinanzierung und Aktienresearch hatte er Seydler komplett weggenommen und in die BHF geschoben. Beides wird nun wieder aufgebaut.

Es ist ein offenes Geheimnis in der Branche, dass Parmantier darunter gelitten hatte, nach der Übernahme durch die Oddo-Gruppe nur noch Angestellter einer Konzerntochter zu sein. Er hatte einige Freiheiten verloren. Der Erfolg der Bank steht und fällt mit ihm. Das räumen selbst Kritiker ein. Parmantier pflegt einen engen Draht zu vielen Unternehmenschef und kümmert sich persönlich. „Er ist auch in schwierigen Lagen immer zur Stelle“, sagt ein langjähriger Kunde. Parmantier hatte die Trennung der Seydler-Bank von der Oddo-Gruppe selbst forciert. Er wird künftig Teilhaber. Bis zu 25 Prozent der Anteile kann er übernehmen. „Meine Beteiligung an der neuen Seydler Bank wird mich ein wenig mehr zum Unternehmer in der Bank machen“, sagt Parmantier.

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