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Scheidender US-Präsident Deutsche Bank will wohl keine Geschäfte mehr mit Trump machen

Trump schuldet dem Frankfurter Kreditgeber mehr als 300 Millionen Dollar. Quelle: AP

Zwei der Lieblingsbanken von Donald Trump ziehen sich offenbar nach den tödlichen Ausschreitungen beim Kapitol vom US-Präsidenten zurück. Darunter soll auch das Traditionshaus Deutsche Bank sein.

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Die Deutsche Bank geht einem Medienbericht zufolge auf Distanz zu dem scheidenden US-Präsidenten Donald Trump. Das größte deutsche Geldhaus wolle künftig keine Geschäfte mehr mit Trump und seinen Firmen machen, berichtete die „New York Times“ am Dienstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Mit ausstehenden Schulden von 340 Millionen Dollar ist die Deutsche Bank größter Kreditgeber von Trump. Das Institut hatte ihm noch Darlehen gewährt, als andere Banken sich längst zurückgezogen hatten. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte einen Kommentar an. Trumps Familienunternehmen, die Trump Organization, und das Weiße Haus in Washington waren zunächst nicht erreichbar.

Die US-Chefin der Deutschen Bank, Christiana Riley, verurteilte vergangene Woche in einem Beitrag bei LinkedIn den Sturm auf das Kapitol, bei dem mehrere Menschen getötet wurden. Kurz zuvor hatte Trump in einer Rede vor Tausenden Demonstranten noch einmal in scharfen Worten angeblichen Wahlbetrug angemahnt. „Wir sind stolz auf unsere Verfassung und stehen zu denen, die versuchen, sie aufrechtzuerhalten, um sicherzustellen, dass der Wille des Volkes gewahrt bleibt und ein friedlicher Machtwechsel stattfindet“, schrieb Riley auf der LinkedIn-Plattform.

Die Deutsche Bank erklärte letzten Monat, dass Trumps langjährige Bankerin zurückgetreten ist. Rosemary Vrablic, die im Bereich Private Banking tätig war, war für die Kundenbeziehungen der Bank zu Trump zuständig. Im Verlauf der Jahre hatte das Kreditinstitut Trump Kredite im Volumen von mehreren Hundert Millionen Dollar gewährt. Diese Beziehung setzte das Kreditinstitut während der Präsidentschaft von Trump dem Druck von Politikern und Staatsanwälten aus, Informationen dazu zu veröffentlichen.

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Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass die Deutsche Bank nach Möglichkeiten suche, ihre Geschäftsverbindung mit Trump nach den Präsidentschafts-Wahlen im November zu beenden. Der Trump Organization gehören mehrere Hotels und Golfclubs.

Auch die New Yorker Signature Bank, die seit langem mit seiner Familie verbunden war, kündigte an, alle Verbindungen zu kappen und forderte seinen Rücktritt. Signature schließt zwei persönliche Konten, auf denen Trump etwa 5,3 Millionen Dollar hielt, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag.

„Wir glauben, dass die angemessene Maßnahme der Rücktritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten wäre, was im besten Interesse unserer Nation und des amerikanischen Volkes ist“, sagte die Bank am Montag in einer separaten Erklärung.



Die Kreditinstitute folgen damit Social-Media-Unternehmen und anderen Firmen, die Beziehungen zum Präsidenten aussetzen, nachdem er die Teilnehmer einer Veranstaltung letzte Woche ermutigt hatte, am Kapitol aufzumarschieren. Sie stürmten daraufhin das Gebäude und unterbrachen die offizielle Bestätigung von Joe Biden als künftigem US-Präsidenten. Mindestens fünf Menschen starben in dem Chaos und unmittelbar danach.

Die Signature Bank war Trump und anderen in seinem Umfeld, wie Ivanka Trump, Jared Kushner und Michael Cohen, eng verbunden. Im Jahr 2011 berief die Bank Ivanka in ihren Vorstand, die aber ein paar Jahre später wieder zurücktrat. Die New York Times berichtete am Montag über diesen Entschluss.

Mehr zum Thema: Die politische Spaltung der USA wird sich nach Donald Trumps Auszug aus dem Weißen Haus noch einmal verschärfen: Trump geht – um zu bleiben.

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