Rote Zahlen Rechtsstreitigkeiten reißen JPMorgan in Verlustzone

Die erfolgsverwöhnte US-Großbank JPMorgan ist im dritten Quartal 2013 überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Schuld sind diverse Rechtsstreitigkeiten.

Die größte US-Bank, JPMorgan Chase & Co, ist in die roten Zahlen gerutscht. Quelle: dpa

Immense Kosten für Rechtsstreitigkeiten brockten dem Institut einen Nettoverlust von 380 Millionen Dollar ein, wie JPMorgan am Freitag mitteilte. Im Jahr zuvor glänzte die Bank noch mit einem Gewinn von 5,71 Milliarden Dollar.

Die Bank hat immer wieder Ärger wegen Unregelmäßigkeiten im Handel. Allein von Juli bis September summierten sich die Kosten für Rechtsstreitigkeiten auf satte 9,2 Milliarden Dollar. Zuletzt hatte das Geldhaus Insidern zufolge mit den zuständigen Behörden verhandelt, um alle offenen Vorwürfe und Klagen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten vor Ausbruch der Finanzkrise aus der Welt zu schaffen. Das nun zurückgelegte Geld soll genau dafür verwendet werden.

Wegen ähnlicher Fälle muss sich auch die Deutsche Bank immer wieder juristisch verantworten. Meist konnten die Amerikaner aber die Sonderlasten im Kerngeschäft mehr als ausgleichen. Verluste gab es nur sehr selten.

Spätestens seit dem Handelsskandal um den sogenannten "Wal von London" im Mai 2012 steht JPMorgan und Bankchef Jamie Dimon unter besonderer Beobachtung. Der Londoner Händler hatte mit riesigen Derivate-Positionen 6,2 Milliarden Dollar verzockt.

JPMorgan-Aktien stiegen im vorbörslichen US-Handel um knapp zwei Prozent, weil jetzt mehr Klarheit herrscht. Die Bank betonte allerdings, dass die Sonderkosten für juristische Fälle in den nächsten Quartalen volatil bleiben dürften.

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